Apotheken-Information


1.10.2017, Gegen Versorgungslücken bei Krebs-Medikamenten

In kaum einem Bereich ist die sichere, lückenlose Versorgung mit Arzneimitteln so wichtig wie in der Krebsmedizin. Doch hier treten wiederholt Engpässe auf. Woran das liegt und was sich dagegen zu tun lässt, erklärt Professor Dr. Bernhard Wörmann von der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 1. Oktober 2017.

Bei den unterschiedlichsten Krebsmedikamenten hat es in den vergangenen Jahren Lieferengpässe gegeben. Es sind vor allem ältere Arzneistoffe, die schon seit Jahren in der Therapie Einsatz finden und jetzt aber nicht mehr durch Patente geschützt sind. Als konkretes Beispiel nennt Wörmann den Arzneistoff Melphalan gegen das Multiple Myelom.

Den Lieferengpässe haben laut Wörmann drei Gründe: Herstellungsprobleme, ein erhöhter Bedarf und monetäre Interessen. Als häufigste Ursache sieht Wörmann »Probleme bei der Herstellung, etwa durch Nichteinhaltung von Qualitätsstandards und der aus diesem Grund fehlenden Freigabe von Chargen durch die zuständigen Behörden. Eine aktuelle Problematik sind Marktrücknahmen bei neuen Onkologika, wenn der von den Krankenkassen nach der Nutzenbewertung angebotene Preis zu weit von den Vorstellungen des pharmazeutischen Unternehmens entfernt ist.«

Wörmann lobt die gute Logistik und Planung seitens der Apotheker, sodass Lieferengpässe meist nicht in Versorgungsengpässen münden. Dennoch sieht der Fachmann ein ganzes Paket an Maßnahmen für erforderlich, um die Wahrscheinlichkeit für Versorgungsengpässe weiterhin zu minimieren. »Durch das im April verabschiedete Arzneimittelversorgungsstärkungsgesetz gibt es jetzt eine Meldepflicht für Lieferengpässe, allerdings nur im Krankenhaus. Das muss auf den ambulanten Bereich ausgeweitet werden. Weitere Maßnahmen sind der Schutz unverzichtbarer Arzneimittel, zum Beispiel durch Vorratshaltung und durch die Begrenzung von Rabattverhandlungen. Eine größere politische Aufgabe ist die Förderung der Herstellung von Arzneimitteln in Europa.«

Apothekenlabor für Arzneimittelsicherheit, 1.7.2017

Der Apotheker im apothekeneigenen Labor gewährleistet, dass Patienten hochwertige und sichere Arzneimittel und Rezepturen erhalten. Über die hohen Standards zur Qualitätssicherung in der Apotheke informiert Dr. Michael Hörnig, einer der beiden Leiter des Deutschen Arzneimittel-Codex und des Neuen Rezeptur-Formulariums (DAC/NRF), in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 1. Juli 2017.

Die Vorgehensweise bei der Herstellung von Arzneimitteln in der Apotheke unterscheidet sich sehr stark von derjenigen in anderen Bereichen, beispielsweise der Herstellung von Lebensmitteln, stellt Hörnig klar. »Die Apotheke stellt mit der Verwendung geprüfter pharmazeutischer Ausgangsstoffe aus zertifizierten Betrieben sicher, dass nur die Qualität zum Einsatz kommt, die man braucht, um sichere Arzneimittel für die Patienten herstellen zu können. Die zusätzliche Identifizierung in der Apotheke verhindert, dass etwa durch Verwechslungen falsche Inhaltsstoffe verwendet werden. Der Aufwand, den die Apotheken leisten, gepaart mit der vorhandenen Sorgfaltspflicht, gibt Patienten die Sicherheit, dass sie hochwertige Arzneimittel erhalten.«

So müssen für die Herstellung von Arzneimitteln, ob nun in der Apotheke oder in der Industrie, alle Inhaltsstoffe, Behältnisse, Gebrauchsanweisungen und Verpackungen eine hohe Qualität haben. Für die eingesetzten Inhaltsstoffe bedeutet dies, dass deren Herstellung unter kontrollierten Bedingungen erfolgen muss und die gesamte Lieferkette nachvollziehbar ist. Dabei sind spezielle Prüfvorschriften einzuhalten, die unter anderem in Monografien zu den jeweiligen Stoffen vorgegeben werden.

»Pharmazeutische Hersteller oder Lieferanten verwenden diese Monografien, damit die von ihnen etwa an Apotheken gelieferten Stoffe zur Arzneimittelherstellung auch verwendet werden können. Die Apotheke erhält ein Prüfzertifikat, das die Durchführung der geforderten Prüfungen und die korrekte Herstellung der Arzneiausgangsstoffe bestätigt. Dann muss die Apotheke selbst noch die Identität der Substanzen feststellen, bevor sie damit Arzneimittel herstellen kann.«

Arzneiversorgung im Pflegeheim, 29.5.2017

Zum Leistungsspektrum einer öffentlichen Apotheke gehört auch, Pflegeeinrichtungen mit Medikamenten zu versorgen. Wie das konkret aussieht, hat die Neue Apotheken Illustrierte Annette Brinkmann-Lescher von der Apothekerkammer Niedersachsen gefragt. Zu lesen in der aktuellen Ausgabe vom 15. April 2017.

In der Regel schließt ein Pflegeheim mit einer Apotheke einen Vertrag über die konkrete Versorgungssituation ab. »Die Heimbewohner oder bei Bedarf ein Bevollmächtigter muss aber eine Erklärung unterschreiben, dass er mit dieser Vereinbarung einverstanden ist. Letztendlich hat jeder Heimbewohner die freie Apothekenwahl«, erklärt Brinkmann-Lescher. »Die Rezepte kommen in der Apotheke an, wo wir sie bearbeiten. Generell beliefern wir täglich die Pflegeheime.«

Die Arzneimitteltherapie im Alter ist laut Brinkmann-Lescher etwas Besonderes. Deshalb werden die Medikamente in der Apotheke hinsichtlich Wechselwirkungen, Kontraindikationen und Verträglichkeit noch mal speziell unter die Lupe genommen. »Da haben wir in der Apotheke den großen Vorteil, dass bei uns alles zusammenläuft und wir auch einen guten Überblick über die Selbstmedikation erhalten.«

Zusätzlich verschaffen sich die Apotheken im Vertragspartner-Heim einen Überblick, ob die Arzneimittel dort richtig gelagert werden. »Einige Wirkstoffe, wie Insulin, benötigen eine Lagerung im Kühlschrank. Natürlich achten wir auf das Verfallsdatum der Medikamente. Die Verträge legen zudem fest, dass wir das Personal in den Pflegeheimen in Sachen Arzneimittelapplikation regelmäßig schulen.«

Arzneiversorgung im Pflegeheim, 28.4.2017

Zum Leistungsspektrum einer öffentlichen Apotheke gehört auch, Pflegeeinrichtungen mit Medikamenten zu versorgen. Wie das konkret aussieht, hat die Neue Apotheken Illustrierte Annette Brinkmann-Lescher von der Apothekerkammer Niedersachsen gefragt. Zu lesen in der aktuellen Ausgabe vom 15. April 2017.

In der Regel schließt ein Pflegeheim mit einer Apotheke einen Vertrag über die konkrete Versorgungssituation ab. »Die Heimbewohner oder bei Bedarf ein Bevollmächtigter muss aber eine Erklärung unterschreiben, dass er mit dieser Vereinbarung einverstanden ist. Letztendlich hat jeder Heimbewohner die freie Apothekenwahl«, erklärt Brinkmann-Lescher. »Die Rezepte kommen in der Apotheke an, wo wir sie bearbeiten. Generell beliefern wir täglich die Pflegeheime.«

Die Arzneimitteltherapie im Alter ist laut Brinkmann-Lescher etwas Besonderes. Deshalb werden die Medikamente in der Apotheke hinsichtlich Wechselwirkungen, Kontraindikationen und Verträglichkeit noch mal speziell unter die Lupe genommen. »Da haben wir in der Apotheke den großen Vorteil, dass bei uns alles zusammenläuft und wir auch einen guten Überblick über die Selbstmedikation erhalten.«

Zusätzlich verschaffen sich die Apotheken im Vertragspartner-Heim einen Überblick, ob die Arzneimittel dort richtig gelagert werden. »Einige Wirkstoffe, wie Insulin, benötigen eine Lagerung im Kühlschrank. Natürlich achten wir auf das Verfallsdatum der Medikamente. Die Verträge legen zudem fest, dass wir das Personal in den Pflegeheimen in Sachen Arzneimittelapplikation regelmäßig schulen.«

Arzneiversorgung im Pflegeheim, 28.4.2017

Zum Leistungsspektrum einer öffentlichen Apotheke gehört auch, Pflegeeinrichtungen mit Medikamenten zu versorgen. Wie das konkret aussieht, hat die Neue Apotheken Illustrierte Annette Brinkmann-Lescher von der Apothekerkammer Niedersachsen gefragt. Zu lesen in der aktuellen Ausgabe vom 15. April 2017.

In der Regel schließt ein Pflegeheim mit einer Apotheke einen Vertrag über die konkrete Versorgungssituation ab. »Die Heimbewohner oder bei Bedarf ein Bevollmächtigter muss aber eine Erklärung unterschreiben, dass er mit dieser Vereinbarung einverstanden ist. Letztendlich hat jeder Heimbewohner die freie Apothekenwahl«, erklärt Brinkmann-Lescher. »Die Rezepte kommen in der Apotheke an, wo wir sie bearbeiten. Generell beliefern wir täglich die Pflegeheime.«

Die Arzneimitteltherapie im Alter ist laut Brinkmann-Lescher etwas Besonderes. Deshalb werden die Medikamente in der Apotheke hinsichtlich Wechselwirkungen, Kontraindikationen und Verträglichkeit noch mal speziell unter die Lupe genommen. »Da haben wir in der Apotheke den großen Vorteil, dass bei uns alles zusammenläuft und wir auch einen guten Überblick über die Selbstmedikation erhalten.«

Zusätzlich verschaffen sich die Apotheken im Vertragspartner-Heim einen Überblick, ob die Arzneimittel dort richtig gelagert werden. »Einige Wirkstoffe, wie Insulin, benötigen eine Lagerung im Kühlschrank. Natürlich achten wir auf das Verfallsdatum der Medikamente. Die Verträge legen zudem fest, dass wir das Personal in den Pflegeheimen in Sachen Arzneimittelapplikation regelmäßig schulen.«

Arzneiversorgung im Pflegeheim, 15.4.2017

Zum Leistungsspektrum einer öffentlichen Apotheke gehört auch, Pflegeeinrichtungen mit Medikamenten zu versorgen. Wie das konkret aussieht, hat die Neue Apotheken Illustrierte Annette Brinkmann-Lescher von der Apothekerkammer Niedersachsen gefragt. Zu lesen in der aktuellen Ausgabe vom 15. April 2017.

In der Regel schließt ein Pflegeheim mit einer Apotheke einen Vertrag über die konkrete Versorgungssituation ab. »Die Heimbewohner oder bei Bedarf ein Bevollmächtigter muss aber eine Erklärung unterschreiben, dass er mit dieser Vereinbarung einverstanden ist. Letztendlich hat jeder Heimbewohner die freie Apothekenwahl«, erklärt Brinkmann-Lescher. »Die Rezepte kommen in der Apotheke an, wo wir sie bearbeiten. Generell beliefern wir täglich die Pflegeheime.«

Die Arzneimitteltherapie im Alter ist laut Brinkmann-Lescher etwas Besonderes. Deshalb werden die Medikamente in der Apotheke hinsichtlich Wechselwirkungen, Kontraindikationen und Verträglichkeit noch mal speziell unter die Lupe genommen. »Da haben wir in der Apotheke den großen Vorteil, dass bei uns alles zusammenläuft und wir auch einen guten Überblick über die Selbstmedikation erhalten.«

Zusätzlich verschaffen sich die Apotheken im Vertragspartner-Heim einen Überblick, ob die Arzneimittel dort richtig gelagert werden. »Einige Wirkstoffe, wie Insulin, benötigen eine Lagerung im Kühlschrank. Natürlich achten wir auf das Verfallsdatum der Medikamente. Die Verträge legen zudem fest, dass wir das Personal in den Pflegeheimen in Sachen Arzneimittelapplikation regelmäßig schulen.«

Armut und Krankheit, 1.4.2017

Arme haben im Vergleich zu wohlhabenderen Menschen häufiger chronische Erkrankungen und auch geringere Aussichten, wieder gesund zu werden. Diese Zusammenhänge erklärt Dr. Thomas Lampert vom Robert Koch-Institut in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 1. April 2017.

»Arme oder von Armut bedrohte Menschen haben viel häufiger chronische Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Diabetes, die mit einem langfristigen Behandlungsbedarf einhergehen und oft die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Auch für psychische Erkrankungen wie etwa Depressionen besteht ein enger Zusammenhang«, erklärt Lampert vom Robert Koch-Institut in Berlin, das das Krankheitsgeschehen in Deutschland beobachtet und analysiert.

Vieles würde überdies dafür sprechen, dass arme Menschen nicht nur häufiger erkranken, sondern auch geringere Aussichten haben, wieder gesund zu werden. Ihr Krankheitsverlauf ist meist ungünstiger und geht häufiger mit funktionellen Einschränkungen im Alltagsleben einher. »Von Bedeutung dürfte sein, dass eine Erkrankung oft später erkannt wird, etwa wegen der selteneren Teilnahme an Früherkennungs- und Vorsorgeuntersuchungen«, sagte Lampert der Neuen Apotheken Illustrierten.

Auch eine umgekehrte Beeinflussung ist bekannt: Wer dauerhaft krank ist, hat tendenziell ein höheres Risiko zu verarmen. »Wer dauerhaft krank ist und seinem Beruf nicht nachgehen kann, muss finanzielle Einbußen hinnehmen. Dies bedeutet aber nicht zwangsläufig, in die Armut abzurutschen. Neben sozialstaatlichen Leistungen können auch privat abgeschlossene Versicherungen, zum Beispiel eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung, oder der Verdienst des Partners die Armutsbedrohung abwenden. In unseren Studien geben etwa ein Fünftel der Befragten, die aktuell arbeitslos sind, an, dass ihre Arbeitslosigkeit durch eine Erkrankung mitverschuldet ist«, führte Lampert aus.

Imagefilm von Apothekern

Wie wichtig es ist, die Apotheke vor Ort zu erhalten und zu unterstützen, stellt ein Imagefilm der Apothekerkammer Nordrhein dar. Der Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach bricht darin eine Lanze für die wohnortnahe Apotheke. Die Neue Apotheken Illustrierte berichtet in ihrer aktuellen Ausgabe vom 15. März 2017 über die Dreharbeiten und den Hintergrund zum Imagefilm.

Ein Gerichtsurteil des Europäischen Gerichtshofs vom Oktober vergangenen Jahres könnte die wohnortnahe und persönliche Versorgung mit Arzneimitteln durch die Apotheken aufs Spiel setzen. Der Imagefilm dient laut der Apothekerkammer deshalb dazu, der Öffentlichkeit zu vermitteln, wie wichtig die Apotheke vor Ort für die zeitnahe und kompetente Arzneimittelversorgung ist.

Die Patienten suchen schnelle, vertrauenswürdige Hilfe. Sie möchten »ihren« Apotheker als Ansprechpartner. Dies sei durch Klicks im Internet oder Apps im Smartphone nicht zu ersetzen, lautet eine wichtige Botschaft des Imagefilms.

»Die Apotheke ist ein wichtiges System in der Gesundheitsversorgung in Deutschland, wo es eben nicht nur um das Verkaufen geht, sondern um das Beratungsgespräch und die Aufklärung«, unterstreicht der Bundestagsabgeordnete Bosbach. Deswegen betone der Film die Wichtigkeit der Apotheke für jeden einzelnen Patienten und für das deutsche Gesundheitssystem.

Ärzte und Apotheker – durch Zusammenarbeit profitieren

Nach über dreißig Jahren geht eine Ära zu Ende: Die bekannte Ärztin und Fernsehmoderatorin Dr. med. Antje-Katrin Kühnemann verabschiedet sich von den Kolumnen in der Neuen Apotheken Illustrierten, die sie seit 1984 regelmäßig für diese Zeitschrift geschrieben hat.

In ihrem letzten Interview mit Chefredakteurin Jutta Petersen-Lehmann blickt sie auf ein turbulentes und spannendes Leben zurück – und bewertet dabei unter anderem ihr Verhältnis zu dem Schwester-Heilberuf als positiv. Zu lesen in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 1. März 2017.

Kühnemann bezeichnet ihr Verhältnis zu den Apothekern als sehr gut: „Ich frage gerne bei Apothekern nach, wenn es um bestimmte Arzneimittel geht. Warum sollten wir uns denn nicht mit den Apothekern, die über Medikamente noch mehr gelernt haben als wir, austauschen? Wir haben Unterschiedliches gelernt. Das ergänzt sich, jeder kann von dem anderen profitieren.“

1.2.2017, Checkliste: Den richtigen Arzt finden

Jeder Mensch ist anders und hat individuelle Bedürfnisse. Das gilt besonders in Sachen Gesundheit und körperliche Gebrechen. Für die Lebensqualität und für das Wohlbefinden ist deshalb die richtige Arztwahl ganz entscheidend. Aber wie den geeigneten Mediziner finden? Die Neue Apotheken Illustrierte hat in ihrer aktuellen Ausgabe vom 1. Februar 2017 Stichpunkte zusammengetragen, anhand derer sich ein geeigneter Arzt in der Nähe finden lässt.
Gesundheit ist Vertrauenssache. Deshalb haben das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ), die Bundesärzte­kammer (BÄK), die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und Selbsthilfeorganisationen gemeinsam eine Checkliste erarbeitet, mit der sich überprüfen lässt, ob man sich bei einem Arzt in guten Händen befindet. Folgende Fragen werden erörtert:

  • Informiert und berät der Arzt ausführlich und verständlich? - Nimmt er persönliche Anliegen ernst?
  • Wird man in der Praxis freundlich und respektvoll behandelt?
  • Wird die Intimsphäre des Patienten gewahrt?
  • Bezieht der Arzt die Patienten und ihre Wünsche in alle Entscheidungen ein?
  • Wird in der Praxis der Schutz persönlicher Daten gewahrt?
  • Akzeptiert der Arzt, dass man eine zweite Meinung einholen möchte?

So sicher sind Gesundheitsdaten

Apotheker, Ärzte und Krankenhäuser sollen in den nächsten Jahren besser auf Patientendaten zurückgreifen können. Über die Aussichten und die damit verbundenen Gefahren sprach die Neue Apotheken Illustrierte mit Marcel Weigand, Beisitzer im Vorstand des Aktionsbündnisses Patientensicherheit. Zu lesen in der aktuellen Ausgabe vom 15. Januar 2017.

»In der elektronischen Patientenakte sollen Informationen zu Krankheiten und Behandlungen gespeichert werden. Zudem wird es ein sogenanntes Patientenfach geben. Darin können Behandlungsdokumentationen aus der Patientenakte überführt werden. Zusätzlich kann der Versicherte eigene Daten darauf speichern, wie Schmerztagebuch oder selbst gemessene Blutzuckerwerte. Mit diesem Patientenfach erhalten Patienten auch außerhalb einer Arztpraxis Zugriff auf ihre Behandlungsdaten«, erklärt Weigand die darauf verfügbaren Daten.

Droht bei der zunehmenden Vernetzung und Digitalisierung im Gesundheitswesen der gläserne Patient? Experte Weigand streicht eher die Vorteile der zunehmenden Vernetzung heraus. »Jeder Versicherte kann selbst festlegen, ob und in welchem Umfang er von den Möglichkeiten zur Speicherung von Gesundheitsdaten Gebrauch machen möchte. Er legt fest, ob generell oder in welchem Umfang eine Anwendung wie Notfalldaten genutzt werden dürfen. Die Daten werden verschlüsselt und können nur abgerufen werden, wenn neben der elektronischen Gesundheitskarte auch ein Heilberufsausweis eines Arztes in das Lesegerät gesteckt wird. Diese "Ende–zu–Ende-Verschlüsselung" soll für mehr Sicherheit sorgen.

Die elektronische Gesundheitskarte und das Speichern von Gesundheitsdaten bieten auch zahlreiche Vorteile für die Patientensicherheit. So können Wechselwirkungen zwischen Medikamenten etwa mit einem elektronischen Medikationsplan verhindert werden. Wichtige Gesundheitsdaten stehen den Behandlern schnell zur Verfügung. Dies ist etwa bei der Entlassung aus dem Krankenhaus für den weiterbehandelnden Arzt wichtig oder in der Notaufnahme, um schnell auf Notfalldaten zugreifen und lebenserhaltende Maßnahmen gezielt durchführen zu können.«

Zuzahlungsbefreiung neu beantragen

Viele Leistungen im Gesundheitsbereich, darunter Arzneimittel, Rehabilitationsmaßnahmen oder Krankenpflege, erfordern eine Zuzahlung. Doch bestimmte Voraussetzungen ermöglichen die Befreiung von der Zuzahlung. Was dabei zu beachten ist, erklärt Christian Splett, Pressereferent der ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 1. Januar 2017.
Zuzahlungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen als Kostenbeitrag ihrer Versicherten erhoben. »Grundsätzlich davon befreit sind Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres«, erklärt Splett. »Zusätzlich kann sich derjenige befreien lassen, der mehr als zwei Prozent des jährlichen Bruttoeinkommens für Zuzahlungen ausgibt. Bei chronisch kranken Patienten ist es sogar nur ein Prozent.« Zur genauen Berechnung der jährlichen Belastungsgrenze für Zuzahlungen empfiehlt Splett den Zuzahlungsrechner unter www.aponet.de.
Wichtig laut Splett: »Eine Befreiung ist jedes Jahr neu bei der eigenen Krankenkasse zu beantragen. Entweder im Laufe des Jahres, wenn sich die Zuzahlungen häufen, oder schon zu Beginn des Jahres, wenn man relativ vorhersehbare Ausgaben für Zuzahlungen und ein planbares Einkommen hat, wie etwa eine Rente.«

Apotheken vor Ort stärken

Jeder Patient soll sich darauf verlassen können, auch in Zukunft mit hochwertigen und innovativen Arzneimitteln versorgt werden zu können. Dafür soll das Arzneimittel-Versorgungsstärkungsgesetz sorgen. Mehr darüber berichtet die aktuelle Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 15. Dezember 2016.

Bei seinem Grußwort anlässlich des Deutschen Apothekertages in München brach Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe eine Lanze für die Apotheker vor Ort und die gute vernetzten Versorgungsstrukturen im Gesundheitswesen. Die Apotheke sei bei den meisten Menschen die erste Anlaufstelle, wenn es um Medikamente und Gesundheit geht. »Diese enorme Einsatzbereitschaft - auch im Nacht- und Notdienst - ist unerlässlich und stellt sicher, dass Millionen Menschen täglich mit Arzneimitteln versorgt und richtig beraten werden«, so der Bundesgesundheitsminister.

Er möchte diese bewährten Strukturen stärken: Gerade hinsichtlich der demografischen Entwicklung werde es immer wichtiger, eine gut vernetzte Versorgungsstruktur der Apotheken in Deutschland sicherzustellen. Das Arzneimittel-Versorgungsstärkungsgesetz soll dazu beitragen und zielt auf zwei Bereiche ab:

- Rezepturen: Apotheken versorgen ihre Patienten jedes Jahr mit mehr als sieben Millionen Rezepturen. Für die Herstellung dieser Standardrezepturen erhalten Apotheken künftig einen Festzuschlag von 8,35 Euro.

- Betäubungsmittel: Die Abgabe von Betäubungsmitteln ist in der Apotheke mit einem hohen Dokumentationsaufwand verbunden. Dafür erhalten Apotheken ab 2017 einen Zuschlag von 2,91 Euro pro Rechnung.

Insgesamt wird damit die Vergütung der Apotheker um 100 Millionen Euro pro Jahr zulasten der Krankenkassen angehoben. »Dies ist aber dringend erforderlich, da sich in diesen Bereichen in den vergangenen Jahren nichts getan hat. Schließlich brauchen wir gerade in diesen Sparten eine hochwertige Arzneimittelversorgung«, ist Gröhe überzeugt.

Kleine Apotheken, große Sorgen

Je kleiner eine Apotheke ist, desto größer sind die Zukunftssorgen ihres Besitzers. Gleiches gilt für Apotheken auf dem Land. Das zeigt der aktuelle Apothekenklima-Index 2016, der im Vorfeld des Deutschen Apothekertages in München vorgestellt wurde. Die Neue Apotheken Illustrierte berichtet in ihrer aktuellen Ausgabe vom 1. Dezember 2016 darüber.
Vor allem kleine Apotheken mit nur zwei bis drei Beschäftigten haben Sorgen. Sie planen seltener Investitionen und häufiger Entlassungen als größere Apotheken. Auf dem Land ist der Nachwuchsmangel das größere Problem. »Vor allem in Orten unter 5 000 Einwohnern wird die eigene Lage schlecht beurteilt«, berichtete Fritz Becker, Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbandes. Zwei von fünf Inhabern in kleinen Ortschaften rechnen damit, keinen geeigneten Nachwuchs zu finden. Auch die Nachfrage nach pharmazeutisch-technischen Angestellten (PTA) sei hoch: »Mehr als die Hälfte der Apotheken plant Neueinstellungen, das ist die wichtige Botschaft. Das zeigt, dass Apotheker auf Qualität und intensive Beratung setzen.«
Was bedeutet das für die flächendeckende Versorgung mit Medikamenten? »Die Versorgung ist nicht gefährdet, und wir werden alles dafür tun, damit das so bleibt«, sagte Friedemann Schmidt, Präsident der ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände.
Für den Apothekenklima-Index wurden rund 500 Apothekeninhaber auch nach ihren größten Stressfaktoren und ihren gesundheitspolitischen Prioritäten befragt. Jeweils rund drei Viertel fordern stabile wirtschaftliche Rahmenbedingungen und mehr Planungssicherheit, gut zwei Drittel wünschen sich auch einen Abbau der Bürokratie. Diese zentralen Anliegen sind Schmidt zufolge nicht überraschend: »Besonders kleine Apotheken sind davon betroffen, sie müssen diese Last auf nur wenige Schultern verteilen. Sie sichern auf dem Dorf, aber auch in städtischen Wohngebieten einen Großteil der Versorgung und tragen Gemeinwohlpflichten. Das verlangt politische Berücksichtigung«, erklärte Schmidt.

Apotheker warnen vor K.-o.-Tropfen

Kriminelle kaufen K.-o.-Tropfen ohne Verschreibung oder Zulassung über das Internet oder Callcenter. Sie nutzen die Wirkung dieser illegalen Arzneimittel gezielt zur Ausübung sexueller Gewalt aus, aber auch für Raub oder Diebstahl. Apotheker fordern eine strengere Kontrolle bei dem Vertrieb dieser Substanzen. Darüber berichtet die Neue Apotheken Illustrierte in ihrer aktuellen Ausgabe vom 15. November 2016.

K.-o.-Tropfen machen willenlos und bewegungsunfähig. Diese Wirkung nutzen Kriminelle für ihre Machenschaften. Gabriele Overwiening aus dem Geschäftsführenden Vorstand der Bundesapothekerkammer fordert: »Das internationale kriminelle Dealen mit Arzneimitteln und Chemikalien muss besser kontrolliert und streng bestraft werden.«

Häufig wird Gamma-Hydroxybuttersäure (GHB) verwendet, auch als Liquid Ecstasy bekannt. GHB ist eine farblose Flüssigkeit, die leicht Getränken untergemischt werden kann, ohne dass das Opfer diese bemerkt. Am nächsten Tag können sich die Opfer meist schlecht erinnern, sie leiden unter starken Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit.

Opfer können sich bei einem Verdacht an eine Fachberatungsstelle oder direkt an die Polizei wenden, raten die Apotheker. Um sich zu schützen, sollte man keine offenen Getränke von Fremden oder Partybekanntschaften annehmen und sein offenes Getränk nicht unbeobachtet stehen lassen.

ARMINs Herz schlägt

Gesetzlich Versicherte, die regelmäßig mindestens drei verschreibungspflichtige Arzneimittel einnehmen, haben seit 1. Oktober Anspruch auf einen Medikationsplan von ihrem Hausarzt. Den gibt es bisher aber nur auf dem Papier. Eine Vorreiterrolle bei der elektronischen Umsetzung übernimmt dabei die Arzneimittelinitiative Sachsen-Thüringen (ARMIN). Worum es bei ARMIN geht, darüber berichtet die Neue Apotheken Illustrierte in ihrer aktuellen Ausgabe vom 1. November 2016.

Patienten der AOK Plus, die mehrere verschreibungspflichtige Medikamente gleichzeitig einnehmen müssen, können sich seit Sommer über ihren Hausarzt oder Apotheker in Sachsen und Thüringen in das Projekt einschreiben. Vertragspartner des Projektes sind die AOK Plus sowie die Kassenärztlichen Vereinigungen und Apothekerverbände in Sachsen und Thüringen.

Wichtigstes Element des Modellprojektes ARMIN ist die Erstellung und Pflege eines Medikationsplans, auf dem alle Arzneimittel aufgelistet sind, die der Patient einnimmt – auch solche, die er ohne Rezept in der Apotheke käuflich erwirbt. Arzt und Apotheker prüfen dann gemeinsam die Medikation auf Wechselwirkungen und Unverträglichkeiten. Gibt es Änderungen, passt der Arzt den Plan dann dementsprechend an.

Arzt und Apotheker arbeiten bei ARMIN eng zusammen und stellen so gemeinsam auf dem geschützten Server eine möglichst vollständige Liste der aktuellen Medikation zusammen. Der Hausarzt kann diesen dann überarbeiten und aktualisieren. Anschließend kann der Apotheker wieder darauf zugreifen und den Wirkstoffen die entsprechenden Medikamente zuordnen. Den endgültigen Plan erhält der Patient dann zusammen mit den Medikamenten in der Apotheke.

Derzeit sind rund 1 500 Ärzte und Apotheker in Sachsen und Thüringen an dem bis 2018 angelegten Projekt beteiligt. Die Vertragspartner hoffen, über zu erwartende erfolgreiche Ergebnisse eine weitere Beteiligung zu erreichen. Ab 2017 können auch andere Kassen bundesweit dem Projekt beitreten.

Lieferengpässe bei Arzneimitteln

Lieferengpässe gehören fast zum Alltag einer jeden Apotheke. Vor allem sind Schilddrüsenpräparate und Impfstoffe betroffen. Apotheker setzen sich dafür ein, dass aus den Lieferengpässen in den Apotheken keine Versorgungslücken bei den Patienten entstehen. Die Neue Apotheken Illustrierte hat bei Fritz Becker, dem Vorsitzenden des Deutschen Apothekerverbandes (DAV), nachgefragt. Seine Antworten sind zu lesen in der aktuellen Ausgabe vom 15. Oktober 2016.

Becker macht für die Lieferengpässe vor allem die Globalisierung, aber auch die Regulierung und Struktur des heimischen Arzneimittelmarktes verantwortlich. »Wenn ein wichtiger Wirkstoffproduzent aus Fernost wegen Qualitätsproblemen nicht liefern kann, können mehrere Pharmahersteller in Europa davon betroffen sein. Und wenn hierzulande nur noch wenige große Unternehmen die Bevölkerung mit Impfstoffen versorgen, kann eine kurzfristig erhöhte Nachfrage zu akuten Engpässen führen.«

Die Apothekerschaft fordert, dass Pharmahersteller absehbare Lieferengpässe nicht nur freiwillig melden, sondern dazu verpflichtet werden sollten. Becker: »Bei mehr Transparenz könnten sich die Apotheker frühzeitig darauf einstellen.«

Die Apotheker arbeiten jedoch auch jetzt schon daran, dass keine Versorgungsengpässe entstehen. »Grundsätzlich haben die Rabattverträge Vorrang. Doch falls das Rabattarzneimittel nicht lieferbar ist, darf die Apotheke ein anderes Produkt abgeben. Allerdings nur mit hohem Dokumentationsaufwand. Deshalb fordern die Apotheker die Kassen seit Langem dazu auf, Rabattverträge mit mindestens drei Herstellern abzuschließen, um die Versorgung reibungslos sicherzustellen.« Bislang hätten das jedoch nur einige Kassen verstanden.

1.10.2016, Apotheke in Zahlen

Etwa 20 250 Apotheken versorgen Deutschlands Bevölkerung. Und zwar rund um die Uhr, auch nachts, sowie an Sonn- und Feiertagen. Die aktuelle Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 1. Oktober 2016 versorgt den Leser mit Zahlen, Daten und Fakten rund um die Apotheke. Schon gewusst?

  • Eine Milliarde Menschen kommen pro Jahr in deutsche Apotheken
  • 3,6 Millionen Patienten werden täglich in deutschen Apotheken mit Medikamenten versorgt.
  • 65 Prozent der Deutschen lassen sich bei kleineren gesundheitlichen Beschwerden zuerst in der Apotheke beraten.
  • Im Durchschnitt liegt die nächst gelegene Apotheke etwa 4 Kilometer entfernt.
  • Das Personal aus Deutschlands Apotheken übernimmt täglich rund 250 000 Botengänge.
  • Deutschlandweit versorgen die Apotheken pro Nacht- und Notdienst mehr als 20 000 Patienten.
  • 13,9 Millionen Rezepturen, also individuell zubereitete Arzneimittel, wurden 2014 in Deutschlands Apotheken angefertigt.
  • Mehr als 150 000 Menschen arbeiten in öffentlichen Apotheken. Die öffentlichen Apotheken sind also ein bedeutender Arbeitgeber; und ortsnah sowie familienfreundlich obendrein.

Wirkung hängt auch von der Erwartung ab

Von nichts kommt nichts. Von wegen. Auch Medikamente ohne einen Arzneistoff, sogenannte Placebos, können eine Wirkung entfalten. Denn es kommt bei Medikamenten nicht nur auf den Arzneistoff an, sondern auch auf das, was der Patient erwartet. Über diese Zusammenhänge informierten sich Apotheker auf einem internationalen Fortbildungskongress in Meran. Die Neue Apotheken Illustrierte berichtet über dieses Thema in ihrer aktuellen Ausgabe vom 15. September 2016.

Eine positive Erwartungshaltung trägt zur Wirkung eines Medikamentes bei. »Der Effekt ist positiv und sollte vermehrt eingesetzt werden«, informierte Professor Dr. Christian Büchel, Neurowissenschaftler vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Vor allem die Schmerztherapie, aber auch die Behandlung von Juckreiz und Parkinson könne von den Placeboeffekten profitieren.

Dass Placebos wirken, beweist etwa eine große US-amerikanische Analyse einer Reihe von Studien zur Behandlung von Rückenschmerzen. Opioide, besonders starke Schmerzmittel, linderten die Beschwerden um durchschnittlich 26 Prozent. Rund 20 Prozent betrug der Wert für Placebos. »Placebos fördern die Ausschüttung von Endorphinen«, erklärte Büchel. Diese körpereigenen Botenstoffe wirken ähnlich wie schmerzlindernde Opioide.

Wissenschaftler wie Büchel machen sich darüber hinaus Gedanken, wie sich die Placebowirkung noch weiter verstärken lässt. So erhielt in einer Versuchsanordnung eine Patientengruppe ein Scheinmedikament, über das die Ärzte berichten, dass es finanziell sehr günstig sei. Die andere Gruppe bedachten die Mediziner mit einem vermeintlichen Luxusmittel. Das scheinbar teurere Mittel funktionierte besser und minderte den Schmerz um mehr als das Doppelte, berichtete Büchel. Auch das Wissen um eine Therapie beeinflusse den Erfolg einer Therapie. Infusionen seien grundsätzlich effektiver als Tabletten.

Aber: Eine Behandlung mit Placebos sei kein Freibrief für teure Quacksalberei, warnte Büchel. »Die Wirkung basiert auf dem Vertrauen zwischen Therapeut und Patienten«, ist sich der Experte sicher.

Arzneisicherheit im Altenheim lückenhaft

Die Versorgung von Senioren in Altenheimen mit Arzneimitteln könnte besser sein. Immer wieder treten Fehler bei der Medikation auf. Apotheker können die Arzneimitteltherapie sicherer machen, informiert die Neue Apotheken Illustrierte in der aktuellen Ausgabe vom 1. September 2016.

Studien von Professor Dr. Ulrich Jaehde vom Pharmazeutischen Institut in Bonn zufolge gibt es bei rund 10 Prozent der Medikation in Altersheimen Fehler. Über die Jahre hinweg sei die Fehlerquote allerdings besser geworden, sagte Jaehde bei einem Fortbildungskongress für Apotheker.

Der sich im Alter verändernde Stoffwechsel werde bei der Verordnung von Arzneimitteln immer noch zu wenig berücksichtigt, informierte Jaehde. Da besonders die Niere an Leistung verliere, häuften sich im Körper Arzneistoffe an, das führe praktisch zur Überdosierung. Daneben komme es häufig zu Fehlern bei der zeitlichen Verabreichung von Arzneimitteln. Mit einem geregelten Programm zur Arzneimitteltherapie­sicherheit (AMTS) könnten nach den Untersuchungen Jaehdes 60 Prozent der unerwünschten Begleiterscheinungen vermieden werden.

In einem Pilotprojekt in Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern wurde die Wirksamkeit einer solchen Intervention gezeigt. Dabei hat ein Team aus Apothekern und Pflegekräften die Medikation älterer Personen in Heimen nach festgelegten Kriterien analysiert, Nebenwirkungen daraus erkannt und den behandelnden Ärzten Änderungsvorschläge gemacht. In einer Art Ampelsystem wurden bestimmte Substanzen wie Beruhigungsmittel auf »rot« gesetzt und möglichst vermieden, andere unter besondere Beobachtung gestellt. Grundsätzlich, so Jaehde, muss diese Arbeit im multiprofessionellen Team erfolgen. Ärzte, Apotheker und Pflegepersonal sollten also an einem Strang ziehen.

Mehr Schutz vor gefälschten Arzneimitteln

Um das Eindringen gefälschter Arzneimittel in die legale Vertriebskette zu verhindern, verabschiedete das europäische Parlament 2011 eine entsprechende Fälschungsrichtlinie. Damit wird für die Mitgliedsländer der EU ein einheitlicher Fälschungsschutz für verschreibungspflichtige Arzneimittel vorgeschrieben. Um die technischen und organisatorischen Anforderungen zu entwickeln und um der Politik ein funktionsfähiges Modell zu bieten, gründeten Apotheker, Arzneimittelhersteller und Großhändler das gemeinsame Sicherungsprojekt securPharm. Zu lesen in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 15. August 2016.

Ab 2019 muss jedes rezeptpflichtige Arzneimittel vor seiner Abgabe an den Patienten als »echt« identifiziert werden. Die Echtheitsprüfung geschieht durch das Aufbringen von Sicherheitsmerkmalen auf jeder einzelnen Packung. Jede Arzneimittelpackung besitzt damit quasi ein individuelles »Nummernschild«, ähnlich einem Auto. Bei der Abgabe überprüft die Apotheke mithilfe einer Datenbank, ob der Hersteller diese Seriennummer überhaupt vergibt und ob eine andere Apotheke womöglich bereits eine Packung mit derselben Seriennummer abgegeben hat. Bei Unstimmigkeiten erhält der Patient eine andere Packung des gleichen Medikaments. Der Apotheker behält dann die beanstandete Packung ein, und das in Verdacht geratene Produkt wird untersucht. securPharm testet seit 2013 mit einigen hundert Apotheken, Pharmafirmen und Großhändlern das neue System.

»Einen hundertprozentigen Schutz kann kein Verbraucherschutzsystem dieser Welt bieten«, heißt es von Seiten securPharms. »Was aber erreicht werden kann, ist die langfristige Sicherung der legalen Lieferkette – vom Hersteller über den Großhandel bis zur Apotheke – gegen potenzielle Bedrohungen.« Aus diesem Grund unternehmen alle Marktbeteiligten große Anstrengungen, den bereits hohen Schutz weiter auszubauen. Dabei leistet securPharm einen wichtigen Anteil. Der Patient kann ebenfalls dazu beitragen, indem er keine Arzneimittel aus dubiosen Quellen erwirbt.


Was bei der Schmerzmittel-Einnahme zu beachten ist

Medikamente gegen Kopf-, Glieder- oder Zahnschmerzen gehören zu den am häufigsten eingenommenen Arzneimitteln. Doch wann sind diese Arzneimittel, die Apotheker Analgetika nennen, überhaupt angebracht und was ist bei der Einnahme zu beachten? Das erklärt Apotheker Ulrich Koczian aus Augsburg in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 1. August 2016. Die Behandlung von Schmerz richtet sich nach seiner Ursache. »Bei leichten Problemen mit klarer Ursache ist die Einnahme eines Schmerzmittels in der Regel vertretbar«, erklärt Koczian. »Aber manchmal helfen auch ein Spaziergang um den Block, eine Pause oder Entspannungstraining«, weiß der Fachmann.
Koczian nennt zwei wichtige Regeln für die Schmerzmitteleinnahme: Schmerz­mittel sollten nicht länger als drei Tage hintereinander und nicht mehr als zehn Tage im Monat angewendet werden. Wer häufiger Analgetika zur Behandlung von Kopfschmerz anwendet, riskiert, dadurch erst recht Kopf­schmerzen zu bekommen, erklärt der Arzneimittelexperte.
Schmerzmittel sind wie andere Arzneimittel auch »keine Bonbons und keine harmlosen Problemlöser«. Deshalb beraten Apotheker bei der Abgabe zu Verträglichkeitsproblemen. Präparate mit Ibuprofen, Diclofenac oder Acetylsalicylsäure können etwa die Magenschleimhaut schädigen. Paracetamol enthaltende Präparate können bei Übergebrauch die Leber schädigen. Auch pflanzliche Arzneimittel können Nebenwirkungen haben.
Bestehen die Schmerzen längere Zeit oder sind sie recht stark, empfiehlt der Apotheker den Arztbesuch. »Dies gilt auch, wenn Kopfschmerzen zum Beispiel nach einem Sturz oder Unfall auftreten oder Symptome wie Übelkeit oder Sehstörungen hinzukommen. Kinder, schwangere oder stillende Frauen sollten übrigens niemals auf eigene Faust Schmerzmittel einnehmen.«

15.7.2016, So nehmen Kinder ihre Arznei leichter

Das Kind weigert sich, seine Medikamente zu nehmen, oder erbricht sie nach einer bestimmten Zeit der Einnahme. Was können Eltern dann tun? Apotheker wissen Rat, so etwa Apotheker Dr. Hans-Peter Hubmann, Vorsitzender des Bayerischen Apothekerverbandes. Zu lesen in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 15. Juli 2016.
Wenn Kinder den verabreichten Arzneisaft gleich wieder ausspucken oder den Mund gar nicht erst aufmachen, rät Hubmann, den Hustensaft am besten mit einer Pipette oder Spritze ohne Nadel zu verabreichen. »Wenn man den Saft hinter die Backenzähne träufelt, wird der Schluckreflex ausgelöst. Der Saft kommt dann auch nicht mit den Geschmacksnerven auf der Zunge in Berührung.«
Manchmal hilft es schon, die Arznei wegen eines besseren Geschmacks mit Fruchtsaft, Tee oder Muttermilch zu mischen. Allerdings warnt Hubmann: »Nicht alle Tropfen oder Säfte dürfen verdünnt werden, und nicht alle Medikamenten vertragen sich mit allen Lebensmitteln.« Für Babys gibt es in der Apotheke verstellbare Medikamentenschnuller. Und Zäpfchen lassen sich leichter einführen, wenn sie vorher mit warmem Wasser leicht angefeuchtet wurden.
Wenn das Kind die Arznei erbricht, besteht die Möglichkeit, dass das Medikament gar nicht zur Wirkung kommen kann. Hubmann: »Erbricht sich ein Kind kurz nach der Medikamentengabe oder hat es nach dem Zäpfchen Durchfall, können die Arzneien noch einmal gegeben werden. Sind seit der Einnahme zwischen 30 und 60 Minuten vergangen, sind vor allem Säfte und Lösungen vom Körper bereits aufgenommen worden. Bei Tabletten dauert es länger, bis der Wirkstoff aufgenommen worden ist. Im Zweifel raten wir Apotheker immer, beim Kinderarzt nachzufragen. Treten Durchfall oder Erbrechen erst später auf, sollte auf jeden Fall der Kinderarzt informiert werden. Er wird dann über eine Wiederholung der Arzneigabe entscheiden.«

15.6.2016, Bessere Versorgung mit Hilfsmitteln

Ein Onlineportal für Apotheker des Deutschen Apothekerverbandes (DAV) sorgt für mehr Transparenz bei sämtlichen Hilfsmitteln wie Inkontinenzprodukten, Inhalationsgeräten & Co. In wie weit das dem Patienten in der Apotheke nutzt, erklärt Dr. Rainer Bienfait, stellvertretender Vorsitzender des DAV, in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 15. Juni 2016.

Das Online-Vertragsportal, kurz OVP genannt, ist eine Datenbank, die durch die Zusammenarbeit von DAV, Landesapothekerverbänden und apothekereigenem ABDATA Pharma-Daten-Service entwickelt wurde. Das Online-Portal erlaubt es jeder teilnehmenden Apotheke, direkt abzugleichen, welche Inkontinenzprodukte oder Inhalationsgeräte die Krankenkasse des Versicherten zulässt. Zugleich kann die Apotheke prüfen, ob sie selbst die formalen Voraussetzungen für die Abgabe bestimmter Hilfsmittel an den jeweiligen Patienten erfüllt. Derzeit nutzen mehr als die Hälfte der 20 000 Apotheken in Deutschland dieses Online-Vertragsportal.

Bienfait: »Das Portal schafft mehr Transparenz für Apotheker im extrem komplexen Hilfsmittelmarkt. Das nutzt auch dem Patienten. Mit dem OPV kann ein Apotheker sofort erkennen, ob und wie er einen Patienten versorgen kann oder welche Schritte er dazu noch tun muss.«

Der Deutsche Apothekertag 2015 hatte dazu aufgefordert, die Versorgung mit Hilfsmitteln wohnortnah und unbürokratisch im Sinne des Patientenwohls zu gewährleisten. Laut Bienfait bekräftigen die Apotheker nun mit dem OVP ihre Absicht, trotz Hindernissen auch künftig Patienten weiter mit Hilfsmitteln zu versorgen.

1.6.2016 - Cannabis in der Medizin

Die Politik plant ein Gesetz, das es Ärzten ermöglicht, Cannabis-haltige Arzneimittel zu verordnen. In welchen Fällen dies möglich sein wird und warum Apotheken einbezogen werden sollten, erläutert Dr. Christiane Eckert-Lill, Geschäftsführerin Pharmazie der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 1. Juni 2016.

»Geplant ist, dass Cannabis als Arzneimittel nur bei schwerwiegenden chronischen Krankheiten verordnet werden darf. Außerdem, wenn andere anerkannte Behandlungen nicht helfen«, erklärt die Apothekerin. »Cannabis ist wegen seines Missbrauchspotenzials ein Betäubungsmittel, das Ärzte bislang nur in seltenen Ausnahmen verordnen durften. Daher liegen nur verhältnismäßig wenige gesicherte Erfahrungen vor und die Verschreibung wird an strenge Auflagen geknüpft werden«, ist sich Eckert-Lill sicher. Denn es gelte zu beachten, dass Cannabis wie jedes Arzneimittel nicht nur positive Wirkungen, sondern auch unerwünschte hat, vor allem bei missbräuchlicher Anwendung.

Wie soll Cannabis verabreicht werden können also welche Darreichungsform soll es für Cannabis geben? Eckert-Lill: »Zuallererst muss Cannabis als Arzneimittel eine definierte, gute und gleichbleibende Qualität haben. Deshalb ist vorgesehen, dass Cannabis zur medizinischen Anwendung nur in der Apotheke abgegeben werden darf. Die Apotheker arbeiten derzeit sehr intensiv mit, Standards für die pharmazeutische Qualität und für die Darreichungsformen zu entwickeln.«

Letztendlich müsse der Arzt entscheiden, welche Darreichungsform geeignet ist. Derzeit gibt es zwei Möglichkeiten, Cannabis zu applizieren: die Inhalation mit einem speziellen Gerät oder die Einnahme als ölige Zubereitung. »Und selbstverständlich werden wir die Patienten über Cannabis und seine richtige Anwendung beraten«, bekräftigt Eckert-Lill.

So bleibt kein Auge trocken

Brennende, juckende Augen? Sandkorngefühl? Die Augen fühlen sich wund an, als wenn sie trocken laufen würden? Das könnte das Sicca-Syndrom sein, besser bekannt unter der Bezeichnung »Trockenes Auge« oder neudeutsch auch »Gamer Eye« oder »Office Eye Syndrome« genannt. Die Neue Apotheken Illustrierte hat Professor Dr. Gerd Geerling, Leiter der Universitäts-Augenklinik in Düsseldorf gefragt, wie die Beschwerden am besten zu behandeln sind. Zu lesen in der aktuellen Ausgabe vom 15. Mai 2016.

Menschen mit Sicca-Syndrom (lat. Sicca = trocken) haben entweder zu wenig Tränenflüssigkeit, oder der aus mehreren Komponenten bestehende Tränenfilm ist fehlerhaft zusammengesetzt. Dann kann sich der Tränenfilm nicht mehr gleichmäßig auf dem Auge verteilen und er reißt auf. Die Folge: Die Hornhaut trocknet aus.

Die Zahl der Betroffenen hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen. »Über solche Symptome klagt jeder fünfte Patient, der in Deutschland einen Augenarzt aufsucht«, weiß Geerling. Fachleute machen dafür in erster Linie die zunehmende Luftverschmutzung, Zigarettenrauch und Klimaanlagen verantwortlich. Rauch und Staub beißen den Tränenfilm auf. Warme Luft aus dem Heizgebläse im Auto lässt den Tränenfilm rasch verdunsten. Und beim konzentrierten Blick in den Computer oder das Smartphone vergisst man mitunter zu blinzeln. Auch manche Medikamente wie die Antibabypille oder spezielle Psychopharmaka beeinflussen die Tränenproduktion. Und obendrein nimmt im Alter die Tränenproduktion ab.

Weil es meist nicht möglich ist, die eigentlichen Ursachen der Benetzungsstörung auszuschalten, kann man sich mit sogenannten künstlichen Tränen aus der Apotheke behelfen, rät Geerling. Obwohl diese ohne Rezept erhältlich sind, sollte man die Beschwerden zunächst vom Augenarzt abklären lassen. Tränenersatzmittel enthalten Substanzen, die mit der Tränenflüssigkeit verwandt sind und die das Auge mit einem Film überziehen. Sie sind meist dickflüssiger als die natürliche Tränenflüssigkeit und können von körpereigenen Enzymen nicht so schnell abgebaut werden. Lösungen mit Cellulose-Verbindungen oder Polymeren sorgen für einen guten Durchblick. Ebenso wie Präparate, denen Dexpanthenol oder Hyaluronsäure zugesetzt sind. Augensprays, die Phospholipid-Liposomen enthalten, sorgen dafür, dass der natürliche Tränenfilm länger erhalten bleibt.

Künstliche Tränen sind derart konzipiert, dass sie ohne Bedenken zum Dauergebrauch geeignet sind. Es darf mehrmals am Tag getropft werden, wenn erforderlich sogar halbstündlich. Welche Kunsttränen in Frage kommen, weiß der Apotheker. So empfiehlt sich beispielsweise ein Präparat ohne Konservierungsmittel, wenn es mehr als viermal am Tag eingetropft werden muss. Praktische Einzeldosis-Präparate zur einmaligen Anwendung enthalten kein Konservierungsmittel.

Gemeinsam von Arzt und Apotheker betreut

Eine Arzneimitteleinnahme ist nicht selten mit Unsicherheiten verbunden. Aber nicht mehr lange. Ab Oktober dieses Jahres werden viele Menschen das Recht auf detaillierte schriftliche Informationen haben, und zwar in Form einer Liste, auf der zum einen alle verwendeten Medikamente aufgeführt sind, und zum anderen warum, wie und wann sie eingenommen werden sollen. Das kommt einer gründlich erneuerten Betreuung von Arzt und Apotheker gleich.

Die Neue Apotheken Illustrierte hat sich mit Professor Dr. Klaus Weckbecker und Dr. Andreas Kiefer, Direktor des Institutes für Hausarztmedizin der eine und Präsident der Bundesapothekerkammer der andere, unterhalten und sie zu ihrer Einschätzung zum vorgesehenen Medikationscheck befragt. Worin liegen die Vorteile für die Patienten in der verbesserten Zusammenarbeit zwischen den Heilberuflern? Welche Kompetenzen hat der Arzt, welche der Apotheker? Ist die Medikationsanalyse für jeden Patienten vorgesehen? Das ganze Interview mit den Experten lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 1. Mai 2016.

15.4.2016, PTA: ein Beruf mit Zukunft

Wer sich für den Beruf des oder der PTA, pharmazeutisch-technische(r) Assistent(in) entscheidet, kann sich über hervorragende Berufsaussichten freuen. Meist ergreifen Frauen den Beruf, deshalb hier im Folgenden die weibliche Form in der Beschreibung. In der öffentlichen Apotheke spielt sie eine tragende Rolle. Zudem sorgen flexible Arbeitszeiten und familienfreundliche Teilzeitmodelle dafür, dass sich Beruf und Familie gut verbinden lassen. Die Neue Apotheken Illustrierte stellt in ihrer aktuellen Ausgabe vom 15. April 2016 den besonders für Frauen attraktiven Beruf der PTA vor.

Neben dem Apotheker oder der Apothekerin ist die PTA in der öffentlichen Apotheke die häufigste Kraft in der Kundenberatung. Der Gesetzgeber behält die Beratung und die Abgabe von Arzneimitteln ausschließlich dem pharmazeutischen Personal vor. Einfühlungsvermögen und Geduld gehören neben fundierten Fachkenntnissen zu den Grundvoraussetzungen, damit eine optimale Beratung gelingt.

Doch die PTA ist nicht nur im Verkaufsraum der Apotheke zu finden. Im apothekeneigenen Labor prüft sie die Qualität der bestellten Ausgangsstoffe, aus denen sie später unter der Ägide des Apothekers in der Rezeptur Salben, Cremes, Augentropfen, Teemischungen oder Zäpfchen herstellt. In einem weiteren separaten Raum der Apotheke misst die PTA Kompressionsstrümpfe und Bandagen an und überprüft Medikationslisten.

In der sogenannten Beratungsecke misst die PTA den Blutdruck oder bestimmt auf Wunsch Cholesterin- und Blutzuckerwerte. Dort leitet sie den Kunden in der Handhabung von Inhalationsgeräten, Insulinpens und anderen Hilfsmitteln an. Bei der Umsetzung und Gestaltung von themenbezogenen Apothekenaktionen wie Diabetes-Tagen kann die PTA ihre kreativen Fähigkeiten einbringen.

Voraussetzung für die Ausbildung zur PTA ist der Realschulabschluss. Zuerst besucht man zwei Jahre lang eine Fachschule. Neben den theoretischen Fächern wie der Arzneimittelkunde, der Botanik und Arzneipflanzenkunde, der Chemie und der Ernährungskunde findet auch praktischer Unterricht statt. Im Galeniklabor werden Rezepturen nach anerkannten pharmazeutischen Regeln angefertigt, im Chemielabor steht die Prüfung der Arzneimittel im Vordergrund und im Botaniklabor werden Teemischungen analysiert. Nach der Fachschule schließt sich ein halbjähriges Apothekenpraktikum und dann die Abschlussprüfung an.

Apotheke im Check gegen Drogerie

Oberflächlich betrachtet weist das Angebot von Apotheken und Drogeriemärkten manche Gemeinsamkeit auf. Hier wie dort stehen Präparate für die Gesundheit im Regal. Und doch gibt es deutliche Differenzen. Die Neue Apotheken Illustrierte macht in ihrer aktuellen Ausgabe vom 1. April 2016 eine kurze Bestandsaufnahme und erklärt die wichtigsten Unterschiede.

Wenn man mal von Putzmitteln, Fotoservice, DVDs, Kaffee und Ähnlichem mehr absieht, findet man im Drogeriemarkt ein großes Sortiment an Pflege- und Hygieneprodukten, Nahrungsergänzungsmitteln, Heilpflanzentees und auch Arzneimittel. Präparaten also, die es in ähnlicher Form auch in der Apotheke gibt.

Der Unterschied zu apothekenpflichtigen Waren, also Zubereitungen, die nur in der Apotheke angeboten werden dürfen, besteht darin, dass Arzneimittel in der Drogerie von Gesetz wegen unterdosiert sein müssen, so dass sie keine ausreichende pharmakologische Wirkung im Körper entfalten können. Auch Nahrungsergänzungsmittel mit Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und Co. enthalten weniger der Vitalstoffe als Präparate aus der Apotheke.

Die Apotheken haben auch in einem anderen Punkt die Nase vorn: dem Personal. Denn gleich, ob es um freiverkäufliche Waren, apotheken- oder gar verschreibungspflichtige Medikamente geht: In der Apotheke beraten den Patienten gut ausgebildete Mitarbeiter wie Apotheker oder pharmazeutisch-technische Assistenten. Um im Drogeriemarkt zu arbeiten, ist dagegen keine Ausbildung in einem Gesundheitsberuf vonnöten.

Vorsicht bei Medikamenten im Straßenverkehr

Wenn es um die Selbsteinschätzung der eigenen Fahrtüchtigkeit geht, liegen die meisten Personen falsch. Und das umso mehr, wenn sie Arzneimittel eingenommen haben, die die Fahrtauglichkeit beeinträchtigen. Der Rat vom Apotheker kann helfen, sich der Risiken bewusst zu werden. Darüber berichtet die Neue Apotheken Illustrierte in ihrer aktuellen Ausgabe vom 15. März 2016.

"Autofahrer schätzen sich mitunter als fahrtüchtig ein, obwohl sie es nicht sind", sagt Dr. Tanya Smyth von der Queensland University of Technology. Dies liege unter anderem daran, dass nicht alle Menschen identisch auf ein Medikament reagieren, so die Gesundheitswissenschaftlerin. Aus Studien gehe hervor, dass viele Menschen nicht genau einschätzen können, wie sehr sie durch ein Medikament beeinträchtigt werden, und ein übertriebenes Selbstvertrauen an den Tag legen. Viele Fahrer seien zudem der Meinung, die beeinträchtigende Wirkung trete erst dann auf, wenn ein Präparat besonders häufig oder im Übermaß eingenommen wird.

Das Benutzen eines Fahrzeugs unter dem Einfluss von Medikamenten könnte ähnlich gefährlich sein wie unter dem Einfluss von Drogen, warnt Smyth. Es gebe Medikamente, die eine Vielzahl von Beeinträchtigungen verursachen, wie Müdigkeit, eine verlängerte Reaktionszeit, ein Nachlassen der Konzentrationsfähigkeit, Zittern oder eine schlechtere Koordination.

Warnhinweise auf den Verpackungen allein reichen jedoch meist nicht aus, Menschen davon abzuhalten, sich ans Steuer zu setzten. Hier spielt das persönliche Gespräch mit dem Apotheker eine wichtige Rolle. Dieser kann auf die Gefahren hinweisen und zum Beispiel auch darüber informierten, ob sich die Wirkung eines Arzneimittels in Kombination mit Alkohol oder anderen Medikamenten noch verstärkt.

Medikationsplan und Gesundheitskarte

Gemäß dem E-Health-Gesetz haben Patienten demnächst Anspruch auf einen Medikationsplan. Allerdings werden bei der Erstellung dieser Liste die betreuenden Apotheker wenig berücksichtigt. Zudem soll der Plan zunächst nicht auf der elektronischen Gesundheitskarte gespeichert sein. Über den aktuellen Stand der Dinge klärt Sören Friedrich, Abteilungsleiter IT/Telematik bei der ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e.V., in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 1. März 2016 auf.

Der Medikationsplan ist eine Liste, auf die alle gesetzlich versicherten Patienten einen Anspruch haben, die mindestens drei Arzneimittel dauerhaft einnehmen. Der betreuende Arzt erstellt diese Liste und gibt sie dem Patienten mit. Leider habe sich die Politik dazu entschieden, dass Apotheker einen solchen Medikationsplan auf Wunsch des Patienten nur aktualisieren, aber nicht ausstellen dürfen, informiert Friedrich. Das sei bedauerlich, denn viele Patienten haben eine Stammapotheke, in der das Personal auch die selbst gekauften Medikamente kennt. Deren Kenntnis sei wichtig, um Wechselwirkungen zu prüfen und um Komplikationen zu vermeiden.

Ab Oktober 2016 sollen Patienten die Medikationsliste zunächst in Papierform erhalten, ab Januar 2018 dann in digitaler Form als Bestandteil der Anwendungen auf der elektronischen Gesundheitskarte, stellt Friedrich den Zeitplan vor. "Der große Vorteil des Digitalen liegt auf der Hand: Die Arzneimittelinformationen von Haus-, Fach- und Klinikärzten sowie Apotheken liegen immer aktuell vor. Unnötige oder gefährliche Doppelverordnungen und Wechselwirkungen können besser und schneller erkannt und abgestellt werden", so der Experte. Aufgrund des hohen Datenschutzniveaus der Gesundheitskarte bleibe, so Friedrich, der Patient Herr seiner Daten.

Naturmedizin auch für Männer

Naturmedizin, Heilpflanzen und ätherische Öle: Das klingt nach Kerzenschein und Kräutertee. Was soll ein Mann damit anfangen! Friedemann Schmidt, Präsident der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e.V., belehrt die Vertreter des männlichen Geschlechts in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 15. Februar 2016 eines Besseren.

Es sind in der Regel die Frauen, die sich in der Apotheke nach pflanzlichen Arzneimitteln gegen diverse Befindlichkeitsstörungen erkundigen, weiß Apotheker Schmidt aus eigener Erfahrung. „Wir Männer sind meist etwas ungeduldig und wollen Mittel mit schneller und kraftvoller Wirkung. Passiert nicht gleich etwas, sind wir unzufrieden und suchen eine Alternative.“ Schmidt ist sich sicher, dass die Skepsis gegenüber pflanzlichen Heilmitteln auch eine Frage der Generation ist. Jüngere Männer seien der Pflanzenkunde gegenüber heute aufgeschlossener als Männer der älteren Generation.

Doch Schmidt appelliert an seine Geschlechtsgenossen: "Moderne pflanzliche Arzneimittel sind genauso wirksam und sicher wie chemisch definierte Substanzen. Zugelassene pflanzliche Mittel, auch Phytopharmaka genannt, sind gut untersucht. Wir wissen nicht nur, dass, sondern auch, wie sie wirken und welche Nebenwirkungen sie haben. Denn nur weil etwas aus der Natur stammt, ist es keineswegs frei von Risiken und unerwünschten Effekten."

Allerdings benötigen Phytopharmaka oft ein wenig Zeit, weiß Schmidt. Die meisten pflanzlichen Zubereitungen müssen zwei bis drei Wochen eingenommen werden, bis eine Wirkung eintritt. Deshalb ist eine konsequente und regelmäßige Einnahme wünschenswert.

Antibiotika richtig anwenden

Die richtige Anwendung von Antibiotika trägt wesentlich dazu bei, dass die antimikrobiell wirksamen Arzneistoffe ihre Wirkung noch lange behalten. Denn weltweit nehmen die Resistenzen zum Teil dramatisch zu, und Antibiotika gleich welcher Gruppe verlieren an Schlagkraft gegen Bakterien. Was jeder Patient selbst dagegen tun kann, darüber informiert Apothekerin Hiltrud von der Gathen in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 1. Februar 2016.

1. Der Einsatz von Antibiotika ist zu begrenzen. Infektionsauslöser müssen so weit wie möglich analysiert werden. Denn bei durch Viren oder Pilze hervorgerufenen Beschwerden sind Antibiotika machtlos. Typische Wehwehchen der kalten Jahreszeit wie Husten, Schnupfen und Halskratzen werden zum Beispiel durch Viren ausgelöst, so dass Antibiotika hier in der Regel nicht eingesetzt werden dürfen, weil sie gar nicht wirksam sein können.

2. Je nach Körpergewicht braucht der Organismus unterschiedlich dosierte Arzneigaben, sowie ein starker Motor mehr Benzin als ein schwacher verlangt. Es gibt Antibiotika zur einmaligen Tagesanwendung. Die meisten werden zweimal täglich, also alle zwölf Stunden oder dreimal täglich, also alle acht Stunden genommen. Die gleichmäßige Einnahme innerhalb von 24 Stunden gewährleistet, dass immer eine konstante Menge Arznei gegen die Bakterien im Blut kreist. So haben die Bakterien keine Chance, sich etwa nachts vom Antibiotika-Angriff zu erholen.

3. Das Antibiotikum sollte über die vom Arzt vorgegebene Zeit hinweg eingenommen werden, auch wenn die Beschwerden in der Zwischenzeit abgeklungen sind. Sonst droht ein schneller Rückfall, der eine erneute Therapie nach sich ziehen könnte.

4. Sämtliche Einnahmehinweise sind für das jeweilige verordnete Antibiotikum penibel einzuhalten. Wann sollte es eingenommen werden? Vor, nach oder zum Essen? Manche Antibiotika vertragen sich nicht mit bestimmten Getränken, so sollten Tetracycline nicht mit Milch eingenommen werden, da sie Komplexe bilden und so das Antibiotikum unwirksam wird.

Ein Blick ins Apothekenlabor

Jede Apotheke muss ein eigenes Apothekenlabor besitzen. Das schreibt der Gesetzgeber in der Apothekenbetriebsordnung vor. Die Neue Apotheken Illustrierte erklärt in ihrer aktuellen Ausgabe vom 15. Januar 2016, welche Arbeiten der Apotheker im Labor verrichtet und warum.

Apotheker sind verpflichtet, zum Beispiel Ausgangsstoffe für selbst herzustellende Arzneimittel zu überprüfen. Auch Fertigarzneimittel sind stickpunktartig einer Prüfung zu unterziehen. "Die Arzneimittelsicherheit hat in Deutschland einen sehr hohen Stellenwert. Vor der Abgabe des Medikaments an den Kunden obliegt daher dem Apotheker die letzte Kontrolle", erklärt Dr. Andreas Kiefer, Präsident der Bundesapothekerkammer. Jede Apotheke nimmt sich täglich ein Arzneimittel vor, das zu überprüfen ist. Auf diese Weise kommen jährlich acht Millionen Arzneimittel zusammen, die Deutschlands Apotheker insgesamt testen.

Das Labor ist vor allem aber auch da, um sogenannte Rezepturen herstellen zu können. Denn nicht alle Arzneimittel, die ein Patient benötigt, sind im Handel erhältlich. Besonders Kinder brauchen mitunter spezielle, geringere Dosierungen. Dies kann im Apothekenlabor eigens angefertigt werden, egal ob Augentropfen, Cremes, Kapseln oder Tabletten. Damit keine Verwechslungen vorkommen und nur hochwertige Ausgangsstoffe bei der Herstellung verwandt werden, ist es Pflicht des Apothekers, alles wirksamen Substanzen und Hilfsstoffe erst zu prüfen, bevor er sie zu Arzneimitteln komponiert.

Die Prüfvorschriften findet der Apotheker im Deutschen Arzneibuch, im Homöopathischen Arzneibuch und im Europäischen Arzneibuch. Mit Nachträgen und Kommentaren nehmen diese Werke mehr als einen Meter Raum ein und werden ständig aktualisiert. Weitere Standardwerke wie das Neue Rezeptur Formularium oder der Deutsche Arzneimittelcodex helfen dem Apotheker bei der Arzneimittel-Herstellung.

Apotheker fordern klare Regeln für Cannabis

Die gesellschaftspolitische Diskussion zur Legalisierung der Genussdroge Cannabis darf mit der Diskussion, Cannabis medizinisch zu verwenden, nicht vermischt werden. Argumente zur medizinischen Verwendung würden von einigen Politikern missbraucht, um eine Legalisierung als Genussmittel voranzutreiben, hieß es auf dem Deutschen Apothekertag. Um beides voneinander zu trennen, forderten die Apotheker klare Regeln. Zu lesen in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 15. Dezember 2015.

Auf folgende drei Voraussetzungen legt die Apothekerschaft wert: Erstens muss Cannabis, das für medizinische Zwecke angewendet wird, die notwendige pharmazeutische Qualität besitzen. Zweitens darf ärztlich verordnetes Cannabis, wie andere verschreibungspflichtige Arzneimittel auch, nur in Apotheken abgegeben werden. Drittens muss ärztlich verordnetes Cannabis von gesetzlichen Krankenkassen erstattet werden.

"Die Qualitätsanforderungen müssen wissenschaftlich fundiert und nachvollziehbar sein. Eine gleichbleibende Qualität kann nur bei einem kontrollierten Anbau mit ständiger Überprüfung, nicht jedoch bei einem Eigenanbau durch die Patienten gewährleistet werden", erklärte Dr. Andreas Kiefer, Präsident der Bundesapothekerkammer. Das mache für den Einsatz von Cannabis eine zeitgemäße Arzneiform erforderlich. Da die wirksamkeitsbestimmenden Inhaltsstoffe der Pflanze bekannt sind, sollten Apotheker dafür eintreten, diese in Form von Fertig- oder Rezepturarzneimitteln einzusetzen.

Die Abgabe in der Apotheke sei unerlässlich, um die notwendige Beratung zur Anwendung sicherzustellen. Kiefer: "Die Krankenkassen müssen verordnetes Cannabis bezahlen. Es darf nicht von der wirtschaftlichen Situation der Patienten abhängen, ob sie Zugang zu einer ärztlich indizierten Therapie mit Cannabis haben oder nicht." Die zurzeit mögliche ärztliche Verordnung von Rezepturarzneimitteln mit Cannabis würde nicht von allen Krankenkassen erstattet.

Ohne Apotheker geht es nicht

Apotheker in ganz Deutschland bringen ihr Knowhow in Aufnahmelagern für Flüchtlinge ein. Was dabei der eingetragene Verein 'Apotheker ohne Grenzen' leistet, erklärt Dr. Carina Vetye-Maler, deutsch-argentinische Apothekerin, in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 1. Dezember 2015.

'Apotheker ohne Grenzen' ist normalerweise in die Arzneimittelversorgung in armen Ländern involviert. Dass die Organisation nun auch hierzulande aktiv wird, ist der aktuellen Situation geschuldet. "Wir haben eine völlig neue Situation in Deutschland mit Zehntausenden von Menschen ohne Gesundheitsversorgung, zusätzlich zu den Einheimischen wie Obdachlose. Es gibt sehr viele Flüchtlinge, sie können nicht überall schnell genug registriert werden. Manchmal dauert das Verfahren zwei Wochen. Doch erst mit der Registrierung fallen diese Menschen unter das Asylbewerberleistungsgesetz und haben dann Zugang zu einer Basisgesundheitsversorgung", erklärt Vetye-Maler. Die 'Apotheker ohne Grenzen' haben bereits Erfahrung, wie vorzugehen ist, wenn ein Mensch keine Krankenkasse hat. Derzeit sind mehr als zwanzig Kollegen vor Ort aktiv, die meisten in Berlin.

"Viele Menschen kommen aus Ländern, in denen das Gesundheitssystem seit Längerem nicht funktioniert. In den improvisierten Notunterkünften ist daher eine schnelle medizinische Untersuchung und zügige Behandlung sehr wichtig. Viele Flüchtlinge haben akute Probleme wie Atemwegs- und Hauterkrankungen wie Wunden an den Füßen. Es werden Medikamente benötigt und dort, wo Arzneimittel im Einsatz sind, sollte auch ein Apotheker sein. Ohne Apotheker geht es nicht", ist Vetye-Maler überzeugt.

Die Fachleute von 'Apotheker ohne Grenzen' arbeiten mit Gruppen von ehrenamtlich tätigen Medizinern und Krankenschwestern zusammen. Sie haben den pharmazeutischen Teil übernommen: also das Sortieren vorhandener Arzneimittel oder das Erstellen von Listen der wichtigsten Arzneimittel, damit sich die Verschreibungen auf wenige Wirkstoffe konzentrieren, die günstiger eingekauft werden können. "Und wir kümmern uns auch um die Finanzierung der benötigten Basismedikamente. Zudem sind Informationsblätter zu Kinderdosierungen wichtig, da ja Ärzte verschiedener Fachrichtungen mitarbeiten."

Das steckt hinter einem Arzneimittelrückruf

Manchmal werden Medikamente einfach vom Markt genommen. Warum das so ist und welche Folgen das für den Anwender hat, darüber informiert Professor Dr. Martin Schulz in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 15. November 2015.

Damit ein Arzneimittel in Deutschland verkauft werden darf, muss es von einer Arzneimittelbehörde (der Bundesoberbehörde oder der europäischen Zulassungs­behörde) zugelassen sein. Dies erklärt Schulz, Vorsitzender der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) und Geschäftsführer Arzneimittel bei der ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. Eine Zulassung ist jedoch nicht unbedingt für alle Zeiten gültig. "Arzneimittel werden in Deutschland streng überwacht. Die genannten Behörden könnten das befristete Ruhe einer Zulassung oder einen Widerruf einer Arzneimittelzulassung veranlassen." Als Gründe hierfür nennt der Apotheker schädliche Wirkungen des Arzneimittels, die erst nach der Markteinführung bekannt geworden sind, oder die Nichteinhaltung von vorgeschriebenen Qualitätskontrollen.

Schulz: "Die AMK informiert alle Apotheken umgehend darüber, wenn für ein Arzneimittel die Zulassung ruht, zurückgenommen wird oder Arzneimittel zurückgerufen werden. Die Apotheken geben die entsprechenden Medikamente dann nicht mehr an ihre Patienten ab. Ärzte werden unter anderem von der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft informiert." Die Patienten wiederum werden von ihrem Arzt und Apotheker in Kenntnis gesetzt. Die Betroffenen müssen dann auch mit ihnen klären, welche Medikation stattdessen infrage kommt.

Apotheker helfen Menschen in Not

Überall auf der Welt leben Menschen in Armut und großer Not. Fehlende medizinische Versorgung verschlechtert oft noch die Situation. Hilfsorganisationen wie "Apotheker helfen e.V." wollen genau hier einen Gegenakzent setzen. Über die Arbeit und aktuelle Projekte dieses Vereins berichtet Thomas Benkert, 1. Vorsitzender von "Apotheker helfen e.V.", in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 1. November 2015.
Die Kompetenz von "Apotheker helfen e.V." liegt in der schnellen und sicheren Bereitstellung von Arzneimitteln, von medizinischen Hilfsgütern und pharmazeutischer Kompetenz im Krisenfall. Dabei arbeitet der Verein mit international anerkannten, erfahrenen Hilfsorganisationen zusammen. Benkert: "Wir fördern weltweit Gesundheitsprojekte und stellen Arzneimittel und medizinische Hilfsgüter bedarfsgerecht und unter strenger Berücksichtigung von international gültigen Qualitätsstandards zur Verfügung - akut und auch langfristig."
Der Apotheker berichtet im Gespräch mit der Neuen Apotheken Illustrierten über aktuelle Projekte, die die Hilfsorganisation betreffen. "In Nepal haben wir beispielsweise sofort nach dem Erdbeben mit unseren Partnern medizinisch-pharmazeutische Nothilfe für die Erdbebenopfer geleistet. Jetzt, nachdem die Nothilfe so gut wie abgeschlossen ist, werden wir durch die Installation innovativer, autarker Trinkwasser-Gewinnungsanlagen dafür sorgen, dass in abgelegenen, vom Erdbeben betroffenen Dörfern hygienische Mindeststandards wieder hergestellt werden können. Daneben beschaffen wir derzeit Medikamente für zehntausende Flüchtlinge in Uganda, die sich vor den rivalisierten Kämpfen im Südsudan in Sicherheit gebracht haben, und wir helfen syrischen Flüchtlingen in Ergil, Irak. In Tansania in Afrika unterstützen wir das abgelegene Wasso-Hospital mit einem Narkosegerät und schulen das Apothekenpersonal."
Alle Projekte, die unterstützt werden, haben laut Benkert eines gemeinsam: "Wir helfen beim Aufbau, aber der Betrieb und dessen Finanzierung ist in Verantwortung der Einheimischen. Gemäß dem Motto 'Hilfe zur Selbsthilfe' versuchen wir, die Bevölkerung vor Ort in alle Projekte weitestgehend einzubinden."
"Apotheker helfen e.V." wurde vor 16 Jahren gegründet. Der eingetragene Verein wird getragen von den großzügigen Spenden von Apothekerinnen und Apothekern, aber auch von vielen anderen Fördermitgliedern wie der Österreichischen Apothekerkammer.

Arzneimittel und Alkohol passen nicht zusammen

Bestimmte Arzneimittel und Alkohol können sich im Körper in vielfältiger Weise "in die Quere" kommen. Da sie beide im Organismus über die gleichen Systeme entsorgt werden, sind sie gewissermaßen Konkurrenten. Welche Folgen das haben kann und wie man sie besser vermeidet, erklärt Dr. Christiane Eckert-Lill, Apothekerin und Geschäftsführerin Pharmazie bei der ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 15. Oktober 2015.

Dadurch dass Alkohol und bestimmte Medikamente im Organismus gewissermaßen um die gleichen Strukturen konkurrieren, kann die Wirkung beziehungsweise die Nebenwirkung sowohl des Arzneimittels als auch des Alkohols verlängert und verstärkt werden. "Im Extremfall kann es bei der Anwendung von Medikamenten und gleichzeitigem Genuss von Alkohol auch zu lebensbedrohlichen Vergiftungen kommen", informiert Eckert-Lill.

Zu den Medikamentengruppen, die sich nicht mit Alkohol vertragen, gehören laut Eckert-Lill Antidepressiva, Antiepileptika, Beruhigungs- und Schlafmittel. Eine gleichzeitige Einnahme könne etwa die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen, warnt die Apothekerin. Alkohol kann auch die Wirkung von Medikamenten gegen hohen Blutdruck verstärken, so dass es zu einem unerwünschten Blutdruckabfall bis hin zum Kollaps kommen kann.

Eckert-Lill rät, sich grundsätzlich in der Apotheke beraten zu lassen, ob es mit seinem notwendigen Medikament in Kombination mit Alkohol zu Problemen kommen kann. Dabei können auch nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel kritisch sein. "Vorsicht ist zum Beispiel geboten bei den sogenannten H1-Antihistaminika, die als Schlafmittel angewandt werden." Patienten, die keinen Alkohol zu sich nehmen sollten, sollten auch bei der Arzneimittelwahl Vorsicht walten lassen. Sie sollten auf Alternativen, wie etwa alkoholfreie Säfte, Tabletten, Dragees, Kapseln oder Zäpfchen, zurückgreifen. Welche Zubereitungsform für welchen Patienten geeignet ist, darüber berät der Apotheker.

Rezept ist nicht gleich Rezept

Rosa, blau, gelb, grün: Rezepte können viele Farben haben. Was das zu bedeuten hat, erläutert in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 1. Oktober 2015 Arndt Preuschof, Jurist bei der ABDA - Bundesvereinigung deutscher Apothekerverbände.

Aus Abrechnungs- und Dokumentationsgründen müssen Ärzte spezielle Rezeptformulare benutzen. Der rosafarbene Vordruck dürfte das häufigste und bekannteste Rezept sein. Darauf werden gesetzlich versicherten Patienten verschreibungspflichti­ge Arzneimittel verordnet. Hält der Arzt ein Betäubungsmittel für angebracht, muss er dieses auf einem speziellen dreiteiligen, gelben Betäubungsmittelrezept verordnen. Auf einem weißen, zweiteiligen sogenannten "T-Rezept" werden Arzneimittel mit bestimmten, besonders gefährlichen Wirkstoffen verordnet, die eine besondere Überwachung der Therapie durch den Arzt erfordern.

Und auch einen blauen Rezeptvordruck gibt es: Darauf kann der Arzt Arzneimittel für privat versicherte Patienten verordnen. Bleibt noch das sogenannte grüne Rezept. Es dient dazu, Medikamente zu verordnen, die nicht verschreibungspflichtig sind und damit auch in der Regel von den Krankenkassen nicht erstattet werden. Einige Krankenkassen erstatten aber auch auf dem grünen Rezept verordnete Arzneimittel. Das muss man im Einzelnen bei seiner Krankenkasse nachfragen. "Der Mediziner gibt damit zu erkennen, dass er die Anwendung eines bestimmten Arzneimittels für sachgerecht hält, auch wenn es nicht verschreibungspflichtig ist", erklärt Preuschof.

Wie lange kann der Patient die Rezepte einlösen? Preuschof: "Arzneimittelrechtlich sind Rezepte drei Monate gültig, sofern der Arzt nicht etwas anderes festlegt. Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten allerdings nur im Zeitraum von 28 bis 30 Tagen, so dass Apotheker ältere Kassenrezepte nicht annehmen dürfen. Demgegenüber sind Betäubungsmittelrezepte und T-Rezepte nur sieben Tage gültig."

Entsorgung alter Medikamente

Vor einem Auslandseinsatz in Kenia sprach die Neue Apotheken Illustrierte mit Stefanie Pügge, Apothekerin und Projektkoordinatorin der 'Apotheker ohne Grenzen', über die sinnvolle Entsorgung von Altarzneimitteln und den Unsinn von Altarzneimittelspenden. Zu lesen in der aktuellen Ausgabe vom 15. September 2015.

In Deutschland werden Altarzneimittel über den Hausmüll entsorgt, erklärt Pügge. "Das ist der sicherste Weg, denn dann werden die Medikamente in Müllverbrennungsanlagen verbrannt. Spült man sie im Abfluss oder über die Toilette hinunter, können sie ins Grundwasser geraten und Schaden anrichten", weiß die Fachfrau. Außerdem empfiehlt sie einen Blick in den Beipackzettel, denn hier werden mitunter Angaben zur richtigen Entsorgung gegeben, zum Beispiel bei Betäubungsmitteln oder Zytostatika.

Apotheken können alte Medikamente auf freiwilliger Basis annehmen, verpflichtet sind sie dazu nicht. Auch Apotheker entsorgen die abgegebenen Altarzneimittel genauso wie Privatpersonen über den normalen Hausmüll, es sei denn, das Medikament erfordert eine andere Entsorgung.

Altarzneimittel in Krisengebiete zu spenden, lehnt Pügge ab. "Das ist illegal, weil man Arzneimittel, die schon einmal im Umlauf waren, nicht noch einmal abgeben darf." Zudem werfen solche Spenden jede Menge Probleme auf. So verwirren deutsche Beschriftungen der Umverpackung und des Beipackzettels die einheimischen Helfer. Solche Spenden stehen meist lange ungenutzt herum, weil Unsicherheit über die Anwendung besteht oder Wirkstoffe unbekannt sind. Zudem brauchen viele Menschen eine Dauertherapie, etwa Diabetiker oder Hypertoniker. Da nutze eine Therapie, die mit ein oder zwei Packungen begonnen wird, gar nichts. Pügge: "Das Ziel ist, dauerhaft zu helfen. Deshalb bringen Geldspenden den Menschen mehr. Damit können wir als Hilfsorganisation 'Apotheker ohne Grenzen' vor Ort die wirklich benötigten Medikamente in entsprechender Menge kaufen."

Wie eine Rezeptur entsteht

Fertigarzneimittel, also solche, die industriell hergestellt werden, sind Massenware. Für individuelle Beschwerden ist dann mitunter kein passendes Präparat dabei. Hier können Apotheker helfen. Sie können individuell angefertigte Arzneimittel, so genannte Rezepturen, herstellen. Wie das geht, fasst die Neue Apotheken Illustrierte in der aktuellen Ausgabe vom 1. September 2015 zusammen.

Bekommt der Apotheker vom Patienten eine Verschreibung über eine Rezeptur, muss er zunächst prüfen, wie plausibel die Verordnung ist. Passen die Bestandteile zusammen? Wie lange wird die fertige Zubereitung haltbar sein? Könnten Wechselwirkungen mit anderen vom Patienten eingenommenen Medikamenten auftreten? Bei der Beantwortung dieser Fragen helfen apothekerlicher Sachverstand und einige Nachschlagewerke. Ist etwas unklar, kontaktiert der Apotheker den verordnenden Arzt.

Danach legt sich der Apotheker auf eine bestimmte Herstellungsmethode fest. Das erfordert Erfahrung und Fachwissen. Falls ein benötigter Ausgangsstoff für die Rezeptur fehlt, muss der Apotheker ihn erst beschaffen. Trifft dieser dann beim Apotheker ein, wird erst einmal dessen Identität und Qualität im Labor der Apotheke überprüft.

Soweit die Vorbereitungen. Jetzt geht es an die Herstellung des Arzneimittels in der so genannten Rezeptur. Das ist ein abgetrennter Bereich innerhalb der Apotheke mit besonderen Hygieneanforderungen. Dort findet man Geräte, mit denen sich etwa Salben, Augentropfen, Zäpfchen, Pulver und Kapseln herstellen lassen. Der Herstellende muss sorgsam vorgehen. Denn am Ende soll sich beispielsweise in jeder Kapsel die gleiche Menge an Wirkstoff befinden oder bei Cremes das Wasser in die fertige Grundlage eingearbeitet sein und nicht daneben schwimmen. Der gesamte Herstellungsprozess wird in einem Protokoll dokumentiert.

Das fertige Arzneimittel kommt in ein passendes Gefäß. Auf diesem werden noch alle relevanten Informationen notiert, etwa der Name des Patienten, das Verfallsdatum, die Art und Weise der Anwendung. Damit der Patient schließlich ein einwandfreies Produkt erhält, prüft eine zweite Person, der verantwortliche Apotheker, noch einmal die Herstellungsschritte und die Kennzeichnung.

1.8.2015, Sonderfall BtM-Rezept

Arzneimittel, die dem Betäubungsmittelgesetz unterliegen, sind keine Medikamente wie alle anderen. Bei ihnen handelt es sich um stark wirksame Präparate, um etwa Schmerzen zu therapieren. Doch sie werden leider auch als Suchtmittel missbraucht. Um diesen Missbrauch zu verhindern, betreiben die Apotheker einen großen Aufwand beim Einkauf, bei der Lagerung und der Abgabe an den Patienten dieser Arzneien. Welche Verantwortung Apotheker dabei tragen, erklärt Mathias Arnold, Vizepräsident der ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 1. August 2015.

"Um Missbrauch zu vermeiden, werden Betäubungsmittel besonders sorgfältig kontrolliert", weiß Arnold. So dürfen sie nur auf einem speziellen dreiteiligen Rezept verordnet werden, das Ärzte direkt bei der zuständigen Bundesbehörde erhalten. Zur Dokumentation verbleibt ein Teil in der Arztpraxis, der zweite Teil in der Apotheke und das dritte Exemplar geht zur Abrechnung an die Krankenkasse.

Was tut der Apotheker, damit die Betäubungsmittel sicher an den jeweiligen Patienten gelangen? "Die Betäubungsmittel werden in der Apotheke sicher in einem Safe gelagert. Verändert sich die gelagerte Menge, weil ein Patient ein Rezept einlöst oder weil abgelaufene Präparate vernichtet werden müssen, muss der Apotheker das in einem eigens geführten Betäubungsmittelbuch dokumentieren", erklärt Apotheker Arnold. "Der Apothekenleiter trägt die volle Verantwortung dafür, dass alle betäubungsmittelrechtlichen Vorschriften eingehalten werden, auch von seinen Mitarbeitern."

Rechnen tut sich der Einsatz nicht. "Für den zusätzlichen Aufwand, den Betäubungsmittel erzeugen, bekommt der Apothekenleiter derzeit pro Präparat 26 Cent von der Krankenkasse. Leider deckt das bei Weitem nicht die Kosten. Schon die Extragebühren, die der Großhandel für die Lieferung von Betäubungsmitteln von ihm verlangt, betragen ein Mehrfaches. Die Versorgung von Patienten mit starken Schmerzmitteln ist deshalb in erster Linie eine Gemeinwohlaufgabe der Apotheken."

1.7.2015, Apotheke als attraktiver Arbeitsplatz

Apotheken haben gut ausgebildetes und motiviertes Personal. Warum die Arbeit in der öffentlichen Apotheke attraktiv und dafür ein hohes Ausbildungsniveau so wichtig ist, erklärt Ursula Funke in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 1. Juli 2015. Funke ist Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen.



Als wesentlichen Vorteil der Beschäftigung in einer Apotheke sieht Funke die Vielfältigkeit der täglich zu verrichtenden Arbeiten an. Sie nennt eine Reihe von Schlagworten: Beratung der Patienten, Erklären der richtigen Einnahme von Medikamenten, Herstellung von Arzneimitteln, Screening-Untersuchungen, aber auch die Bevorratung, Lagerhaltung und Lagerpflege sowie die Lieferantenauswahl. "Die Herausforderungen für Mitarbeiter in einer Apotheke sind groß und jeden Tag neu. Und: Man hat täglich mit Menschen zu tun, denen man helfen kann, gesund zu werden beziehungsweise zu bleiben oder Leiden zu lindern. Und: In der Apotheke arbeitet nicht jeder vor sich hin, sondern man arbeitet im Team." Großes Plus: Die Arbeitsplätze sind in der Regel wohnortnah, und Teilzeitarbeit ist möglich. Deshalb bezeichnet Funke die Apotheke als idealen Arbeitsplatz für Frauen.

Für Funke ist es sehr wichtig, dass das Personal in Apotheken solide und umfassend ausgebildet ist. Nur so könne eine bestmögliche Versorgung der Bevölkerung gewährleistet werden. Denn Arzneimittel seien besondere Waren, die einen großen Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlergehen des Patienten haben.

"Die Apotheke ist bei verordneten Arzneimitteln die letzte Kontrollinstanz, bei der Fehler auffallen können und Rücksprachen mit dem verordnenden Arzt möglich sind. Deshalb ist eine gute Ausbildung das Fundament, um die Arzneimittelversorgung sicher betreiben zu können", erklärt die Apothekerin. "Viele Arzneimittel haben untereinander Wechselwirkungen und dürfen nicht gleichzeitig angewendet werden. Bei individuell in der Apotheke herzustellenden Arzneimitteln muss geprüft werden, ob sich die verordneten Wirkstoffe miteinander vertragen, welche Hilfsstoffe zugesetzt werden können beziehungsweise müssen, um die Qualität zu garantieren. Hierzu ist Fachkenntnis unabdingbar."

15.6.2015, Auf Nummer sicher bei Arzneimitteln

Niemand ist vor Erkrankungen gefeit. Auch im Urlaub und im Ausland nicht. Was dann zu tun ist, um sicher mit Arzneimitteln versorgt zu sein, weiß Karin Graf, Vorstandsmitglied der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. Das Interview mit ihr steht in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 15. Juni 2015.
In Europa ist die Arzneimittelversorgung meist zuverlässig durch Apotheken und Ärzte gewährleistet. Die südlichen europäischen Länder regeln die Verschreibungspflicht für Antibiotika weniger streng, weiß Graf. Man kann diese also auch ohne vorherigen Arztbesuch in Apotheken bekommen. „In England und Irland gibt es für bestimmte Krankheitsbilder verschreibungsberechtigte Pharmazeuten, die einem eventuell aus der Patsche helfen können. Auch in der Schweiz dürfen geschulte Apotheker zum Beispiel bei unkomplizierten Harnwegsinfekten geeignete Antibiotika abgeben oder auch mit einem Asthmaspray aushelfen“, informiert die Apothekerin.
Prinzipiell gilt: Viele Präparate laufen in anderen Ländern unter anderem Namen oder gibt es mitunter gar nicht. Deshalb empfiehlt sich bei ernsten Erkrankungen in jedem Fall der Arztbesuch. Die Reiseleitung, das Hotel oder die Touristeninformation hilft bei der Apotheken- oder Arztsuche.
Das Risiko, an gefälschte Medikamente zu kommen, bezeichnet Graf zumindest innerhalb der EU als gering. Sofern man auf öffentliche Apotheken vertraut und nicht versucht, im Internet oder bei Straßenhändlern seine Arzneien zu beziehen. In sogenannten Drittstaaten sind Fälschungen jedoch häufig anzutreffen. Besonders bei Fernreisen nach Afrika oder Asien müssen Reisende vorsichtig sein.
Graf empfiehlt jedem Reisenden, im Vorfeld mit dem Apotheker des Vertrauens eine individuelle Reiseapotheke zusammenzustellen, um am Urlaubsort nicht in medikamentöse Engpässe zu kommen. Die Medikamente führt man auf Flugreisen am besten im Handgepäck mit.

19.5.2015,Rezeptpflicht grundsätzlich beachten

Rezeptpflichtige Präparate dürfen vom Apotheker nicht ohne Vorlage der ärztlichen Verschreibung an den Patienten herausgegeben werden. Nur in seltenen Ausnahmefällen darf er diese Regelung umgehen. Lutz Tisch, auf Apothekenrecht spezialisierter Jurist bei der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, erklärt, wann das der Fall ist. Zu lesen in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 1. Juni 2015.
Die Rezeptpflicht ist eigentlich ein Gesundheitsschutz für die Patienten, erklärt Tisch. „Bestimmte Arzneimittel bedürfen einer ausdrücklichen ärztlichen Therapieentscheidung. In der Apotheke wird unter pharmazeutischen Gesichtspunkten eine Prüfung auf mögliche Wechsel- oder Nebenwirkungen mit anderen Arznei- oder Lebensmitteln, die der Patient einnimmt, vorgenommen. Durch dieses Vier-Augen-Prinzip wird der Patient davor geschützt, seine Gesundheit durch die eigenmächtige Arzneimitteleinnahme zu gefährden.“ Deshalb ist es in der Regel nicht ausreichend für den Apotheker, sich beim Arzt telefonisch rückzuversichern und dessen Zusicherung, die Verschreibung nachzureichen, einzuholen.
Die Vorlage einer ärztlichen Verordnung ist nur ausnahmsweise in dringenden Fällen entbehrlich, informiert Tisch. „Dies setzt aber voraus, dass der Apotheker mit dem Arzt telefonisch Kontakt aufgenommen hat und sich über den Inhalt der Verschreibung verständigt hat. Eine Abgabe ist auch dann nur erlaubt, wenn sich der Apotheker sicher ist, dass die verschreibende Person ein Arzt ist.“ Kürzlich habe der Bundesgerichtshof entschieden, dass diese Ausnahme nicht anzuwenden ist, wenn der Arzt die Verschreibung ohne eigene Untersuchung des Patienten nur „absegnen“ soll. In jedem Fall muss der Arzt die Verschreibung unverzüglich, also ohne schuldhaftes Verzögern, nachreichen. In der Regel muss er dies spätestens am nächsten Werktag tun.

19.5.2015, Apotheker helfen bei ruhenden Zulassungen

Ruht die Zulassung eines Medikaments, dürfen Apotheker dieses nicht mehr an ihre Patienten abgeben. Denn die Zulassung ist die behördliche Genehmigung dafür, dass Ärzte das Arzneimittel verordnen und Apotheker es abgeben dürfen. Was bedeutet dieser Sachverhalt für den vor ein paar Monaten bekannt gewordenen Fall der 80 Arzneien, deren Zulassung auf gefälschten Studien beruht? Dr. Andreas Kiefer, Präsident der Bundesapothekerkammer, beantwortet diese Frage in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 15. Mai 2015.

Damit ein Medikament zugelassen werden kann, muss es Anforderungen in drei Bereichen erfüllen: pharmazeutische Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit. "Das Medikament muss also gegen die Krankheit wirken, gegen die es zugelassen ist, und es darf dem Menschen nicht unverhältnismäßig schaden", erklärt Kiefer. Für die Zulassung müssen umfangreiche Daten bei den Behörden eingereicht werden.

"In den vorliegenden 80 Fällen hat vermutlich ein indisches Unternehmen, das für verschiedene Hersteller tätig war, einige dieser Daten gefälscht", so Kiefer. Als die Fälschungen aufflogen, haben die Behörden sofort reagiert: Die betroffenen Arzneimittel dürfen vorerst nicht mehr in Apotheken abgegeben werden. Ihre Zulassung ruht. Doch eine Gesundheitsgefährdung bestand nach derzeitigem Erkenntnisstand nicht, informiert der Apotheker. Weil dennoch viele Patienten verunsichert waren, haben die Apotheker viel Aufklärungsarbeit geleistet.

Kiefer: "Da es für einige dieser Medikamente keine anderen Präparate mit vergleichbarer Zusammensetzung gibt, muss der behandelnde Arzt auf Alternativen umstellen. Andere Präparate gibt es wiederum in vergleichbarer Form von anderen Herstellern, sodass leicht ein Ersatz verfügbar ist. Es kommt also wie so oft auf den Einzelfall an. Deshalb ist die Beratung durch den Apotheker auch hier unverzichtbar."

Arzneimitteltherapie muss sicherer werden, 1.5.2015

Rund fünf Prozent aller Krankenhauseinweisungen erfolgen aufgrund unerwünschter Arzneimittelwirkungen. Die Hälfte der Einweisungen wären vermeidbar, würde die Therapie mit Medikamenten sicherer. Das berichtet die Neue Apotheken Illustrierte in ihrer aktuellen Ausgabe vom 1. Mai 2015 unter Bezug auf einen Apotheker-Kongress.

Ein Klinikaufenthalt aufgrund von Arzneimittelnebenwirkungen könnte vermieden werden, wenn

  • man den Patienten besser die Medikamente erklärt,
  • die Patienten Medikationspläne hätten und sich danach richten würden und
  • Wechselwirkungen unter der Medikation konsequenter vermieden würden.

Da ist sich Professor Dr. Martin Scherer, Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin am Uniklinikum Hamburg-Eppendorf sicher. Dabei sind es besonders Senioren, sozial eher benachteiligte und chronisch kranke Menschen, die ein erhöhtes Risiko für unerwünschte Ereignisse durch Medikamente haben, erklärte Scherer auf einem internationalen Fortbildungskongress für Apotheker. An diese besonderen Patientengruppen wenden sich nun verschiedene Projekte zur Verbesserung der Therapiesicherheit, an denen maßgeblich auch die Apotheker beteiligt sind.
Um die Arzneimitteltherapiesicherheit zu verbessern, bedürfe es etwa der intensiveren Zusammenarbeit von Arzt und Apotheker. Beide müssen sich einen Überblick über die gesamte Arzneimitteleinnahme von Patienten verschaffen, appellierte auch Professor Dr. Ulrich Jaehde, Leiter des Bereichs Klinische Pharmazie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Dazu gehören auch Präparate, die in der Apotheke ohne Rezept gekauft werden. In der Apotheke laufen alle Rezepte zusammen, der Apotheker muss abchecken, ob Präparate, die verschiedene Ärzte verordnen, miteinander kompatibel sind. Jaehde: "Eine Medikationsanalyse und ein Medikationsplan sind dafür unerlässlich." Dafür soll jetzt auch ein neues Gesetz sorgen. Die Apotheker sind an der Entwicklung der notwendigen Maßnahmen beteiligt.

Apotheker beraten zur "Pille danach",14.4.2015

Seit dem 15. März gibt es die "Pille danach" auch ohne Rezept in der Apotheke. Das heißt, Frauen können auch ohne vorher einen Arzt zu konsultieren, in der Apotheke die Notfall-Pille bekommen. Da ist wie bei anderen Arzneimitteln auch pharmazeutischer Rat gefragt, betont Apothekerin Karin Graf im Gespräch mit der Neuen Apotheken Illustrierten. Zu lesen in der aktuellen Ausgabe vom 15. April 2015.
Die "Pille danach" ist ein Notfall-Medikament und kann andere Verhütungsmethoden nicht ersetzen. Sie kann abhängig vom eingesetzten Wirkstoff 72 bis zu 120 Stunden nach dem ungeschützten Sex beziehungsweise dem Versagen anderer Verhütungsmittel eingenommen werden, um die Befruchtung der Eizelle zu verhindern. »Je früher eine Frau die "Pille danach" einnimmt, desto zuverlässiger wirkt sie. Sie bietet aber ebenso wie andere Verhütungsmittel keinen 100prozentigen Schutz vor einer Schwangerschaft«, erklärt Graf, Vorstandsmitglied der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände.
Graf begrüßt die neue Rezeptfreiheit für die "Pille danach". »Ohne Rezeptpflicht können wir den Frauen noch schneller weiterhelfen. In den wohnortnahen Apotheken mit ihrem niedrigschwelligen und flächendeckenden Nacht- und Notdienst erhalten Frauen die "Pille danach" umgehend. Die Apotheker werden zur rezeptfreien "Pille danach" kompetent beraten, um die größtmögliche Arzneimittelsicherheit zu gewährleisten und Missbrauch zu verhindern.«
Um den beratenden Apothekern Hilfen an die Hand zu geben, hat die Bundesapothekerkammer eigens einen Leitfaden zur Beratung entwickelt. »Dort empfehlen wir zum Beispiel, die "Pille danach" nicht an Dritte, sondern persönlich an die Frau abzugeben und sie zu beraten. Minderjährigen sollte immer der Arztbesuch nahegelegt werden. Gründe einer indizierten Einnahme können Geschlechtsverkehr ohne Verhütung, ein geplatztes Kondom oder eine vergessene "Pille" sein. Der Beratungsleitfaden erklärt zudem, wie andere Verhütungsmethoden funktionieren, wann die Notwendigkeit einer "Pille danach" besteht und wann nicht«, erklärt Graf.

„Die Medikamente sind gelandet“,1.4.2015

Das gesamte Bundesgebiet wird flächendeckend mit Arzneimitteln versorgt, auch nachts, auch an Sonn- und Feiertagen. Um die Versorgung auch in abgelegenen Landesteilen zu sichern, müssen Apotheker bisweilen ungewöhnliche Wege gehen. So wie jetzt auf der ostfriesischen Insel Juist. Wie rasch benötigte Arzneimittel auch dorthin kommen, darüber berichtet die Neue Apotheken Illustrierte in ihrer aktuellen Ausgabe vom 1. April 2015.
Auf Juist nutzte der dortige Apotheker testweise eine Drohne, also ein kleines Luftfahrzeug ohne Pilot, um Notfall-Medikamente, die er nicht in seiner Apotheker vorrätig hatte, auf die Insel zu befördern. Das Drohnen-Experiment begann im vergangenen Herbst mit dem ersten Flug, seitdem hat das Gerät rund 40 Flüge absolviert.
Eine Drohne als Transporthelfer für die Apotheke hat viele Vorteile: Sie überwindet Hindernisse, die bisher die Versorgung von Kranken mit Notfall-Medikamenten erschwerten. So fliegt sie unabhängig von Ebbe und Flut, die dafür sorgen, dass pro Tag meist nur eine Fährverbindung von Norddeich-Mole nach Juist möglich ist. Und sie fliegt auch, wenn Stürme, Nebel oder Dunkelheit den sonst üblichen Medikamenten-Transport zur Insel mit dem Kleinflugzeug verhindern. Der Apotheker vor Ort will jedenfalls seinen speziellen Lieferservice nicht mehr missen.
Wie genau es nach einer Winterpause mit diesem Drohnenprojekt weitergeht, stand zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses noch nicht fest.

Kundenkarte bringt Vorteile, 13.3.2015

Personalausweis, Führerschein, Kredit- und Gesundheitskarten – und dann auch noch eine Kundenkarte der Stammapotheke? Dass sich eine solche durchaus lohnen kann und viele Vorteile für den Besitzer bietet, hat die Neue Apotheken Illustrierte in ihrer aktuellen Ausgabe vom 15. März 2015 zusammengefasst.
Es lohnt sich, in der Stammapotheke eine Kundenkarte anlegen zu lassen, auch wenn man private Daten von sich preisgeben muss. Drei Vorteile liegen auf der Hand: Geldersparnis, Arzneimittelsicherheit und Daten in elektronischer Form auf einen Blick:
Geldersparnis: Viele Apotheken gewähren ihren Stammkunden einen Rabatt auf freiverkäufliche Präparate und solche, die es ohne Rezept gibt. So lässt sich der ein oder andere Euro bei hochwertigen Apothekenprodukten sparen. Auf Rezeptgebühren oder Aufzahlungen auf verschriebene Arzneimittel kann sich diese Ersparnis jedoch nicht erstrecken, da die Apotheke diese nur stellvertretend für die Krankenkassen einsammelt. Arzneimittelsicherheit: Patienten, die wegen verschiedener Erkrankungen auch verschiedene Fachärzte aufsuchen müssen, bekommen oft mehrere Medikamente verordnet. Dann kann der nicht seltene Fall eintreten, dass sich die verschiedenen Arzneimittel untereinander nicht vertragen und miteinander in Wechselwirkung treten. Dies kann verhindert werden: Auf einer Kundenkarte werden alle Medikamente vermerkt, die selbst gekauft wurden und die ein Arzt verordnet hat. Dann hat der Apotheker eine Übersicht über die gesamte Medikation und kann im Vorfeld mögliche Unverträglichkeiten der Präparate erkennen. Keine Zettelwirtschaft: Über die Kundenkarten-Verwaltung kann die Apotheke problemlos am Jahresende eine Gesamtquittung über Arzneimittel beziehungsweise Rezeptgebühren ausstellen. Lästiges Sammeln einzelner Quittungen entfällt damit.

Medikamente, die den Geldbeutel schonen, 1.3.2015

In der Apotheke gibt es durchaus Medikamente, für die man nicht so tief in die Tasche greifen muss. Welche das sind, darüber informiert der neue Beitrag der Serie „Geld sparen mit der Apotheke“ in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 1. März 2015.
Um die Ausgaben der Krankenkassen für Arzneimittel unter Kontrolle halten zu können, hat der Gesetzgeber verschiedene Steuerinstrumente wie Rabattverträge oder Festbeträge etabliert. Damit werden Medika­mente, die auf Rezept verordnet werden, im Grunde so niedrig wie möglich taxiert. Das vom Arzt verordnete Medikament dient dabei mittlerweile meist nur noch als Anhaltspunkt. Wenn der Arzt es nicht ausdrücklich untersagt hat, ist der Apotheker verpflichtet, ein wirkstoff­gleiches Präparat abzugeben, das den Preisvorgaben der jeweiligen Krankenkasse entspricht. Präparate mit Inhaltsstoffen, deren Patentschutz abgelaufen ist, können von jedem Hersteller auf den Markt gebracht werden. Diese Arzneimittel sind dann wesentlich günstiger, da die immensen Forschungs- und Entwicklungskosten der Originalhersteller entfallen. Auch Importarz­neimittel, die im Ausland produziert und nach Deutschland eingeführt werden, sind günstiger.
Diese Sparinstrumente der Kassen können die Patienten auch für sich und ihren Geldbeutel nutzen. Bei Arzneimitteln für die Selbstmedikation, zum Beispiel solchen gegen Erkältung, kann es sich lohnen, in der Apotheke nach wirkstoffgleichen Präparaten zu fragen. Diese sind meist günstiger.

Gibt es noch Apothekenpreise?, 15.2.2015

Die Redewendung von "horrenden Apothekenpreisen" kommt nicht von ungefähr, wie die Redaktion der Neuen Apotheken Illustrierten in der aktuellen Ausgabe vom 15. Februar 2015 erklärt. Doch stimmt diese Annahme überhaupt noch?
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gab es in den verschiedenen deutschen Staaten die ersten sogenannten Apothekentaxen, die später vereinheitlicht wurden. Diese Preisverzeichnisse sollten gewährleisten, dass der selbstständige Apotheker seinen Betrieb, der für das Gemeinwohl wichtig war, aufrechterhalten konnte. Denn das erforderte beispielsweise ein aufwändiges Labor oder die kostenintensive Vorratshaltung vieler leicht verderblicher Substanzen. Um das zu finanzieren, waren die Preise höher angesetzt als bei fahrenden Händlern oder in Drogerien üblich. Daraus entstanden im Volksmund vermutlich die sogenannten Apothekenpreise. Die Taxen waren keine Eigenart nur für Apotheker. Auch Ärzte rechnen – im Übrigen bis heute - nach der gesetzlich festgelegten Gebührenordnung ab.
Allerdings erhalten Apotheker heute für vom Arzt verordnete Präparate nur noch ein Einheitshonorar pro Packung, das komplett vom Verkaufspreis abgekoppelt ist. Die Preise für rezeptfreie Arzneimittel sind dagegen nicht mehr festgelegt. Hier kann der Kunde heute tatsächlich Preise vergleichen und die Konkurrenz zum Sparen nutzen.
In vielen Apotheken sind frei verkäufliche Präparate wie Nahrungsergänzungsmittel heutzutage nicht mehr teurer als beispielsweise im Drogeriemarkt. Dazu bieten Apotheken einen unschlagbaren Pluspunkt: Das beratende Personal hat in langjähriger Ausbildung oder im Studium umfassende Kenntnisse erworben. Davon sollte der Kunde seiner Gesundheit zuliebe profitieren!

Arzneimittel von der Steuer absetzen, 1.2.2015

Innerhalb eines Jahres können sich die Kosten für Arzneimittel und für (zahn)ärztliche Leistungen mitunter zu einer erheblichen Summe aufaddieren. Unter bestimmten Bedingungen können diese Kosten in der Steuererklärung als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Mehr dazu in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 1. Februar 2015. Entscheidend ist die Tatsache, ob die angefallene Summe für Arzneimittel, ärztliche Behandlungen oder etwa für einen Rollstuhl oder eine Brille die sogenannte zumutbare Belastung übersteigt oder nicht. Liegt sie darüber, reduziert der Betrag, der darüber liegt, das zu versteuernde Einkommen, das der Steuererklärung zugrundegelegt wird. Liegen die Ausgaben unter dieser Grenze, wirken sie sich auf die Höhe der Steuer nicht aus.
Die Grenze für diese zumutbare Belastung ist indes individuell unterschiedlich. Sie richtet sich nach dem Einkommen, der Art der Besteuerung und der Anzahl der Kinder. Sie reicht von 1 Prozent der Einkünfte bei Geringverdienern mit mehreren Kindern bis zu 7 Prozent bei kinderlosen Steuerpflichtigen, die über 51 130 Euro pro Jahr verdienen.

Wie man an zuzahlungsbefreite Medikamente kommt, 15.1.2015

Im Regelfall braucht man einen Befreiungsausweis, um die Zuzahlungen auf Medikamente erlassen zu bekommen. Doch es geht auch ohne. Wie das gelingt, erklärt die Neue Apotheken Illustrierten in ihrer aktuellen Ausgabe vom 15. Januar 2015.
Verschiedene Gesetzesänderungen in den vergangenen Jahren schufen die Voraussetzungen. Krankenkassen können ihren Versicherten unter bestimmten Voraussetzungen die Zuzahlung erlassen, die normalerweise für jedes rezeptpflichtige Arzneimittel anfällt.
Dabei spielt der Preis des jeweiligen Präparates die Hauptrolle. Er muss mindestens 30 Prozent unter dem sogenannten Festbetrag liegen, der für die Wirkstoffgruppe des verordneten Präparates gilt. Ist das der Fall, kann die Krankenkasse die Zuzahlung aussetzen. Es muss jedoch gewährleistet sein, dass sie auch ohne Patienten-Zuzahlung noch Geld spart. Dieselben Bedingungen gelten auch für sogenannte Rabattarzneimittel. Auch dabei können die Kassen ganz oder teilweise auf die Zuzahlung verzichten.
Ob man als Patient von diesen Regelungen profitiert, hängt vom Arzt ab. Achtet er darauf, seinem Patienten ein zuzahlungsfreies Arzneimittel zu verschreiben, wird der Apotheker dieses natürlich aushändigen. Was allerdings noch schwerer wiegt als die Verordnung ist der Rabattvertrag der Krankenkasse. Hat diese einen solchen Vertrag für ein Präparat abgeschlossen, das denselben Wirkstoff enthält wie das verordnete Präparat, ist der Apotheker verpflichtet, das Rabattarzneimittel abzugeben - sofern es der Arzt nicht ausdrücklich untersagt.

Apothekennotdienst an Feiertagen, 15.12.2004

Bauch- und Zahnschmerzen haben die Angewohnheit, immer an Sonn- und Feiertagen aufzutreten. Wie gut, dass es dann notdiensthabende Apotheken gibt! Wie findet man die nächstlie­genden? Die Redaktion der Neuen Apotheken Illustrierten hat in ihrer aktuellen Ausgabe vom 15. Dezember 2014 Dr. Andreas Kiefer, Präsident der Bundesapothekerkam­mer, gefragt.
An den Weihnachtsagen, zu Silvester und Neujahr leisten jederzeit rund 1400 Apotheken bundesweit Notdienst. Um die für sich nächstliegende zu finden, kann man einfach per Handy die 22833 anrufen und die Post­leitzahl angeben. Man kann auch "apo" per SMS an die 22833 schicken und seine Zustimmung zur Lokalisierung geben. Oder man kann auch gleich die fünfstellige Postleitzahl an die 22833 simsen. Bei internet­fähigen Handys lässt sich www.22833.mobi eingeben. Es besteht aber auch die Möglichkeit, unter www.aponet.de die nächste Notdienstapo­theke herauszu­finden. Informationen sind auch über die kostenlose Festnetznummer 0800/0022833 zu bekommen.
Lange Zeit war die Vergütung des Nacht- und Notdienstes für die Apo­theker nicht angemessen. Doch hierbei hat sich etwas getan. Apotheker Kiefer: "Die ständige Dienstbereitschaft der Apotheken ist eine nicht gesondert honorierte Gemeinwohlpflicht. Seit rund eineinhalb Jahren werden die 24h-Nacht- und Notdienste der Apotheken durch eine Anerkennungspauschale finanziell bezu­schusst. Diese Bezuschussung stärkt vor allem die Apotheken im ländlichen Raum, da sie häufiger Notdienste leisten müssen als solche Apotheken in der Stadt."

Arzneivertrieb soll klarer werden, 1.12.2014

Bislang haben gefälschte Arzneimittel in Deutschland keine Chance. Die Apotheke leistet einen wichtigen Beitrag dazu, sie fernzuhalten. Damit das auch in Zukunft so bleibt, wollen die deutschen Apotheker den oft komplizierten Arzneimittelvertrieb noch klarer gestalten. So fordern sie etwa, die sogenannte Importklausel zu streichen. Mehr dazu in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 1. Dezember 2014.
»Bisher hat die Türsteherfunktion der Apotheker gehalten, denn es ist kein Fall dokumentiert, in dem ein gefälschtes Arzneimittel in Deutschland an einen Patienten gelangt ist«, erklärt Dr. Andreas Kiefer, Präsident der Bundesapothekerkammer. Damit das weiterhin so bleibt, möchten Apotheker, dass Maßnahmen getroffen werden, die vorbeugend ansetzen. Gefälschte Arzneimittel sollen gar nicht in die Apotheken gelangen können.
»Je länger und verwinkelter der Vertriebswege werden, desto einfacher ist es, Fälschungen einzuschleusen«, informiert Fritz Becker, Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbands. Als Beispiel nannte er Importarzneimittel, die in dieser Hinsicht ein Risiko bergen. Sie seien überproportional oft an Fälschungen beteiligt. Daher fordert die Apothekerschaft die Politik auf, die sogenannte Importklausel zu streichen. Diese schreibt Apothekern vor, einen bestimmten Prozentsatz an importierten Medikamenten für Kassenpatienten abzugeben. Das Einsparpotenzial dieser Quote sei, verglichen mit anderen Maßnahmen wie Festbeträgen oder Patientenzuzahlungen, ohnehin verschwindend gering.
Außerdem sollen auch die Hersteller, Großhändler und Importeure ihren Teil beitragen und ihre Lieferwege transparenter gestalten. So wäre es sinnvoll, wenn sie auf Nachfrage einen Herkunftsnachweis vorlegen könnten und importierte Medikamente im Labor prüfen würden.

Apothekers Rat in der Erkältungszeit, 15.11.2004

Jetzt in der kalten Jahreszeit haben Erkältungsviren leichtes Spiel. Da wünscht sich so mancher, nicht jeden grippalen Infekt mitzunehmen. Apotheker Berend Groeneveld, Vorstandsvor­sitzender des Landes­apothekerverbandes Niedersachsen, gibt Tipps, wie man sich für diese Zeit rüsten kann. Zu lesen in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 15. November 2014.
Regelmäßiges Händewaschen für etwa je 30 Sekunden ist eine der effektivsten Vorsichtsmaßnahmen, weil es die Infektionskette unterbricht, erklärt Groeneveld. Wer häufig die Hände wäscht, lebt gesünder und vermeidet grippale Infekte. Das ist erwiesen. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass bis zu 80 Prozent aller Infektionskrankheiten nach Angaben der Weltgesundheits­organisation (WHO) über die Hände als Schmier­infektion übertragen werden.
Das Problem: Den Spruch, den die meisten aus ihrer Kindheit kennen - "Nach der Toilette und vor dem Essen: Hände waschen nicht vergessen!"- scheinen viele Erwachsene nicht verinnerlicht zu haben. Nichts anderes ist auch der Grund, warum das Robert-Koch-Institut auf Dinge hinweisen muss, die eigentlich selbstverständlich sein sollten. Die Hände vor dem Kochen und Essen, nach dem Gang zur Toilette, nach dem Schnäuzen, Niesen oder Husten waschen. Und einfach auch mal zwischendurch.
Als zusätzliche Vorbeugemaßnahme empfiehlt Apotheker Groeneveld eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse. In Kombination mit regelmäßiger Bewegung an der frischen Luft gewöhnt sich der Körper an die niedrigen Temperaturen. Daneben stärken regelmäßige Wechsel­duschen und Saunagänge das Immunsystem. Ebenfalls ist es wichtig, in der kalten Jahreszeit mindestens zwei Liter Wasser oder zuckerfreie Getränke wie ungesüßte Tees zu trinken. Groeneveld: "Das schützt unsere Schleimhäute besonders in beheizten Räumen vor möglichen Viren." An trockene Schleimhäute können nämlich Erkältungsviren leichter anhaften.

Apotheker beraten zur Antibiotikaeinnahme, 4.11.2014

Im Jahr 2010 bekamen rund 22 Millionen Patienten in Deutschland ein Antibiotikum verordnet. Damit gehört diese Arzneimittelgruppe zu den am häufigsten eingesetzten Medikamenten in Deutschland. Doch damit Antibiotika effektiv wirken können, müssen sie richtig eingenommen werden. Karin Graf, Mitglied des Geschäftsführenden Vorstands der ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, erklärt in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 1. November 2014, was zu beachten ist.
Wichtig ist zum Beispiel, dass Antibiotika wirklich nur bei bakteriell bedingten Infektionen zum Einsatz kommen. Gegen viral ausgelöste Erkrankungen wie zum Beispiel ein grippaler Infekt oder eine echte Grippe können sie nicht wirken. "Außerdem sollten Antibiotika so lange eingenommen werden, wie vom Arzt vorgesehen. Im Regelfall sollte man also die ganze Packung aufbrauchen, auch wenn sich der Infekt bereits nach ein bis zwei Tagen gebessert hat. Durch die ausreichend lange Einnahme lässt sich verhindern, dass Resistenzen entstehen. Diese würden Antibiotika unwirksam machen", erklärt Apothekerin Graf.
Graf verweist darauf, dass die Apotheker am 18. November anlässlich des Europäischen Antibiotikatags gezielt über die richtige Anwendung von Antibiotika informieren. Dabei könnte zum Beispiel zur Sprache kommen, welche antibiotischen Arzneistoffe mit bestimmten Lebensmitteln nicht gleichzeitig eingenommen werden sollten. Milch inaktiviert zum Beispiel sogenannte Tetrazykline.

Weniger Ausgaben für Apotheken, aber mehr Jobs, 15.10.2014

Die Ausgaben für Apotheken schlagen im Ausgabenbudget der Krankenkassen kaum zu Buche. 2013 kosteten die Apotheken der Gesetzlichen Krankenversicherung lediglich 2,3 Prozent der Gesamtausgaben. Zugleich beschäftigen aber die Apotheken mehr Fachpersonal als noch die Jahre davor. Über diese Fakten berichtet die Neue Apotheken Illustrierte in ihrer aktuellen Ausgabe vom 15. Oktober 2014.
Im vergangenen Jahr gab es in Deutschland 20 662 Apotheken, die insgesamt 150 692 Beschäftigte führten. Die Gesetzliche Krankenversicherung gab dafür 4,5 Milliarden Euro ihres Gesamtbudgets in Höhe von 194,5 Milliarden Euro aus. Das entspricht 2,3 Prozent ihrer Gesamtausgaben und damit einem neuen Tiefststand. Den Grund für steigende Beschäftigungszahlen erklärt Fritz Becker, Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbandes (DAV), so: »Wir brauchen mehr Personal, weil die Patienten immer mehr Beratung in den Apotheken benötigen.« In der Tat betrifft der Zuwachs unter den Neueinstellungen vor allem pharmazeutisches Fachpersonal wie Apotheker und Pharmazeutisch-Technische Assistenten, die Arzneimittel inklusive Beratung an den Patienten abgeben dürfen. Die Zahl kaufmännischer Angestellten geht in Apotheken dagegen zurück.
Becker insistiert jedoch auch, dass für eine intensive Beratung »auch ein angemessenes Honorar« für die Apotheker zu zahlen sei. Trotz einiger wirtschaftlicher Verbesserungen für Apotheken seien sie von der allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklung, beispielsweise Lohnsteigerungen, abgekoppelt. Er forderte deshalb stabile und zukunftsfähige Rahmenbedingungen von der Politik.

Aufgepasst bei Osteoporosemitteln!, 15.9.2014

Sogenannte Bisphosphonate sind hoch potente Arzneimittel, die den Knochenabbau zuverlässig hemmen können. Doch damit sie effektiv wirken, müssen spezielle Regeln bei der Einnahme beachtet werden. Was zu tun ist, hat die Neue Apotheken Illustrierte vom 15. September 2014 in ihrer aktuellen Ausgabe zusammengefasst.
Die Behandlung von Osteoporose-Patienten wird derzeit von Bisphosphonaten wie Alendronat, Ibandronat, Risedronat und Zoledronat bestimmt. Doch viele Patienten brechen die Therapie schon im ersten Jahr der Behandlung ab, zeigen die Erfahrungen. Zu komplex scheint das Einnahmeprozedere besonders für ältere Patienten zu sein, nach dem das Bisphosphonat mindestens eine halbe bis ganze Stunde vor dem Frühstück mit ausreichend Wasser in aufrechter Position einzunehmen ist. Danach darf sich der Patient dreißig bis sechzig Minuten nicht hinlegen.
Grund für die komplizierten Einnahmeregeln: Bisphosphonate werden eher schlecht vom Körper aufgenommen. Bestimmte Inhaltsstoffe in Nahrungsmitteln verringern die Aufnahme noch zusätzlich. Calcium-, Eisen, Aluminium- und Magnesiumsalze in der Nahrung können nämlich im Magen-Darm-Trakt mit den Arzneistoffen Komplexe bilden. Dies hindert die Bisphosphonate daran, in den Blutkreislauf zu gelangen und dann ihre Wirkung zu entfalten. Die Einnahme mit reichlich Flüssigkeit ist zudem nötig, damit die Tablette nicht in der Speiseröhre hängen bleibt und sie reizt.
Mittlerweile gibt es allerdings auch Osteoporose-Medikamente auf dem Markt, die nicht mehr täglich, sondern nur noch einmal wöchentlich oder monatlich appliziert werden müssen. Das erleichtert die Anwendungsprozedur. Daneben gibt es Vierteljahres- und Halbjahresspritzen sowie Infusionslösungen, die nur einmal jährlich verabreicht werden müssen. Sie enthalten jedoch meist andere Substanzen als Bisphosphonate.

Was Patienten vom Medikationsmanagement erwarten können, 1.9.2014

Deutschlands Apotheker wollen die Therapie mit Arzneimitteln weiter verbessern, und zwar mit Hilfe des sogenannten Medikationsmanagements, bei dem Ärzte und Apotheker gemeinsam die Medikation des Patienten betreuen. Was sich dabei für die Patienten ergibt und ändert, fasst die Neue Apotheken Illustrierte in der aktuellen Ausgabe vom 1. September 2014 zusammen.
Das Medikationsmanagement beginnt mit der Medikationsanalyse. Dabei überprüft der Apotheker, welche Arzneimittel sein Patient einnimmt. Er erfasst sowohl vom Arzt verordnete als auch die vom Patienten selbst erworbenen Präparate. Auch Nahrungsergänzungsmittel nimmt der Apotheker in seine Übersicht auf. Er checkt anhand seiner Liste, ob sich untereinander eventuell Wechselwirkungen oder Kontraindikationen ergeben können. Falls das der Fall ist, schlägt der Apotheker eine Lösung vor, die anschließend gemeinsam mit den Patienten und dem behandelnden Arzt besprochen und vereinbart wird. An diese Analyse schließt sich die kontinuierliche Betreuung des Patienten an. So lässt sich kontrollieren, ob sich im Verlauf der Behandlung neue arzneimittelbezogene Probleme ergeben.
Patienten, die die Vorteile dieser Dienstleistung nutzen möchten, werden sich zukünftig in ein entsprechendes Programm einschreiben können. Bislang laufen verschiedene Modellprojekte auf regionaler Ebene. Wann diese Versuchsphase beendet ist und der Startschuss auf Bundesebene fällt, ist derzeit noch nicht ganz klar.

Sichere Rezepturen aus der Apotheke, 14.8.2014

Individuell angefertigte Arzneimittel aus der Apotheke? Ja, die gibt es selbst heute noch, auch wenn mehrere zehntausend zugelassene Fertigarzneimittel das dortige Tagesgeschäft bestimmen. Sämtliche erforderlichen Ausgangsstoffe für die Individualrezepturen werden vor der Herstellung vom Apotheker geprüft. So wird ein Maximum an Arzneimittelsicherheit gewährleistet, heißt es in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 15. August 2014.
Es sind meistens die Hautärzte, die einem Patienten individuelle Rezepturen verordnen. Dabei kann die Grundlage, der Arzneistoff und vor allem seine Dosierung genau auf den Patienten und seine gesundheitlichen Beschwerden zugeschnitten werden. Damit eine Rezeptur seine Wirkung optimal entfalten kann, reicht es nicht, dass der Apotheker die Ausgangsstoffe einfach zusammenmischt. Dem Apotheker ist vor allem wichtig, dass die Qualität der Ausgangsstoffe stimmt.
So ist er verpflichtet, sie vor der Verarbeitung in der Einfangsprüfung im Apothekenlabor gesondert zu untersuchen. Ist in der Packung mit der Aufschrift Stoff A auch wirklich Stoff A enthalten? Welchen Eindruck macht Stoff A, ist er in einwandfreiem Zustand, ist etwa die Wollwachsalkoholsalbe auf dem Transport in die Apotheke ranzig geworden, obwohl sie laut Verfallsdatum noch gut sein müsste? Findet das pharmazeutische Personal einen Qualitätsmangel, muss die zuständige Behörde und die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker informiert werden.

Der Apotheker als Logistik-Profi, 1.8.2014

Kaum zu glauben: In Deutschland gibt es mehrere zehntausend zugelassene Medikamente, und dabei sind Medizinprodukte wie Pflaster oder Augenklappen noch nicht eingerechnet. Wie schaffen es die Apotheker, alle benötigten Arzneimittel innerhalb weniger Stunden dem Patienten zu liefern? Das ist in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 1. August 2014 nachzulesen.
Die wichtigsten und häufig benötigten Arzneimittel hat jeder Apotheker auf Lager. Wenn nicht, kann er sie innerhalb weniger Stunden organisieren. Dabei hilft ihm ein perfekt aufeinander abgestimmtes Logistik-System. In einer speziellen Apotheken-Software können die Apothekenmitarbeiter die gewünschten Arzneimittel suchen, auswählen und ordern. Der Auftrag geht in der Regel per Internetleitung an den nächsten Pharmagroßhändler. Dieser betreibt mehrere Niederlassungen an strategisch günstig gelegenen Standorten, die kurze Wege zu möglichst vielen Apotheken der Region erlauben.
Der Großhändler selbst bezieht die Arzneimittel in großen Gebinden von den pharmazeutischen Herstellern direkt und lagert sie in großen Hallen. Dort stellt er, sobald der Auftrag durch die Apotheker eingegangen ist und Unklarheiten ausgeräumt sind, die Bestellung zusammen und bringt sie per Kleintransporter in die Apotheke. Die Großhandlungen beliefern die Apotheken mehrmals am Tag. Dringend benötigte Arzneimittel können gesondert in die Apotheke gebracht werden. Viele Apotheken bieten zudem den Service an, dass ein Apothekenbote das Mittel bis an die Haustür des Kunden liefert.
Manche etwas ausgefallenere Arzneimittel, die die Großhandlung nicht auf Lager hat, kann der Apotheker auch direkt vom jeweiligen Hersteller bekommen. Dann benötigt die Lieferung natürlich etwas länger, bevor sie den Kunden erreicht.
Andererseits gibt es auch ein paar Arzneimittel, die immer vorrätig sein müssen und im sogenannten Notfalldepot untergebracht sind. Das sind etwa Arzneimittel gegen starke Schmerzen oder Vergiftungen.

Arzneimittelcheck für mehr Sicherheit, 15.7.2014

Jeden Tag überprüft das pharmazeutische Personal stichprobenartig Fertigarzneimittel aus dem Wareneingang. Das erhöht in der Summe die Sicherheit bei der Anwendung von Arzneimitteln. Über den täglichen Qualitätscheck berichtet die Neue Apotheken Illustrierte in ihrer aktuellen Ausgabe vom 1. Juli 2014.
Täglich kommen mehrere Hundert Fertigarzneimittel in abgabefertigen Packungen vom Großhändler oder direkt vom Hersteller in die Apotheke und werden dann unverändert an die Patienten abgegeben. Zwar werden von der pharmazeutischen Industrie die einzelnen Chargen bereits genauestens geprüft und auch nur dann freigegeben, wenn sie in einwandfreiem Zustand sind. Doch auf dem Weg in die Apotheke sind die Medikamente erneuten Belastungen ausgesetzt, die sich schädlich auswirken könnten. In seltenen Fällen gehen auch dem pharmazeutischen Hersteller Mängel durch die Lappen. Deshalb hat die erneute Prüfung der Ware in der Apotheke einen hohen Stellwert, wenn es um die Arzneimittelsicherheit geht.
Für die Prüfung wählt das pharmazeutische Personal in der Apotheke stichprobenartig und zufällig ein Fertigarzneimittel aus, und zwar jeden Tag ein anderes. Wichtig ist, dass die unterschiedlichsten Darreichungsformen über die Zeit unter die Lupe genommen werden. So müssen also Zäpfchen genauso überprüft werden wie Tabletten oder Ohrentropfen und Hustensäfte.
Die Packungen und deren Inhalt werden betrachtet und auf sichtbare Schäden und fremde Stoffe hin gecheckt, es wird geschnuppert und gehorcht, ob beim Schütteln auffällige Geräusche zu hören sind. Außerdem müssen die Kennzeichnung, das Verfallsdatum und die Packungsbeilage geprüft werden. Wurde eine fehlerhafte Packung entdeckt? Dann muss sie aussortiert und der Fehler an die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker gemeldet werden. War alles OK? Dann kann sie beruhigt an den Kunden abgegeben werden.

ARMIN in Sachsen und Thüringen

Am 1. Juli startet das Modellprojekt ARMIN. ARMIN steht für Arzneimittelinitiative, die die Kassenärztlichen Vereinigungen, die Apothekerverbände der Bundesländer Sachsen und Thüringen sowie die AOK Plus ins Leben gerufen haben. Ziel ist, die Sicherheit der Arzneimitteltherapie zu optimieren, Anwendungsrisiken bei der Medikamenteneinnahme zu minimieren und damit eine bessere Wirkung der Arznei zu erzielen. Wie das Modellvorhaben konkret ablaufen soll, erklärt Apotheker Stefan Fink in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 15. Juni 2014.
Das Modellprojekt ist vorerst nur für Patienten der AOK Plus in Sachsen und Thüringen vorgesehen, führt der Vorsitzende des Landesapothekerverbandes Thüringen aus. Dabei arbeitet der Patient mit seinem betreuenden Arzt und seiner Stammapotheke eng zusammen, um letztendlich eine effektivere Arzneimittelwirkung zu erzielen. Die Patienten werden von ihrem Arzt Rezepte erhalten, auf denen vorrangig keine Präparatenamen, sondern der für die Therapie notwendige Wirkstoff vermerkt ist.
»In jeder Apotheke erhält der Patient dann mit dieser Verordnung ein qualitativ hochwertiges Medikament, welches den verordneten Wirkstoff enthält; zumeist von einem Hersteller, mit dem die AOK Plus einen exklusiven Vertrag geschlossen hat. Existiert für den verordneten Wirkstoff solch eine Vereinbarung nicht, wird die Apotheke ein anderes qualitativ hochwertiges Präparat aussuchen. In beiden Fällen erhält der Patient nach Möglichkeit auch bei zukünftigen Verordnungen diese Arzneimittel. Damit wird sichergestellt, dass der Patient über einen längeren Zeitraum sein vertrautes Medikament bekommt. So wird der ständige Wechsel zwischen verschiedenen Präparaten vermieden«, so Fink.
Das Modellprojekt basiert auf drei Stufen: Am 1. Juli startet es mit der Möglichkeit der Wirkstoffverordnung, die zweite Stufe beginnt im Herbst mit dem sogenannten Medikationskatalog für Ärzte für vorerst acht Indikationsgebiete. Ab 2015 beginnt dann das dritte Kernstück, das Medikationsmanagement.

Weniger Schlafmittel dank Apotheker, 1.6.2014

Menschen, die von Schlaf- und Beruhigungsmitteln abhängig sind, profitieren von der intensiven Betreuung durch einen Apotheker. In einem Modellprojekt gelang es, die meisten Patienten von ihren Medikamenten entweder ganz zu entwöhnen beziehungsweise die Dosis zu reduzieren. Über das Projekt spricht in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 1. Juni 2014 Dr. Christiane Eckert-Lill, Geschäftsführerin Pharmazie der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. Innerhalb eines Modellprojekts haben Apotheker und Hausärzte insgesamt 102 Patienten intensiv betreut, die ohne Schlaf- und Beruhigungsmittel, sogenannte Benzodiazepine, nicht mehr schlafen konnten. »47 von den 102 Patienten konnten ihr Benzodiazepin vollständig abdosieren, und immerhin 28 Prozent konnten die eingenommene Dosis verringern«, berichtet Eckert-Lill. Dafür haben die Patienten durchschnittlich sechs Monate gebraucht. »Das mag lange erscheinen, aber durch die schrittweise Verringerung der Menge des eingenommenen Benzodiazepins konnte sich der Körper langsam daran gewöhnen. Dies ist wichtig, da die meisten Patienten befürchten, nicht mehr schlafen zu können, wenn sie das Benzodiazepin nicht mehr einnehmen.«
Was Apothekerin Eckert-Lill besonders erfreut, ist die Tatsache, dass der überwiegende Teil der Patienten nach deren Aussagen auch nach drei Monaten das erzielte Ergebnis halten konnte. Die Patienten beurteilten ihr körperliches und seelisches Befinden seitdem als gut oder sehr gut. Und sie konnten weiterhin ohne ein Medikament schlafen.
Die Aufgabe des Apothekers während des Modellprojekts bestand darin, den Patienten während der Abdosierung durch regelmäßige Gespräche zusätzlich zu motivieren und ihm jederzeit für Fragen zur Verfügung zu stehen. Eckert-Lill hält es nun für realistisch, dass in Zukunft mehrere Apotheken ihren Patienten dieses Angebot machen können.

Weniger Schlafmittel dank Apotheker, 15.5.2014

Menschen, die von Schlaf- und Beruhigungsmitteln abhängig sind, profitieren von der intensiven Betreuung durch einen Apotheker. In einem Modellprojekt gelang es, die meisten Patienten von ihren Medikamenten entweder ganz zu entwöhnen beziehungsweise die Dosis zu reduzieren. Über das Projekt spricht in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 1. Juni 2014 Dr. Christiane Eckert-Lill, Geschäftsführerin Pharmazie der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände.
Innerhalb eines Modellprojekts haben Apotheker und Hausärzte insgesamt 102 Patienten intensiv betreut, die ohne Schlaf- und Beruhigungsmittel, sogenannte Benzodiazepine, nicht mehr schlafen konnten. »47 von den 102 Patienten konnten ihr Benzodiazepin vollständig abdosieren, und immerhin 28 Prozent konnten die eingenommene Dosis verringern«, berichtet Eckert-Lill. Dafür haben die Patienten durchschnittlich sechs Monate gebraucht. »Das mag lange erscheinen, aber durch die schrittweise Verringerung der Menge des eingenommenen Benzodiazepins konnte sich der Körper langsam daran gewöhnen. Dies ist wichtig, da die meisten Patienten befürchten, nicht mehr schlafen zu können, wenn sie das Benzodiazepin nicht mehr einnehmen.«
Was Apothekerin Eckert-Lill besonders erfreut, ist die Tatsache, dass der überwiegende Teil der Patienten nach deren Aussagen auch nach drei Monaten das erzielte Ergebnis halten konnte. Die Patienten beurteilten ihr körperliches und seelisches Befinden seitdem als gut oder sehr gut. Und sie konnten weiterhin ohne ein Medikament schlafen.
Die Aufgabe des Apothekers während des Modellprojekts bestand darin, den Patienten während der Abdosierung durch regelmäßige Gespräche zusätzlich zu motivieren und ihm jederzeit für Fragen zur Verfügung zu stehen. Eckert-Lill hält es nun für realistisch, dass in Zukunft mehrere Apotheken ihren Patienten dieses Angebot machen können.

Individuelle Arzneimittel vom Apotheker, 1.5.2014

Jede Apotheke leistet einen besonderen Service: Sie stellt individuell für den jeweiligen Patienten sogenannte Rezepturen her, also solche Zubereitungen, die die Industrie in der vom Patienten benötigten Form nicht liefern kann. Welcher Aufwand hinter dieser Arzneimittelherstellung steckt, darüber berichtet die Neue Apotheken Illustrierte in ihrer aktuellen Ausgabe vom 1. Mai 2014.
»Bevor ein Arzneimittel aufgrund einer ärztlichen Verordnung in der Apotheke hergestellt werden darf, muss die Verordnung nach mehreren Gesichtspunkten geprüft werden«, erklärt Dr. Christiane Eckert-Lill, Geschäftsführerin Pharmazie der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. Das heißt, der Apotheker muss eine Plausibilitätsprüfung vornehmen. So muss der Apotheker zunächst überprüfen, ob etwa die Dosierung korrekt ist, ob Art und Menge der Ausgangsstoffe sinnvoll sind oder ob die Darreichungsform geeignet ist. Nur wenn solche Fragen bejaht werden können, kann der Apotheker mit der Herstellung beginnen. Ansonsten muss er Rücksprache mit dem verordnenden Arzt halten, um Bedenken auszuräumen. Eckert-Lill: »Es geht dabei nicht um die
Überprüfung des Therapiekonzepts des Arztes. Es ist zu beurteilen, ob unter pharmazeutischen Gesichtspunkten ein Arzneimittel hergestellt werden kann, das wirksam und sicher ist.« Aber auch die eigentliche Herstellung muss überwacht und schriftlich dokumentiert werden. So ist zum Beispiel die Art und Menge der eingewogenen Ausgangsstoffe, die Herstellungs­bedingungen und die Ergebnisse der Prüfungen, die während oder nach der Herstellung des Arzneimittels durchgeführt worden sind, festzuhalten. Ganz wichtig ist laut Eckert-Lill auch der Vermerk, für welchen Patienten das Arzneimittel hergestellt worden ist und welcher Mitarbeiter es hergestellt hat.
»Es ist somit verständlich, dass Rezepturen nicht mal so nebenher hergestellt werden können, sondern sehr viel Sorgfalt und damit auch Zeit erforderlich ist«, informiert die Apothekerin.

Wann der Arzt schweigen muss und wann nicht, 16.4.2014

Ärzte unterliegen der Schweigepflicht, doch nicht uneingeschränkt. In bestimmten Fällen entbindet der Gesetzgeber sie von ihrer Verschwiegenheitspflicht, manchmal verpflichtet er ihn sogar zur Auskunft. Wann der Arzt reden muss und wann er das nicht darf, hat die Neue Apotheken Illustrierte in der aktuellen Ausgabe vom 15. April 2014 zusammengestellt.
Generell lautet die Regel, dass Ärzte verpflichtet sind, ihnen anvertraute Informationen nicht an Dritte weiterzugeben. Das gilt auch dann noch, wenn der Patient nicht mehr lebt. Damit wahrt der Gesetzgeber das Recht des Einzelnen auf informationelle Selbstbestimmung. Der Arzt und auch andere Berufsgruppen, die der Schweigepflicht unterstehen, wie Apotheker oder ärztliches Hilfspersonal, könnten gar bestraft werden, wenn sie Anvertrautes weitergeben. Das gilt auch bei der Weitergabe von schriftlichen Mitteilungen des Patienten, Aufzeichnungen über Patienten, Röntgenuntersuchungen oder anderen Untersuchungsbefunden.
Diese Schweigepflicht ist außer Kraft gesetzt, wenn der Arzt eine meldepflichtige Infektionskrankheit diagnostiziert. Masern-Fälle müssen beispielsweise vom Arzt an die Behörden gemeldet werden. Daneben hat ein Arzt Berufsunfälle und -krankheiten an die Unfallversicherung zu melden. Zudem muss er der Gesetzlichen Krankenversicherung zur Abrechnung erforderliche Daten liefern. Allerdings kann der Patient darauf bestehen, dass der Arzt diese Daten nicht an die Kasse weitergibt. Er verliert dadurch jedoch in der Regel seinen Anspruch auf Versicherungsleistungen.

Zukunftsperspektiven für Apotheken, 1.4.2014

»Damit die Apotheken den zukünftigen Aufgaben in der Arzneimittelversorgung gerecht werden und neue Aufgaben übernehmen können, müssen wir uns weiterentwickeln«, sagte Dr. Andreas Kiefer, Präsident der Bundesapothekerkammer, auf einem großen Fortbildungskongress für Apotheker in Davos. Für die Zukunft glaubt Kiefer, dass die Bedeutung von Apotheken wachsen wird. Auszüge von Kiefers Rede lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 1. April 2014.
Der Stellenwert der öffentlichen Apotheken definiere sich dadurch, dass sie für die flächendeckende und hochwertige Arzneimittelversorgung rund um die Uhr verantwortlich zeichnet. Einsparungen durch die Umsetzung der Rabattverträge seien erwünschte Nebenaspekte, würden die Apotheken aber gleichzeitig administrativ extrem belasten.
Für die Weiterentwicklung der öffentlichen Apotheke gehört nach Kiefer unabdingbar das Medikationsmanagement für Patienten, die dauerhaft mehrere Medikamente einnehmen. Dazu sei es aber unabdingbar, dass Ärzte und Apotheker enger zusammenarbeiten. »Das ist zielführend, denn Ärzte haben bei der Arzneimitteltherapie andere Aufgaben und durch ihre Ausbildungen auch einen anderen Blickwinkel als Apotheker. Die beiden Heilberufe ergänzen sich im therapeutischen Team auf Augenhöhe.« Dazu gehöre auch, dass Apotheker Ärzte stärker als bisher zu Arzneimittelfragen informieren. Um das Medikationsmanagement bewältigen zu können, seien gewisse Änderungen im Pharmaziestudium nötig. »Die breite naturwissenschaftliche Ausbildung durch das Studium muss erhalten bleiben. Notwendige Anpassungen der Ausbildungsinhalte will die Bundesapothekerkammer zusammen mit den Hochschullehrern der pharmazeutischen Institute erarbeiten.«

Apotheker helfen bei Bluthochdruck

Bluthochdruck schleicht sich wie ein Geheimagent ins Leben. Lautlos und unbemerkt. Er tut nicht weh. Und genau das ist das Problem bei seiner Diagnose und Behandlung. Damit Medikamente dennoch gut wirken können, gibt Apothekerin Erika Fink in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 15. März 2014 wertvolle Tipps.
Während der ersten Wochen der Therapie fühlen sich viele Patienten nicht wirklich wohl: Weil der Blutdruck sinkt, sind sie oft müde, schlapp und antriebsarm. Diese Phase gilt es durchzuhalten, mahnt Erika Fink, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen. Der Körper gewöhnt sich innerhalb einiger Wochen wieder an den normalen Blutdruck, und das Wohlbefinden kehrt zurück. Auch wichtig: »Die Arzneimittel müssen jeden Tag genommen werden und nicht nach subjektiv empfundenem Befinden. Eine unregelmäßige Einnahme belastet den Körper unnötig.«
Der optimale Einnahmezeitpunkt der Medikamente ist individuell verschieden und wird am besten immer mit Arzt oder Apotheker abgesprochen. Wenn der Arzt die morgendliche Einnahme empfiehlt, sollte das eingehalten werden – auch wenn die Nachbarin davon berichtet, dass sie ihre Arznei abends einnehmen müsse. Auf den Arzt oder Apotheker ist auch dann zu hören, wenn es um Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten geht, die dauerhaft eingenommen werden müssen. Viele Medikamente schwächen die Wirkung blutdrucksenkender Präparate ab. Dann muss nach Alternativen gesucht werden. Auch mit Nahrungsergänzungs- und Lebensmitteln kann es Probleme geben. »Patienten sollten sich daher immer die Zeit für eine Beratung in der Apotheke nehmen.«

Apotheker helfen Senioren, 01.03.2014

Besonders ältere Patienten sind es, die Probleme mit ihrer Arzneimittelanwendung haben. Doch sie müssen die Schwierigkeiten beim Öffnen der Arzneimittelpackung, bei der korrekten Dosierung der Arznei oder bei der Lagerung nicht hinnehmen. Apotheker sind durch ihr Studium Arzneimittelexperten und können bei diesen Problemen helfen. Wie Abhilfe zu schaffen ist, darüber informiert die Neue Apotheken Illustrierte in ihrer aktuellen Ausgabe vom 1. März 2014. Drei Beispiele:
1. Oft sind es Augentropfen, die bei der Anwendung Schwierigkeiten bereiten. Die Probleme beginnen häufig bereits beim Öffnen der Fläschchen. Bei der Anwendung muss man kräftig Druck auf das stabile Material ausüben und zugleich gut zielen, um mit dem Tropfen den Bindehautsack des Auges zu treffen. Es geht aber auch anders: Der Patient kann sich alternativ flach auf den Rücken legen und das Fläschchen mit beiden Händen greifen. Dann lässt er die Augentropfen bei fast geschlossenen Augen auf den inneren Lidwinkel gleiten. Beim Öffnen der Augen verteilen sich diese auf der Augenoberfläche. Daneben gibt es eine Reihe von Hilfsmitteln, mit denen man die Augentropfen leichter ins Auge bringt.
2. Auch die Anwendung von Inhalationskapseln erfordert Kraft. So müssen die Patienten die Kapseln erst in einen speziellen Inhalator einsetzen und dann durch Druck auf zwei gegenüberliegende Tasten durchstechen, damit sich der Inhalt auch inhalieren lässt. Reicht dazu die Kraft nicht aus, können Patienten statt mit den Fingerspitzen auch mit Daumen und Zeigefingerseite zugreifen, raten Apotheker. Der Druck lasse sich außerdem erhöhen, wenn man die Inhalator-Tasten beispielsweise mit einer umgedrehten Glasflasche gegen einen festen Widerstand wie etwa eine Wand drückt.
3. Bereitet das Abzählen von Tropfen auf einen Löffel aufgrund einer Sehschwäche Schwierigkeiten, kann ein dünnwandiger Plastikbecher helfen. Oben am Rand anfassen. Beim Hineinfallen verursacht jeder Tropfen ein Geräusch, das das Abzählen erleichtert.

In der Apotheke mehr Zeit für Beratung, 16.02.2014

Es klingt paradox: Durch Roboter wird der Apothekenbesuch menschlicher. Sie helfen Apothekern, und damit haben sie mehr Zeit, sich den Patienten zu widmen. Gab es solche Kommissionierautomaten bis vor ein paar Jahren hauptsächlich in großen Apotheken, entscheiden sich heute auch immer mehr kleine Apotheken für die Roboter-Hilfe. Die Redaktion der Neuen Apotheken Illustrierten hat in der aktuellen Ausgabe vom 15. Februar 2014 die Vorteile zusammengestellt.
Viele Apotheken, vor allem solche im ländlichen Bereich, haben Probleme, pharmazeutisches Personal zu finden. Gleichzeitig steigt aber der Bedarf an Beratung: Die Menschen werden älter, und viele benötigen eine Reihe von Medikamenten. Hier nimmt der Kommissionierer dem Apotheker und seinen Angestellten Arbeit ab, indem er die angeforderten Arzneimittel aus den Regalen zusammensucht und somit viele Laufwege erspart. So bleibt mehr Zeit für die Beratung; Apotheker & Co. wenden sich nicht ab, um Arzneimittel zu holen, sondern können sich mit dem Patienten besprechen.
Der Kommissionierautomat kontrolliert die Verfalldaten und hält das Lager aktuell. Außerdem können Arzneimittel ganz leicht aussortiert oder neu an Lager genommen werden. So kann der Apotheker mehr Präparate an Lager und für seine Patienten vorrätig halten. Ein Aspekt, der besonders Rabattarzneimittel betrifft. Zudem müssen Kunden dann deshalb nicht ein zweites Mal die Offizin aufsuchen, um das bestellte Arzneimittel abzuholen.
Wie arbeitet der Kommissionierer: In seinem Inneren befinden sich die Arzneimittel in offenen Rollregalfächern. Fordert der Apotheker ein Arzneimittel an, fährt ein Greifarm im Kommissionierer an den eingespeicherten Lagerplatz, saugt die Packung auf ein Tablett zwischen die Backen eines Greifers und fährt damit zum Ausgabenschacht. Dieser Vorgang dauert nur wenige Sekunden.

Das leisten Apotheken, 01.02.2014

Die Apotheke besteht nicht nur aus dem Verkaufsraum, der sogenannten Offizin, in dem der Kunde vom Apotheker oder seinem Personal seine Medikamente erhält. Um die Arzneimittelversor­gung sicher und umfassend gewährleisten zu können, be­nötigen Apotheken weit mehr Knowhow, Personal und Räum­lich­keiten. Mehr dazu in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 1. Februar 2014.
Neben der fachkundigen Beratung zu Arzneimittelwechsel­wirkungen, -risiken oder -wechselwirkungen stellen die Apotheker auch individuelle, eigens auf den Patienten zugeschnittene Arzneimittel her. Die für diese Rezepturen nötigen Ausgangsstoffe müssen zuvor in der Apotheke geprüft werden. Ist die Apotheke dafür spezialisiert, können in einem besonderen Raum auch sogenannte Parenteralia hergestellt werden, also Infusionen beispielsweise für Krebskranke.
Der Apotheker erfüllt noch mehr Kontrollfunktionen. So werden stichprobenartig jeden Tag Fertigarzneimittel überprüft, fehlerhafte Packungen aussortiert und Auffälligkeiten an die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker gemeldet. Das ist ein wichtiger Baustein in Sachen Arzneimittelsicherheit.
Weitere Serviceangebote: Blutuntersuchungen, Versorgung von Alten- und Pflegeheimen, Hilfsmittel wie Babywaagen, spezielles Medikationsmanagement, Ernährungs- und Impfberatung, Nacht- und Notdienst an Sonn- und Feiertagen. Ein vielfältiges Angebot also, das sich sehen lassen kann.

Pläne der neuen Bundesregierung, 15.01.2014

Auf den ersten Blick können die Apotheker mit dem Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung zufrieden sein. Immerhin bekennt er sich zur wohnortnahen Arzneimittelversorgung durch Freiberufler in inhabergeführten Apotheken. Doch ist der Vertrag für die Apothekerschaft nur positiv zu werten? Fritz Becker, Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbandes, kommentiert den Koalitionsvertrag aus Apothekersicht in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 15. Januar 2014. »Natürlich freuen wir uns über das klare Bekenntnis zu einer hochwertigen und sicheren Arzneimittelversorgung durch inhabergeführte Apotheken. Doch insgesamt enthält das Papier neben Chancen auch Herausforderungen, wie die bessere Verzahnung von ärztlicher und apothekerlicher Notdienstversorgung im ambulanten Bereich«, sagt Becker. Außerdem sei es wichtig, dass die Kompetenz der Apotheker besser genutzt werde. »Dazu braucht man einerseits planbare Rahmenbedingungen, andererseits aber auch Spielraum für Kreativität, wie bei Verhandlungen mit Ärzten und Krankenkassen. Im Koalitionsvertrag stehen mehrere solcher Ansatzpunkte für apothekerliche Leistungen. Dazu gehören die Prävention, ein patientenfreundliches Entlassungsmanagement vom stationären in den ambulanten Bereich sowie die strukturierte Versorgung von chronisch kranken Patienten.« Und wie sieht es mit dem Finanziellen aus? Ist das Honorar für die Apothekerschaft angemessen? Becker: »Wenn die Gesellschaft immer mehr und immer Besseres verlangt, muss das letztlich auch von den Krankenkassen bezahlt werden. Sie sparen nämlich auch Geld ein, wenn Doppelverordnungen oder unnötige Klinikeinweisungen durch Medikationsmanagement vermieden werden können.«

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