Apotheken-Information


15.2.2019, Patient profitiert vom Medikationsplan

Je mehr Arznei- und Nahrungsergänzungsmittel ein Patient einnimmt, desto größer die Gefahr, dass sie sich gegenseitig beeinflussen und die Wirkung in irgendeiner Weise verändert wird. Damit dies im Vorfeld abgeklärt werden kann, wurde der sogenannte Medikationsplan eingeführt. Die Neue Apotheken Illustrierte stellt in ihrer aktuellen Ausgabe dieses Angebot in Sachen Arzneimittelsicherheit näher vor.

Einen Anspruch auf diesen Medikationsplan haben alle Patienten, die regelmäßig drei oder mehr vom Arzt verordnete Arzneimittel einnehmen. Gerade wenn der Patient mehrere Ärzte aufsucht, die nicht unbedingt voneinander wissen, hilft ein solcher Plan. Während der Hausarzt oft noch weiß, zu welchen Fachärzten sein Patient geht, ist das bei den behandelnden Spezialisten meist unbekannt. Sie fragen üblicherweise nur nach dem Hausarzt, zu dem sie ihren Befund später schicken sollen.

Der Medikationsplan, den meist der Hausarzt ausstellt, verzeichnet sämtliche Präparate, die der Patient einnimmt. Für weitere Ärzte und den Apotheker ist die Medikation ersichtlich, das kann bei der Suche nach einem geeigneten Mittel behilflich sein. Zurzeit wird der Medikationsplan in Papierform geführt. Ärzte und Apotheker ergänzen ihn schriftlich. Wer eine Stammapotheke besucht, hat oft den Vorteil, dass diese die verschriebenen und selbst gekauften Arzneimittel in einer persönlichen Datenbank erfasst. Diese kann der Apotheker beim Wechselwirkungscheck mit neuen Präparaten oder für seine Empfehlung zu Rate ziehen. So ist der Patient auf der sicheren Seite.

Wechselwirkungs-Check durch den Apotheker bringt Sicherheit

Je mehr Arzneimittel ein Patient einnimmt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Arzneistoffe untereinander interagieren und sich in ihrer Wirkung behindern. Mit seinem Fachwissen, unterstützt von moderner Technologie, erkennt der Apotheker solche Probleme bereits im Vorfeld. Warum es hierbei von Vorteil ist, eine Stammapotheke zu haben, erklärt die aktuelle Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten.

Bei der Abgabe eines rezeptpflichtigen Arzneimittels checkt der Apotheker routinemäßig, welche Mittel verschrieben sind und ob er exakt diese oder vergleichbare aushändigen muss; Stichwort Rabattverträge mit den gesetzlichen Krankenkassen. Neben all der Routine gilt es jedoch, jeden Patienten und jedes Rezept als Einzelfall zu betrachten, der genauer Aufmerksamkeit bedarf.

Für den Patienten kaum zu bemerken, steht für den Apotheker bereits zu Anfang der Beratung auf dem Plan: Vertragen sich die verschriebenen Medikamente oder könnten sie untereinander oder mit gängigen Nahrungsmitteln Wechselwirkungen eingehen? So etwa bestimmte Antibiotika und Milchprodukte oder Allergiemittel und Alkohol. Dabei helfen dem Apotheker seine Ausbildung und die Software seines Kassensystems.

Diesbezüglich eine Stammapotheke zu haben, hat Vorteile: Kennt der Apotheker den Patienten, kann er die aktuell verschriebenen Medikamente in Beziehung zu nicht verschreibungspflichtigen Präparaten oder Vitamin- und Mineralstoffpräparaten setzen, die der Patient dort bereits früher gekauft hat. Auch bekannte Vorerkrankungen wie Asthma, Nieren- oder Leberleiden könnten dazu führen, dass sich manche Arzneimittel für den Patienten nicht eignen. Der Besuch einer Stammapotheke ermöglicht eine individuellere Beratung und sorgt so für mehr Sicherheit bei der Einnahme von Arzneimitteln.

Digitale Apotheke: Apps für die Gesundheit

Das vom Arzt ausgestellte Rezept mit dem Smartphone fotografieren und das Medikament mit einem Klick vorbestellen: Diesen Service bieten immer mehr Apotheken an. Katja Förster vom Hessischen Apothekerverband erklärt in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten, was der digitale Wandel in den Apotheken für die Kunden bedeutet.

„Durch digitale Unterstützung kann die Apotheke vor Ort ihren Patienten noch näher sein. Zertifizierte Apps ermöglichen die einfache und sichere Übermittlung beispielsweise von Rezeptdaten an die Apotheke. Dadurch sind Arzneimittel noch schneller verfügbar, die Patienten können ihre Therapien zügiger beginnen“, erklärt Förster die Tatsache, dass digitale Dienste den persönlichen Kontakt zum Apotheker, obwohl es widersprüchlich scheint, eigentlich verbessern.

Patienten sollten in ihrer Hausapotheke nachfragen, so Förster, ob sie eine apothekenspezifische App zur Übermittlung von Verordnungen anbietet. Es gibt verschiedene Anbieter von Apps, die ähnliche Funktionalitäten und Sicherheitsstandards anbieten. Für die Nutzung der App scannt der Patient einfach einen Barcode der Apotheke. Dann kann er seine abfotografierten Verordnungen über eine sichere Verbindung in seine Apotheke übermitteln. Damit sparen sich die Patienten doppelte Wege, sie erhalten ihre Arzneimittel schneller und können sie sich bei Bedarf auch nach Hause bringen lassen.

„Mit der von uns gemeinsam mit dem Apothekenrechenzentrum Darmstadt entwickelten App apojet werden sich die Patienten in Kürze auch an die Einnahme ihrer Medikamente erinnern lassen können. Zudem können sie ihren Medikationsplan digital führen“, stellt die Fachfrau in Aussicht.

Apotheken-Award: Innovationen mit Patientennutzen

„Der Deutsche Apotheken-Award soll ein deutliches Signal senden, wie engagiert sich die Apotheken für die Belange ihrer Patienten und Kunden einsetzen“, sagt Claudia Berger als Schirmherrin des Deutschen Apotheken-Awards 2019. Die Ausschreibung für innovative Projekte aus den Reihen der Apotheker hat begonnen, berichtet die Neue Apotheken Illustrierte in ihrer aktuellen Ausgabe.

„Für viele Menschen in der Stadt und auf dem Land sind die Apotheker die ersten Ansprechpartner, wenn es um Fragen rund um die Gesundheit geht. Und das wird auch so bleiben, wenn die Apotheker mit innovativen Ideen und kreativen Angeboten auf die wachsenden Bedürfnisse der Menschen eingehen“, informiert Berger. „Mit dem Deutschen Apotheken-Award wollen wir auch kleinen, aber klugen Projekten eine große Bühne geben, damit sie Nachahmer finden und der Gesellschaft nützen.“

Der Startschuss ist vor einem Monat gefallen, aber der Zieleinlauf findet erst im Februar kommenden Jahres statt: Bis dahin können sich Apotheken mit fortschrittlichen Konzepten und patientenorientierten Projekten um den Deutschen Apotheken-Award 2019 bewerben. Bereits zum dritten Mal nach 2015 und 2017 schreibt der Deutsche Apothekerverband (DAV) diesen Preis aus, der bei einem Festakt am 9. Mai 2019 in Berlin verliehen wird. Gefragt sind alle Projekte, Programme oder Modellvorhaben, die seit mindestens sechs Monaten bestehen und möglichst auf andere Apotheken übertragbar sind. Dotiert ist die Auszeichnung mit insgesamt 8.000 Euro.

Die fünf Pflegegrade und was sie bedeuten

Seit Januar 2017 stuft der Gesetzgeber Pflegebedürftige in die Pflegegrade 1 bis 5 ein. Bei den Prüfungen des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung schätzt ein Gutachter mithilfe eins Punktesystems die Selbstständigkeit der Betroffenen ein. Die Neue Apotheken Illustrierte erklärt in der aktuellen Ausgabe die Einteilung in die einzelnen Grade. Bei der niedrigsten Einstufung – Pflegegrad 1 (12,5 bis 26 Punkte) – besteht bei den Betroffenen nur eine geringfügige Einschränkung. Das bedeutet einen Anspruch von 125 Euro monatlich für Betreuungs- und Entlastungsleistungen.

Pflegegrad 2 (27 bis unter 47,5 Punkten) bestätigt eine erhebliche Beeinträchtigung der Selbstständigkeit. Es besteht ein Anspruch auf Pflegesachleistungen – auch im Rahmen von teilstationärer Pflege – von monatlich 689 Euro. Alternativ gibt es bei häuslicher Pflege bis zu 316 Euro im Monat an Pflegegeld, bei vollstationärer Pflege einen Zuschuss von 770 Euro.´

Pflegegrad 3 (47,5 bis unter 70 Punkte) bedeutet den Anspruch von monatlich 1298 Euro für Pflegesachleistungen oder 545 Euro Pflegegeld oder einen Zuschuss zur vollstationären Versorgung im Alten- oder Pflegeheim in Höhe von 1262 Euro.

Schwerste Beeinträchtigungen der Selbständigkeit bescheinigt Pflegegrad 4 (70 bis unter 90 Punkte). Die Leistungen monatlich: Pflegesachleistungen oder teilstationäre Pflege in Höhe von 1612 Euro oder alternativ 728 Euro Pflegegeld oder ein Zuschuss zu vollstationärer Pflege in Höhe von 1775 Euro.

Schwerste Beeinträchtigungen mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung bilden die Voraussetzungen für Pflegegrad 5 (90 bis 100 Punkte). Die Leistungen monatlich: Pflegesachleistungen oder teilstationäre Pflege bis zur Höhe von 1995 Euro oder alternativ 901 Euro Pflegegeld oder Zuschuss zu vollstationärer Pflege in Höhe von 2005 Euro.

1.11.2018, Gut vorsorgen – Betreuung im Alter regeln

Können Menschen krankheitsbedingt nicht mehr für sich selbst entscheiden, hilft es Angehörigen oder Partnern sehr, wenn sie wissen, wie private, gesundheitliche oder geschäftliche Fragen des Kranken zu regeln sind. Die Neue Apotheken Illustrierte erklärt in ihrer aktuellen Ausgabe den Unterschied zwischen einer Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung.

Mit einer Vorsorgevollmacht beauftragen wir eine oder mehrere Personen unseres Vertrauens, in unserem Namen zu handeln. Diese Vollmacht kann sich auf Bereiche wie die Gesundheit oder Vermögensangelegenheiten beziehen und berechtigt zur Vertretung in Rechtsgeschäften. In einer Vorsorgevollmacht können sämtliche Details aufgeführt werden, wie und wann eine dritte Person agieren soll. Formvorschriften für diese Vollmacht existieren nicht. Die Wünsche sollten aber schriftlich und verständlich formuliert sein. Eine gerichtliche Beaufsichtigung der Vertretung erfolgt bei der Vorsorgevollmacht nicht. Möglich ist die Beglaubigung der Vorsorgevollmacht zum Beispiel bei einem Notar oder durch Behörden. Diese kann Zweifel an der Geschäftstüchtigkeit oder der Richtigkeit der Unterschrift ausräumen. In einigen Bereichen muss diese Beglaubigung vorliegen, etwa zum Erwerb oder zur Veräußerung von Grundstücken oder für die Aufnahme von Darlehen.

Selbst wenn formuliert wird, dass die Person des Vertrauens den Betroffenen in allen Angelegenheiten vertritt, sind einige Fälle prinzipiell ausgeschlossen. Nicht ohne weiteres zustimmen kann diese Person einer ärztlichen Untersuchung, einer medizinischen Behandlung, einem Eingriff wie beispielsweise einer Herzoperation oder einer Organspende, wenn Lebensgefahr besteht oder nachhaltiger Gesundheitsschaden droht.

Von der Vollmacht deutlich unterscheiden muss man eine Betreuungsverfügung. Hier ist es nicht möglich unabhängig von Gerichten zu agieren. In einer Betreuungsverfügung werden Wünsche festgehalten, falls eine Betreuung aufgrund der gesundheitlichen Situation notwendig wird. Auch hierbei geht es um Fragen der Vermögensverwaltung oder auch der gesundheitlichen Versorgung. Dem Betreuer wird durch eine gerichtliche Bestellung die Vertretungsvollmacht in einem festgelegten Aufgabenbereich erteilt. Das Betreuungsgericht überprüft dann auch die Einhaltung der Verfügung und kontrolliert zum Beispiel Kontobewegungen des Verfügenden. Man kann in einer Betreuungsverfügung Betreuer vorschlagen, die das Betreuungsgericht im Betreuungsfall einsetzen soll, und man kann bestimmte Personen als Betreuer ausschließen.

15.10.20158, Ein Plan für Medikamente

Wie lassen sich Komplikationen bei der Arzneimitteleinnahme besser vermeiden? Indem niedergelassene Ärzte und Apotheker intensiver zusammenarbeiten. Das untersucht das Projekt ARMIN – das Medikationsmanagement der Arzneimittelinitiative Sachsen-Thüringen. Über die Erfahrungen der vergangenen zwei Jahre berichtet Mike Mätzler, Versorgungs- und Prüfwesen bei der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen, in der Neuen Apotheken Illustrierten vom 15.10.2018.

Bei ARMIN wird das Wort „Medikationsmanagement“ mit Leben gefüllt. Mätzler: „Es geht dabei um die kontinuierliche Betreuung eines Patienten im Hinblick auf seine Arzneimitteltherapie. Der Patient soll dabei in die Priorisierung der Medikamente mit einbezogen und stetig über seine einzunehmenden Arzneimittel aufgeklärt werden.“

Beim Medikationsmanagement spielt die Zusammenarbeit mit dem Apotheker deshalb eine große Rolle, da auf dem Medikationsplan nicht nur verschreibungspflichtige, sondern sämtliche ohne Rezept in der Apotheke erworbenen Präparate aufgelistet werden. Denn auch zwischen diesen können Wechselwirkungen auftreten. „Es geht dabei nicht nur um die bloße Verwaltung eine Medikationsplanes, sondern um die aktive Betreuung des Patienten“, erklärt Mätzler. Ärzte und Apotheker erklären und beobachten beim Patienten die Anwendung der jeweiligen Arzneimittel. Und das könne auch bedeuten, dass mal ein Medikament wegfällt, weil es zu Mehrfachverschreibung durch verschiedene Ärzte gekommen ist oder weil es zwischen den beteiligten Präparaten zu Wechselwirkungen kommen würde.

Im ARMIN-Projekt in Sachsen und Thüringen sind derzeit rund 4 000 Patienten eingeschrieben. Laut Mätzler kommen derzeit pro Monat etwa 100 Patienten dazu. „Gerne würden wir die Zahl auf 10 000 steigern, um in der anschließenden Evaluation statistisch aussagekräftige Daten zu erhalten.“ Daten, die beweisen, dass sich der intensive Austausch zwischen Arzt und Apotheker zum Wohle der Patienten lohnt.

15.9.2018, Apotheke und Digitalisierung

Alle Welt redet derzeit von Digitalisierung. Das macht auch vor dem Gesundheitswesen nicht halt. Was bedeutet das etwa für die Apotheken? Die Neue Apotheken Illustrierte hat in ihrer aktuellen Ausgabe bei Patrick Kwik, Vorstandsmitglied des Landesapothekerverbandes Baden-Württemberg, nachgefragt.

Die Digitalisierung ist in Deutschlands Apotheken in vollem Gange. Und das schon seit geraumer Zeit. Die Apotheken nutzen die digitale Welt, um jegliche Vorteile für den Patienten herauszuholen. »Wir sind etwa mit dem Pharmagroßhandel vernetzt und können die Verfügbarkeit von Arzneimitteln klären. Über Datenbanken klären wir ab, ob es zwischen verschiedenen Medikamenten unerwünschte Wechsel-wirkungen gibt. Und ab Februar 2019 werden wir zusätzlich digital überprüfen, ob das Medikament des Patienten auch ein Echtheitszertifikat besitzt«, zählt Kwik einige Beispiele auf.

Auch das eigene Smartphone spielt bei der Kommunikation mit der Apotheke eine große Rolle. Kwik: »Die baden-württembergischen Apotheken setzen hierbei auf eine einheitliche App, die diese Kommunikation sicherstellt.« Die App ist hinsichtlich der Datensicherheit zertifiziert. Apotheken in anderen Bundesländern bieten einen ähnlichen Service.

»Mit unserer App lassen sich Arzneimittel vorbestellen. Bei verschreibungspflichtigen Präparaten fotografiert der Kunde sein Rezept und schickt es über die App an seine Apotheke. Der Kunde erfährt, wann er das Medikament in seiner Apotheke abholen kann, oder er bekommt es mit dem pharmazeutischen Botendienst im Einzelfall zugestellt.« Wenn der Patient eine »Hausapotheke« hat, dann verbindet sich das System damit. Doch auch wenn er sich in Stuttgart, Karlsruhe oder Freiburg befindet: Er wählt für jede Vorbestellung die Apotheker, die er möchte.

5 Jahre Nacht- und Notdienstfonds

Damit die halbe Million Nacht- und Notdienste, die Deutschlands Apotheker Jahr für Jahr leisten, besser finanziert werden können, wurde vor fünf Jahren ein spezieller Fonds geschaffen. Über diesen Fonds informiert Fritz Becker, Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbands, in der Neuen Apotheken Illustrierten vom 15. August 2018.

„Wenn ein Apotheker Nacht- oder Notdienst leistet, dann tut er das zusätzlich zu seinen übrigen Aufgaben. Seine Arbeitszeiten werden also sehr viel länger“, erklärt Apotheker Becker die Ausgangslage. „Die Apotheken in ländlichen Gebieten müssen jedoch häufiger Notdienste leisten als die Apotheken in Städten. Denn in der Stadt gibt es viele Apotheken, und entsprechend viele Apotheken sind von den Entfernungen her auch nachts für Patienten erreichbar. Anders auf dem Land: Wenn es im Umkreis von 20 Kilometern nur zwei Apotheken gibt, dann ist eine dieser beiden immer geöffnet. Denn sonst müssten die Patienten unzumutbar lange Wege in Kauf nehmen. Um diesen Nachteil der Landapotheken zumindest teilweise auszugleichen, gibt es den Nacht- und Notdienstfonds.“

Die Grundidee, die dahinter steckt, ist laut Becker die gleiche Vergütung eines jeden Nachtdienstes, egal ob von einer Land- oder Stadtapotheke vorgenommen. Landapotheken, die mehr Notdienste ableisten, sollen mehr Ausgleichszahlungen bekommen. „Um dieses Geld einzusammeln, wird bei jeder abgegebenen Arzneimittelpackung ein Festzuschlag in Höhe von 16 Cent in einen Topf eingezahlt. Dieser Topf ist der so-genannte Fonds. Die Mitarbeiter des Fonds erfassen über die Apothekerkammern der Länder, wie viele Notdienste bundesweit geleistet wurden. Dann teilen sie die gesammelten Einnahmen durch die Anzahl der Notdienste und schütten dieses anteilige Honorar an die Apotheken aus.“

Beckers Fazit nach den ersten fünf Jahren: „Die flächendeckende Versorgung auch im Nacht- und Notdienst ist klar gestärkt worden. Es funktioniert reibungslos und alle sind zufriedener als zuvor.“

Sonnenschutztipps für empfindliche Haut

Um die Sommersonne richtig genießen zu können, gilt es, sich auch vor ihr zu schützen. Wertvolle Tipps für Menschen mit empfindlicher Haut gibt Apotheker Wolfgang Pfeil, Mitglied des Geschäftsführenden Vorstands der Bundesapothekerkammer, in der Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 1. August 2018.

Wer schlau ist, nutz Sonnenschutzmittel. Darauf zu verzichten, bringt die Haut laut Pfeil in Schwierigkeiten: »Das reicht von Sonnenbrand über Hautalterung bis Hautkrebs. Sonnenschutzmittel sind deshalb unerlässlich.« Doch nicht jedes Sonnenschutzmittel ist für jeden geeignet. Besonders Menschen mit empfindlicher Haut sollten sich in der Apotheke beraten lassen.

Einige Menschen reagieren auf die Sonne mit einem Hautausschlag, auch Sonnenallergie oder Mallorca-Akne genannt. Dann eignen sich Präparate mit einem hohen UV-A-Schutz, die überdies noch fett- und emulgatorfrei sind, empfiehlt Pfeil. Allerdings hält er es für sinnvoll, wenn Betroffene ausgiebige Sonnenbäder meiden und die Haut mit Kleidung bedecken.

Zudem weist Pfeil darauf hin, Sonnenschutzmittel großzügig aufzutragen. »Viel hilft viel. Als Faustregel gilt: Ein Erwachsener braucht für das einmalige Eincremen des ganzen Körpers etwa drei bis vier Esslöffel. Sonnenschutzmittel in Sprayform werden oft zu dünn aufgetragen. Das liegt daran, dass sie in größeren Mengen klebrig sind. Durch Schwitzen oder den Kontakt mit Textilien oder Wasser verliert man Sonnenschutz. Deshalb ist es wichtig, häufig nachzucremen – auch bei wasserfesten Mitteln.«

Wie lange das Sonnenschutzmittel in der Sonne schützt, hängt nicht nur vom Lichtschutzfaktor ab, sondern auch von der Eigenschutzzeit der Haut. Pfeil: »Die Eigenschutzzeit multipliziert mit dem Lichtschutzfaktor (LSF) ergibt die maximal empfehlenswerte Zeit, die man in der Sonnen verbringen sollte.« Blasse Nordeuropäer haben generell eine kürzere Eigenschutzzeit als Afrikaner. Am besten reizt man die maximal mögliche Zeit nicht ganz aus, sondern geht etwas früher aus der Sonne.

15.7.2018, Dr. Smartphone: Handys im Dienste der Gesundheit

Smartphones und Tablet-Computer stehen mittlerweile auch im Dienste unserer Gesundheit. Mit Hilfe spezieller Gesundheits-Apps informieren, erinnern, unterstützen und zeichnen sie gemessene Werte auf. Die Neue Apotheken Illustrierte vom 15. Juli 2018 informiert, was Apps leisten können und wo die Grenzen liegen. Eigentlich geht es ganz einfach und eine App ist schnell heruntergeladen. Doch vor dem Download rät Dr. Urs-Vito Albrecht, der sich umfangreich mit Chancen und Risiken von Gesundheits-Apps befasst hat, einen genauen Blick auf die App-Beschreibung zu werfen. Folgendes ist zu prüfen:

Wann die App tatsächlich leisten, was sie vorgibt?
Ist die App-Beschreibung ausführlich und enthält nicht nur Werbeversprechen, macht das einen guten Eindruck. Zu einer seriösen Beschreibung gehört auch, dass eindeutig der Zweck der App benannt ist und auch das, wozu sie nicht gedacht ist.

Wer hat die App entwickelt?
Im Impressum sollte ersichtlich sein, wer für die App verantwortlich ist und ob er oder sie auch qualifiziert ist, entsprechende Inhalte anzubieten.

Ist klar, wer die App finanziert und wie? Nutzer dürfen nicht vergessen, dass eine App in der Entwicklung sehr teuer sein kann. Ist das Angebot kostenlos, muss es sich dennoch lohnen. Eine Möglichkeit ist, dass der Hersteller die Fülle an Daten, die der Nutzer preisgibt, verwendet oder sogar an Dritte weitergibt.

Gibt es eine Datenschutzerklärung?
Seriöse Anbieter erklären, ob und wenn ja wie persönliche Gesundheits- oder Nutzungsdaten aufgezeichnet und verwendet werden. Bei manchen Apps gibt es die Möglichkeit, die Zustimmung zur Verwendung der Daten jederzeit wieder rückgängig zu machen, etwa durch Anklicken eines Kontrollfeldes in der Datenschutzerklärung.

15.5.2018, Gutes braucht Zeit: Rezeptbelieferung

Gibt man ein Rezept in der Apotheke ab, vertieft sich der Apotheker zumeist erstmal in den Computer, bevor er ein Präparat aushändigt. Manchmal heißt dieses dann auch noch anders als auf dem Rezept vorgesehen. Was steckt dahinter? Die Neue Apotheken Illustrierten vom 15. Mai 2018 klärt auf.

Auch Apotheken unterliegen Sparbemühungen im Gesundheitswesen: Tagtäglich besteht ein Teil der Arbeit der Apothekenmitarbeiter mit den Patienten darin, die Vorgaben verschiedener Regelungen zu erfüllen, die den Zweck haben, die Arzneimittelversorgung für die Krankenkassen preisgünstiger zu machen. Prominentestes Beispiel dafür sind die Rabattverträge.

Im Grundsatz funktionieren diese Verträge so: Kasse A schließt mit Arzneimittelhersteller B einen Vertrag. Dieser regelt den genauen Preis, zu dem die Versicherten der Kasse A Medikamente, etwa mit dem cholesterinsenkenden Wirkstoff Pravastatin, bekommen. Kommt nun ein Versicherter der Kasse A mit einem Rezept über Pravastatin in die Apotheke, muss der Apotheker ihm das Präparat von Hersteller B aushändigen, selbst wenn der Arzt ein anderes verordnet hat. Hält sich der Apotheker nicht an die Vorgaben, läuft er Gefahr, von der Kasse kein Geld für das abgegebene Medikament zu bekommen.

In Deutschland gibt es viele gesetzliche Krankenkassen. Jede für sich schließt Rabattverträge für einzelne Wirkstoffe oft mit vielen unterschiedlichen Herstellern ab. Daraus ergeben sich unzählige Vertragskombinationen, die sich noch dazu regelmäßig ändern. Und wenn die Rabattverträge neu ausgeschrieben werden, wechseln oft die liefernden Hersteller, Und nicht immer können sie auch liefern.

Um die unübersichtliche Lage zu überblicken und das jeweils richtige Präparat zu finden, muss der Apotheker eine Datenbank zu Rate ziehen, bevor er ein Rezept beliefern kann. Auch wenn die Recherche im Computer manchmal etwas Zeit benötigt, gehört sie heute zur korrekten Versorgung mit Arzneimitteln dazu. Die vielfältigen Rabattverträge rechtfertigen also den Blick des Apothekers in den Computer während des Beratungsgesprächs.

Polio: Innerhalb der nächsten Jahre besiegt?

Fast ist es erreicht und damit eine beispiellose jahrzehntelange und gemeinsame Kampagne von privaten und öffentlichen Initiativen am Ziel: der endgültige Sieg über die Kinderlähmung. Nur zwei Länder weltweit melden noch vereinzelte Erkrankungen. Zur Erinnerung: Noch 1988 litten 350 000 Menschen weltweit unter Polio, wie die Kinderlähmung auch genannt wird. Was fehlt noch am endgültigen Aus für die Polio? Die Neue Apotheken Illustrierte hat in der aktuellen Ausgabe vom 15. April 2018 Dr. Bernd Thoma aus Eschborn des Rotary Clubs interviewt. Er ist Reisemediziner und Assistant District Governor der Rotarier in Hessen.

Laut Thoma ist das Ziel von Null Poliofällen weltweit greifbar nahe. In den beiden verbliebenen endemischen Ländern Pakistan und Afghanistan konzentrierten sich die Anstrengungen auf Impfkampagnen und Überwachungsmaßnahmen. Eine weltweite Ausrottung der Polio innerhalb der nächsten drei bis fünf Jahre scheint ihm bei optimalem Verlauf der Impfkampagnen und anderer Seuchenbekämpfungsmaßnahmen möglich.

Die Rotarier sind eine weltweite Organisation, bestehend aus einem Netz von lokalen Clubs. In Deutschland sind die Rotarier praktisch in jeder kleineren Stadt vertreten, in größeren Städten mit mehreren Ortclubs. Kern des Clublebens sind humanitäre Förderprojekte auf lokaler und internationaler Ebene. Mitglieder sind in der Regel Selbstständige und Führungskräfte aus der Region. Viele Apotheker organisieren sich bei Rotary.

1.4.2018, Nothilfe fürs Herz, Stichpunkt Herzinfarkt

»Immer noch wissen zu viele Menschen in unserem Lande nicht, dass beim Herzinfarkt jede Minute zählt, und warten zu lange«, teilt die Deutsche Herzstiftung in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 1. April 2018 mit. »Aber je schneller der Patient in der Klinik behandelt wird, desto besser sind die Überlebenschancen und umso geringer das Risiko einer schwerwiegenden Schädigung des Herzens.« Folgende acht Tipps helfen, im Fall der Fälle richtig zu handeln:

Schnell handeln, nicht zu lange warten! Das gilt auch nachts und am Wochenende.

Nicht erst zum Hausarzt! Ohne Zeitverzögerung müssen Betroffene ins rettende Krankenhaus gebracht werden. Sie verlieren wertvolle Zeit, wenn sie zunächst beim Hausarzt, bei Verwandten oder Nachbarn anrufen.

Die Notrufnummer lautet 112! Sprechen die Beschwerden für einen Herzinfarkt, immer die Notrufnummer 112 anrufen und den Verdacht auf den Herzinfarkt äußern.

Beim Notruf nicht vorzeitig auflegen! Beim Notruf immer den Namen, die Adresse und die Telefonnummer für Rückfragen hinterlassen. Das Gespräch beendet die Leitstelle.

Der ärztliche Notdienst ist kein Rettungsdienst! Bitte keine Missverständnisse: Die Nummer für den ärztlichen Notdienst ist 116 117 und nicht die 112!

Nicht mit dem Auto in die Klinik! Menschen mit Herzinfarkt sollten sich auf keinen Fall von Bekannten oder Verwandten in die Klinik fahren lassen und schon gar nicht selbst fahren.

Versorgung beginnt bereits zu Hause! Wer den Notarzt ruft, wird bereits in den eigenen vier Wänden und anschließend im Rettungswagen richtig versorgt. Das spart wertvolle Zeit.

Für Zweifler gibt es die Brustschmerzambulanz! Für die, die sich nicht entschließen können, die 112 anzurufen, empfiehlt die Deutsche Herzstiftung, anstatt stundenlang zu Hause abzuwarten, sich mit dem Taxi in die nächste CPU (Chest Pain Unit) bringen zu lassen. Diese Brustschmerzambulanzen sind rund um die Uhr auf Notfälle eingestellt.

15.1.2018, Therapietreue prüfen und fördern

Damit Arzneimittel wirken können, müssen sie korrekt eingenommen werden. Nach Gabriele Regina Overwiening haben besonders Apotheker vielfältige Möglichkeiten, die Therapietreue zu prüfen und zu fördern. In der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 15. März 2018 verdeutlicht die Präsidentin der Apothekerkammer Westfalen-Lippe, dass die Apotheke gerade im Bereich Therapietreue unverzichtbar ist.

„Die Apotheken sind im Bereich der Therapietreue Dreh- und Angelpunkt für den Patienten: Wir können im persönlichen Gespräch direkt bei der Abgabe Medikamente und zugehörige Therapiepläne erklären und somit Ängste und Bedenken ausräumen. Verstehen die Patienten den Sinn ihrer Therapie und den manchmal eben auch nur langfristigen Nutzen, steigt ihre Motivation, ebenfalls ihre Arzneimittel regelmäßig einzunehmen.“

Laut Overwiening gibt es viele Gründe für fehlende Therapietreue. Manche Patienten, besonders ältere oder demente, seien einfach damit überfordert, die Einnahme ihrer Arzneimittel zu organisieren. „Andere fürchten unerwünschte Arzneimittelwirkungen. Sie lassen deswegen die Arzneimittel weg oder nehmen eigenmächtig eine geringere Dosis ein“, erklärt die Apothekerin. Nachlässig werden Patienten oft, wenn sie vom Nutzen der Therapie nicht überzeugt sind oder die Erkrankung zunächst nicht mit einer Einschränkung ihrer Lebensqualität einhergeht. „Bluthochdruck gehört hier klassischerweise dazu. Dabei ist die zuverlässige Einnahme gerade bei bestimmten Wirkstoffen die Basis für eine erfolgreiche Therapie.“

1.3.2018, Rezeptsammelstelle: digital und doch persönlich

Sowohl im baden-württembergischen Neidlingen als auch in Heusweiler-Kutzhof, einer 2000-Seelen-Gemeinde im Saarland, gingen die ersten beiden digitalen Rezeptsammelstellen des Landes ans Netz. Mit der digitalen Übermittlung von Rezeptdaten möchte die Apothekerschaft die Arzneimittelversorgung in ländlichen Gebieten schneller und effektiver machen – ohne dabei auf persönliche Beratung zu verzichten. Die Neue Apotheken Illustrierte berichtet in ihrer aktuellen Ausgabe vom 1. März 2018 von den Pilotprojekten.

Bislang sorgen Rezeptsammelstellen − allein in Baden-Württemberg sind es über 100 – dafür, dass Patienten auch dort, wo keine Apotheke in der Nähe ist, ihre gewünschten Medikamente erhalten. Dazu ist in diesen Ortschaften ein Briefkasten installiert, in den Patienten Rezepte einwerfen können und der täglich durch die versorgende Apotheke des Nachbarortes geleert wird. In Neidlingen und Heusweiler-Kutzhof ersetzt nun ein neues Terminal den bis dato stehenden Briefkasten. Dieses Terminal überträgt das vom Arzt ausgestellte Rezept, das der Patient vom Terminal einlesen lässt, digital an die mit der Versorgung beauftragte Apotheke.

»Uns ging es bei der Idee darum, vor allem Zeit und Wege zu sparen und dadurch die Patientenversorgung auf dem Land noch wirkungsvoller und schneller zu machen«, erklärte Fritz Becker, Vorsitzender des Landes- und des Deutschen Apothekerverbandes, anlässlich der offiziellen Inbetriebnahme. Er sieht die digitale Rezeptsammelstelle als »eine Art Brücke, die die Welt der digitalen Kommunikation und die Welt der persönlichen Betreuung und Beratung der ortsnahen Apotheke miteinander verbindet.«

Bisherige Rezeptsammelstellen brachten bislang einen zeitlichen Verzug der Arzneimittellieferung von etwa einem Tag mit sich. »Jetzt können wir schneller agieren.« Und noch einen weiteren wesentlichen Vorteil nannte Becker: »Mit dem Terminal als Rezeptsammelstelle sind wir in der Lage, von Angesicht zu Angesicht zu agieren. Der Apotheker kann trotz digitaler Übermittlung mit dem Patienten direkt in Kontakt treten«. Der persönliche Kontakt bei der Übergabe des Medikaments sei der entscheidende Unterschied zwischen den digitalen Rezeptsammelstellen und Abgabe-Automaten anderer Anbieter.

15.2.2018, Wann Apotheken geöffnet haben müssen

„Heute von 12 bis 17 Uhr geöffnet“ oder „Wegen Inventur geschlossen“. Solche Hinweisschilder im Schaufenster findet man bei Apotheken nicht. Dr. Isabel Justus, Geschäftsführerin der Apothekerkammer Bremen, klärt auf, warum das so ist. Zu lesen in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 15. Februar 2018.

Apotheken sind zu ständiger Dienstbereitschaft verpflichtet. Das unterscheidet sie von anderen Unternehmen. „Die ständige Dienstbereitschaft bedeutet, dass die Apotheken auch den Notdienst übernehmen. Nur die Apotheken, die keinen Notdienst haben, dürfen in dieser Zeit schließen“, erklärt Justus. Selbst in Ausnahmesituationen – wenn es etwa einen Trauerfall in der Familie des Apothekers gibt – muss die Apotheke dann eigentlich geöffnet bleiben. Der verantwortliche Apotheker muss sich dann um eine Vertretung kümmern.

Die jeweils zuständige Apothekerkammer regelt über die sogenannte Allgemeinverfügung, ob Apotheken etwa mittwochnachmittags oder samstags geschlossen bleiben dürfen. Auch die Zeit für die Mittagspause variiert von Bundesland zu Bundesland, erklärt Justus.

In den vergangenen Jahren sind die allgemeinen Ladenöffnungszeiten liberaler geworden. Deshalb verschwimmen die Zeiten der Notdienste und die der normalen Öffnungszeiten durchaus einmal, befindet Justus. „In Bremen haben wir liberale Ladenöffnungszeiten, die von Montag bis Samstag von 0 bis 24 Uhr gelten. So kann es samstagnachmittags durchaus passieren, dass die eine Apotheke bereits ihren Notdienst leistet, während eine andere, etwa in der Fußgängerzone oder einem Einkaufszentrum, noch regulär geöffnet hat.“

1.2.2018, Die Pille danach aus der Apotheke

Als im Frühjahr 2015 beschlossen wurde, die „Pille danach“ in Apotheken nach ausführlicher Beratung auch rezeptfrei abgeben zu können, war dies ein viel diskutierter Schritt. So gab es die Befürchtung, die „Pille danach“ könnte häufiger missbräuchlich genutzt werden. Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen, berichtet in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 1. Februar 2018 über Erfahrungen, die Apotheker bislang gemacht haben.

Zwar haben Apotheker nach der „Rezeptfreigabe“ mehr Packungen der „Pille danach“ abgegeben, doch „einen Missbrauch der Pille danach haben wir nicht beobachtet“, informiert Ursula Funke. „Insgesamt kann ich sagen, dass die Selbstmedikation mit der „Pille danach“ gut funktioniert und es richtig war, den Frauen in einer Zwangslage einen unbürokratischen Zugang zu Notfallverhütungsmitteln zu ermöglichen.“

Diese positive erste Bilanz ist auch auf die intensive Beratung durch die Apothekerschaft zurückzuführen. Dazu hat die Bundesapothekerkammer einen Beratungsleitfaden entwickelt, der mit den ärztlichen Fachgesellschaften und dem Bundesgesundheitsministerium abgestimmt ist. „In der Beratung wird zum Beispiel darüber informiert, welchen Einfluss der zeitliche Abstand zwischen dem ungeschützten Sex und der Einnahme der „Pille danach“ auf deren Wirksamkeit hat. Vertraulichkeit ist für Apotheken übrigens selbstverständlich: Jede Apotheke bietet eine diskrete Beratung an, und Apotheker unterliegen der Schweigepflicht“, erklärt die Apothekerin.

15.1.2018, Arzneimittelausgaben und Steuererklärung

Gesundheitskosten wie Arzneimittelausgaben können Steuern sparen helfen. Darauf macht Berend Groeneveld, Patientenbeauftragter des Deutschen Apotheker Verbandes, in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 15. Januar 2018 aufmerksam.

Ausgaben für Arzneimittel dürfen bei der Steuererklärung im jeweiligen Einzelfall als „Außergewöhnliche Belastungen“ gemäß Paragraph 33 des Einkommensteuergesetzes geltend gemacht werden, um das zu besteuernde Jahreseinkommen zu reduzieren. „Infrage kommen sowohl die gesetzlichen Zuzahlungen in Höhe von fünf bis zehn Euro pro rezeptpflichtigem Medikament als auch die Kosten für die rezeptfreie Selbstmedikation, wie Magen- und Erkältungsmittel“, informiert Groeneveld. Zu beachten: Die Gesundheitskosten erkennt das Finanzamt im Einzelfall erst ab dem Überschreiten einer bestimmten Belastungsgrenze an. Sie hängt von Einkommen, Familienstand und Kinderzahl ab.

Viele Apotheken unterstützen ihre Kunden, den Nachweis über die Ausgaben für Arzneimittel zu erbringen, weist Groeneveld auf einen Service seiner Kollegen hin. Wer seine Quittungen und Belege im Laufe des Jahres nicht vollständig gesammelt hat, kann in vielen Fällen die Hilfe seiner Stammapotheke in Anspruch nehmen. Als Inhaber einer Kundenkarte kann nachträglich eine Jahresübersicht ausgedruckt werden.

Neben dem Zahlungsbeleg muss auch der Nachweis einer medizinischen Notwendigkeit erbracht werden, erinnert Groeneveld. Bei den gesetzlichen Zuzahlungen für verschreibungspflichtige Medikamente ist ein ärztlich ausgestelltes rosa Rezept bereits Voraussetzung für die Arzneimittelabgabe.

Was Apotheker von einer neuen Regierung erwarten

Die Bildung einer neuen Bundesregierung zieht sich hin. Doch egal welche Koalition am Ende zustand kommt: Apotheker haben ganz bestimmte Erwartungen an die neue Bundesregierung, damit Menschen hierzulande weiterhin gut mit Arzneimitteln versorgt werden können. Friedemann Schmidt, Präsident der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, spricht in der in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 1. Januar 2018 über seine Erwartungen an die Politik.

Schmidt weiß, dass für Patienten eine verlässliche und schnelle Versorgung mit Arzneimitteln besonders wichtig ist. Die Apotheke muss auch nachts oder am Wochenende für die Patienten da sein. »Je ernster der Gesundheitszustand eines Patienten wird, desto wichtiger wird für ihn die persönliche Zuwendung«, erklärt Schmidt.

»Wir haben heute ein recht engmaschiges Netz an inhabergeführten Apotheken vor Ort. Ein solches Netz wird aber gefährdet, wenn man im Gesundheitswesen zu sehr auf marktwirtschaftliche Prinzipien wie Preiskonkurrenz und Verdrängungswettbewerb setzt«, appelliert Schmidt an die Politik. Leider seien derzeit Tendenzen von Europäischer Union und teilweise auch in der deutschen Politik zu spüren. »Die neue Bundesregierung sollte da für Planungssicherheit sorgen und Gesundheitspolitik auch als Strukturpolitik für ländliche Räume begreifen.«

Auch die Apotheker selbst wollen mit einigen Initiativen die Verbesserung der Arzneimittelsicherheit vorantreiben. Schmidt nennt das Projekt »Securpharm«, das Arzneimittel aus Apotheken noch fälschungssicherer machen wird als bisher. Außerdem soll es Schmidt zufolge, mehr Angebote im Bereich Gesundheitsvorsorge geben, und auch Verbesserungen der Arzneimitteltherapiesicherheit, indem chronisch kranke Patienten mit mehreren Medikamenten ein echtes, professionelles Medikationsmanagement vom Apotheker erhalten. Hierfür brauchen die Apotheker aber die Hilfe der Politik. Der Gesetzgeber müsse für beide Punkte noch die Grundlagen schaffen.

15.12.2017, Bei Nahrungsergänzung auf Qualität achten

Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente helfen Freizeitsportlern, gut versorgt ihren Aktivitäten nachzugehen beziehungsweise Defizite auszugleichen. Dabei sollten Verbraucher auf Qualitätsprodukte aus der Apotheke achten, rät Dr. Christian Schneider vom Orthopädiezentrum Theresie in München in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 15. Dezember 2017.

Im Grunde bietet eine ausgewogene Mischkost dem Körper alles, was er benötigt, um Sport in Maßen zu tolerieren. »Allerdings müssen Sportler das ein oder andere zusätzlich einnehmen, weil sie besonders viel davon verbrauchen«, betont Schneider. Und das habe nichts mit Doping zu tun. Er nennt das Mineral Magnesium als Klassiker. »Bei schweißtreibenden Sportarten verliert der Körper vermehrt davon. Hier kann eine zusätzliche Einnahme sinnvoll sein.«

Wie können Sportler sicher sein, »saubere« Nahrungsergänzungsmittel zu bekommen? Hier verweist Schneider auf die Arbeit der Deutschen Sporthochschule Köln. »Deren Zentrum für Präventive Dopingforschung testet für viele Hersteller eingereichte Produkte in verschiedenen Chargen, vor allem auf Verunreinigung mit anabolen Steroiden und Stimulanzien. Wenn Sportler genau diese Chargen verwenden, treffen sie eine richtige Entscheidung.« Geeignete Nahrungsergänzungsmittel werden mit den passenden Chargennummern in der sogenannten Kölner Liste veröffentlicht.

Experte Schneider empfiehlt, Nahrungsergänzungsmittel nach Recherche über die Kölner Liste in der Apotheke zu erwerben. Die dortigen Präparate unterliegen den Qualitätsstandards für Medikamente, Verunreinigungen seien ausgeschlossen. Vorsicht sei dagegen bei Angeboten aus dem Internet oder aus Fitness-Studios geboten.

15.11.2017, Herausforderung Landapotheke

Nicht in allen Landapotheken geht es so beschaulich zu, wie die Lage vermuten lässt. Um herauszufinden, vor welchen Herausforderungen ländliche Apotheken wirklichen stehen, hat sich die Neue Apotheken Illustrierte in der Aesculap Apotheke im nordhessischen Melsungen umgesehen. Zu lesen in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 15. November 2017. Im August 2017 gab es laut Berichten der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e.V. mit 19 880 Apotheken so wenige Apotheken wie zuletzt kurz vor der Wende auf beiden deutschen Bundesgebieten. So dauert es länger, bis Patienten ihre Medikamente erhalten. Es belastet auch die verbleibenden Apotheker durch mehr Nacht- und Notdienste.
Marion Köstlmeier, Stellvertretende Vorsitzende Diabetikerbund Bayern e.V., betont in dem Artikel die Rolle der örtlichen Apotheke. Für chronisch Kranke sei sie ein wesentlicher Baustein in der medizinischen Versorgung. »Viele haben ihre Stammapotheke mit gegenseitig gewachsenem Vertrauen. Die Apotheker weisen uns auf die richtige Einnahme und auf Wechsel- und Nebenwirkungen der oft von verschiedenen Ärzten verordneten Medikamente hin. Im persönlichen Gespräch gehen sie auf individuelle Fragen ein und helfen mit wertvollen Tipps – das erhöht Therapietreue und Lebensqualität erheblich.«

1.11.2017, Lieferengpässe bei Arzneimitteln

Lieferengpässe gibt es sogar bei wichtigen Medikamenten. Was Apotheker tun, damit diese Engpässe die Patientenversorgung möglichst wenig beeinträchtigen, darüber berichtet Professor Dr. Martin Schulz, Vorsitzender der Arzneimittelkommission Deutscher Apotheker (AMK), in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 1. November 2017.

Lieferengpässe betreffen besonders häufig Herz-Kreislauf-Medikamente, Antibiotika, Schmerzmittel und Antidiabetika. »Solche Engpässe können durch Produktionsprobleme auftreten, die Auswirkungen auf die Arzneimittelqualität haben können, aber auch durch eine plötzlich erhöhte Nachfrage, wie bei Infektionen oder Epidemien«, erklärt Schulz. »Eine Umfrage, die die AMK in Apotheken zu diesem Thema durchgeführt hat, zeigt, dass 90 Prozent der Apotheken vor Ort und 80 Prozent der Krankenhausapotheken in den vorangegangenen drei Monaten solche Lieferengpässe erlebt haben«, berichtet Apotheker Schulz.

Was tun Apotheker, um die Patientenversorgung dennoch sicherzustellen? »Etwa die Hälfte der Apotheken erkundigt sich etwa bei Nachbarapotheken nach den fehlenden Präparaten. Fast alle Apotheken haben schon einmal die Arzneimittel direkt beim Hersteller statt – wie sonst üblich – über den Großhandel bezogen. Rund 60 Prozent der Apotheken mussten das verordnete Arzneimittel gegen ein wirkstoffgleiches Präparat austauschen. Und 43 Prozent der Apotheken haben Rücksprache mit dem Arzt gehalten, damit dieser ein anderes Arzneimittel verordnet«, erklärt Schulz.

»Dennoch haben nach Schätzungen der Apotheker rund 25 Prozent der Lieferengpässe dennoch nachteilige Auswirkungen auf die Patienten.« Eine Möglichkeit, diesem Problem beizukommen, liege in der Verschärfung der Meldepflicht für Arzneimittelhersteller, so wie es viele Apotheker fordern, meint Schulz.

1.10.2017, Gegen Versorgungslücken bei Krebs-Medikamenten

In kaum einem Bereich ist die sichere, lückenlose Versorgung mit Arzneimitteln so wichtig wie in der Krebsmedizin. Doch hier treten wiederholt Engpässe auf. Woran das liegt und was sich dagegen zu tun lässt, erklärt Professor Dr. Bernhard Wörmann von der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 1. Oktober 2017.

Bei den unterschiedlichsten Krebsmedikamenten hat es in den vergangenen Jahren Lieferengpässe gegeben. Es sind vor allem ältere Arzneistoffe, die schon seit Jahren in der Therapie Einsatz finden und jetzt aber nicht mehr durch Patente geschützt sind. Als konkretes Beispiel nennt Wörmann den Arzneistoff Melphalan gegen das Multiple Myelom.

Den Lieferengpässe haben laut Wörmann drei Gründe: Herstellungsprobleme, ein erhöhter Bedarf und monetäre Interessen. Als häufigste Ursache sieht Wörmann »Probleme bei der Herstellung, etwa durch Nichteinhaltung von Qualitätsstandards und der aus diesem Grund fehlenden Freigabe von Chargen durch die zuständigen Behörden. Eine aktuelle Problematik sind Marktrücknahmen bei neuen Onkologika, wenn der von den Krankenkassen nach der Nutzenbewertung angebotene Preis zu weit von den Vorstellungen des pharmazeutischen Unternehmens entfernt ist.«

Wörmann lobt die gute Logistik und Planung seitens der Apotheker, sodass Lieferengpässe meist nicht in Versorgungsengpässen münden. Dennoch sieht der Fachmann ein ganzes Paket an Maßnahmen für erforderlich, um die Wahrscheinlichkeit für Versorgungsengpässe weiterhin zu minimieren. »Durch das im April verabschiedete Arzneimittelversorgungsstärkungsgesetz gibt es jetzt eine Meldepflicht für Lieferengpässe, allerdings nur im Krankenhaus. Das muss auf den ambulanten Bereich ausgeweitet werden. Weitere Maßnahmen sind der Schutz unverzichtbarer Arzneimittel, zum Beispiel durch Vorratshaltung und durch die Begrenzung von Rabattverhandlungen. Eine größere politische Aufgabe ist die Förderung der Herstellung von Arzneimitteln in Europa.«

Apothekenlabor für Arzneimittelsicherheit, 1.7.2017

Der Apotheker im apothekeneigenen Labor gewährleistet, dass Patienten hochwertige und sichere Arzneimittel und Rezepturen erhalten. Über die hohen Standards zur Qualitätssicherung in der Apotheke informiert Dr. Michael Hörnig, einer der beiden Leiter des Deutschen Arzneimittel-Codex und des Neuen Rezeptur-Formulariums (DAC/NRF), in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 1. Juli 2017.

Die Vorgehensweise bei der Herstellung von Arzneimitteln in der Apotheke unterscheidet sich sehr stark von derjenigen in anderen Bereichen, beispielsweise der Herstellung von Lebensmitteln, stellt Hörnig klar. »Die Apotheke stellt mit der Verwendung geprüfter pharmazeutischer Ausgangsstoffe aus zertifizierten Betrieben sicher, dass nur die Qualität zum Einsatz kommt, die man braucht, um sichere Arzneimittel für die Patienten herstellen zu können. Die zusätzliche Identifizierung in der Apotheke verhindert, dass etwa durch Verwechslungen falsche Inhaltsstoffe verwendet werden. Der Aufwand, den die Apotheken leisten, gepaart mit der vorhandenen Sorgfaltspflicht, gibt Patienten die Sicherheit, dass sie hochwertige Arzneimittel erhalten.«

So müssen für die Herstellung von Arzneimitteln, ob nun in der Apotheke oder in der Industrie, alle Inhaltsstoffe, Behältnisse, Gebrauchsanweisungen und Verpackungen eine hohe Qualität haben. Für die eingesetzten Inhaltsstoffe bedeutet dies, dass deren Herstellung unter kontrollierten Bedingungen erfolgen muss und die gesamte Lieferkette nachvollziehbar ist. Dabei sind spezielle Prüfvorschriften einzuhalten, die unter anderem in Monografien zu den jeweiligen Stoffen vorgegeben werden.

»Pharmazeutische Hersteller oder Lieferanten verwenden diese Monografien, damit die von ihnen etwa an Apotheken gelieferten Stoffe zur Arzneimittelherstellung auch verwendet werden können. Die Apotheke erhält ein Prüfzertifikat, das die Durchführung der geforderten Prüfungen und die korrekte Herstellung der Arzneiausgangsstoffe bestätigt. Dann muss die Apotheke selbst noch die Identität der Substanzen feststellen, bevor sie damit Arzneimittel herstellen kann.«

Arzneiversorgung im Pflegeheim, 29.5.2017

Zum Leistungsspektrum einer öffentlichen Apotheke gehört auch, Pflegeeinrichtungen mit Medikamenten zu versorgen. Wie das konkret aussieht, hat die Neue Apotheken Illustrierte Annette Brinkmann-Lescher von der Apothekerkammer Niedersachsen gefragt. Zu lesen in der aktuellen Ausgabe vom 15. April 2017.

In der Regel schließt ein Pflegeheim mit einer Apotheke einen Vertrag über die konkrete Versorgungssituation ab. »Die Heimbewohner oder bei Bedarf ein Bevollmächtigter muss aber eine Erklärung unterschreiben, dass er mit dieser Vereinbarung einverstanden ist. Letztendlich hat jeder Heimbewohner die freie Apothekenwahl«, erklärt Brinkmann-Lescher. »Die Rezepte kommen in der Apotheke an, wo wir sie bearbeiten. Generell beliefern wir täglich die Pflegeheime.«

Die Arzneimitteltherapie im Alter ist laut Brinkmann-Lescher etwas Besonderes. Deshalb werden die Medikamente in der Apotheke hinsichtlich Wechselwirkungen, Kontraindikationen und Verträglichkeit noch mal speziell unter die Lupe genommen. »Da haben wir in der Apotheke den großen Vorteil, dass bei uns alles zusammenläuft und wir auch einen guten Überblick über die Selbstmedikation erhalten.«

Zusätzlich verschaffen sich die Apotheken im Vertragspartner-Heim einen Überblick, ob die Arzneimittel dort richtig gelagert werden. »Einige Wirkstoffe, wie Insulin, benötigen eine Lagerung im Kühlschrank. Natürlich achten wir auf das Verfallsdatum der Medikamente. Die Verträge legen zudem fest, dass wir das Personal in den Pflegeheimen in Sachen Arzneimittelapplikation regelmäßig schulen.«

Arzneiversorgung im Pflegeheim, 28.4.2017

Zum Leistungsspektrum einer öffentlichen Apotheke gehört auch, Pflegeeinrichtungen mit Medikamenten zu versorgen. Wie das konkret aussieht, hat die Neue Apotheken Illustrierte Annette Brinkmann-Lescher von der Apothekerkammer Niedersachsen gefragt. Zu lesen in der aktuellen Ausgabe vom 15. April 2017.

In der Regel schließt ein Pflegeheim mit einer Apotheke einen Vertrag über die konkrete Versorgungssituation ab. »Die Heimbewohner oder bei Bedarf ein Bevollmächtigter muss aber eine Erklärung unterschreiben, dass er mit dieser Vereinbarung einverstanden ist. Letztendlich hat jeder Heimbewohner die freie Apothekenwahl«, erklärt Brinkmann-Lescher. »Die Rezepte kommen in der Apotheke an, wo wir sie bearbeiten. Generell beliefern wir täglich die Pflegeheime.«

Die Arzneimitteltherapie im Alter ist laut Brinkmann-Lescher etwas Besonderes. Deshalb werden die Medikamente in der Apotheke hinsichtlich Wechselwirkungen, Kontraindikationen und Verträglichkeit noch mal speziell unter die Lupe genommen. »Da haben wir in der Apotheke den großen Vorteil, dass bei uns alles zusammenläuft und wir auch einen guten Überblick über die Selbstmedikation erhalten.«

Zusätzlich verschaffen sich die Apotheken im Vertragspartner-Heim einen Überblick, ob die Arzneimittel dort richtig gelagert werden. »Einige Wirkstoffe, wie Insulin, benötigen eine Lagerung im Kühlschrank. Natürlich achten wir auf das Verfallsdatum der Medikamente. Die Verträge legen zudem fest, dass wir das Personal in den Pflegeheimen in Sachen Arzneimittelapplikation regelmäßig schulen.«

Arzneiversorgung im Pflegeheim, 28.4.2017

Zum Leistungsspektrum einer öffentlichen Apotheke gehört auch, Pflegeeinrichtungen mit Medikamenten zu versorgen. Wie das konkret aussieht, hat die Neue Apotheken Illustrierte Annette Brinkmann-Lescher von der Apothekerkammer Niedersachsen gefragt. Zu lesen in der aktuellen Ausgabe vom 15. April 2017.

In der Regel schließt ein Pflegeheim mit einer Apotheke einen Vertrag über die konkrete Versorgungssituation ab. »Die Heimbewohner oder bei Bedarf ein Bevollmächtigter muss aber eine Erklärung unterschreiben, dass er mit dieser Vereinbarung einverstanden ist. Letztendlich hat jeder Heimbewohner die freie Apothekenwahl«, erklärt Brinkmann-Lescher. »Die Rezepte kommen in der Apotheke an, wo wir sie bearbeiten. Generell beliefern wir täglich die Pflegeheime.«

Die Arzneimitteltherapie im Alter ist laut Brinkmann-Lescher etwas Besonderes. Deshalb werden die Medikamente in der Apotheke hinsichtlich Wechselwirkungen, Kontraindikationen und Verträglichkeit noch mal speziell unter die Lupe genommen. »Da haben wir in der Apotheke den großen Vorteil, dass bei uns alles zusammenläuft und wir auch einen guten Überblick über die Selbstmedikation erhalten.«

Zusätzlich verschaffen sich die Apotheken im Vertragspartner-Heim einen Überblick, ob die Arzneimittel dort richtig gelagert werden. »Einige Wirkstoffe, wie Insulin, benötigen eine Lagerung im Kühlschrank. Natürlich achten wir auf das Verfallsdatum der Medikamente. Die Verträge legen zudem fest, dass wir das Personal in den Pflegeheimen in Sachen Arzneimittelapplikation regelmäßig schulen.«

Arzneiversorgung im Pflegeheim, 15.4.2017

Zum Leistungsspektrum einer öffentlichen Apotheke gehört auch, Pflegeeinrichtungen mit Medikamenten zu versorgen. Wie das konkret aussieht, hat die Neue Apotheken Illustrierte Annette Brinkmann-Lescher von der Apothekerkammer Niedersachsen gefragt. Zu lesen in der aktuellen Ausgabe vom 15. April 2017.

In der Regel schließt ein Pflegeheim mit einer Apotheke einen Vertrag über die konkrete Versorgungssituation ab. »Die Heimbewohner oder bei Bedarf ein Bevollmächtigter muss aber eine Erklärung unterschreiben, dass er mit dieser Vereinbarung einverstanden ist. Letztendlich hat jeder Heimbewohner die freie Apothekenwahl«, erklärt Brinkmann-Lescher. »Die Rezepte kommen in der Apotheke an, wo wir sie bearbeiten. Generell beliefern wir täglich die Pflegeheime.«

Die Arzneimitteltherapie im Alter ist laut Brinkmann-Lescher etwas Besonderes. Deshalb werden die Medikamente in der Apotheke hinsichtlich Wechselwirkungen, Kontraindikationen und Verträglichkeit noch mal speziell unter die Lupe genommen. »Da haben wir in der Apotheke den großen Vorteil, dass bei uns alles zusammenläuft und wir auch einen guten Überblick über die Selbstmedikation erhalten.«

Zusätzlich verschaffen sich die Apotheken im Vertragspartner-Heim einen Überblick, ob die Arzneimittel dort richtig gelagert werden. »Einige Wirkstoffe, wie Insulin, benötigen eine Lagerung im Kühlschrank. Natürlich achten wir auf das Verfallsdatum der Medikamente. Die Verträge legen zudem fest, dass wir das Personal in den Pflegeheimen in Sachen Arzneimittelapplikation regelmäßig schulen.«

Armut und Krankheit, 1.4.2017

Arme haben im Vergleich zu wohlhabenderen Menschen häufiger chronische Erkrankungen und auch geringere Aussichten, wieder gesund zu werden. Diese Zusammenhänge erklärt Dr. Thomas Lampert vom Robert Koch-Institut in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 1. April 2017.

»Arme oder von Armut bedrohte Menschen haben viel häufiger chronische Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Diabetes, die mit einem langfristigen Behandlungsbedarf einhergehen und oft die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Auch für psychische Erkrankungen wie etwa Depressionen besteht ein enger Zusammenhang«, erklärt Lampert vom Robert Koch-Institut in Berlin, das das Krankheitsgeschehen in Deutschland beobachtet und analysiert.

Vieles würde überdies dafür sprechen, dass arme Menschen nicht nur häufiger erkranken, sondern auch geringere Aussichten haben, wieder gesund zu werden. Ihr Krankheitsverlauf ist meist ungünstiger und geht häufiger mit funktionellen Einschränkungen im Alltagsleben einher. »Von Bedeutung dürfte sein, dass eine Erkrankung oft später erkannt wird, etwa wegen der selteneren Teilnahme an Früherkennungs- und Vorsorgeuntersuchungen«, sagte Lampert der Neuen Apotheken Illustrierten.

Auch eine umgekehrte Beeinflussung ist bekannt: Wer dauerhaft krank ist, hat tendenziell ein höheres Risiko zu verarmen. »Wer dauerhaft krank ist und seinem Beruf nicht nachgehen kann, muss finanzielle Einbußen hinnehmen. Dies bedeutet aber nicht zwangsläufig, in die Armut abzurutschen. Neben sozialstaatlichen Leistungen können auch privat abgeschlossene Versicherungen, zum Beispiel eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung, oder der Verdienst des Partners die Armutsbedrohung abwenden. In unseren Studien geben etwa ein Fünftel der Befragten, die aktuell arbeitslos sind, an, dass ihre Arbeitslosigkeit durch eine Erkrankung mitverschuldet ist«, führte Lampert aus.

Imagefilm von Apothekern

Wie wichtig es ist, die Apotheke vor Ort zu erhalten und zu unterstützen, stellt ein Imagefilm der Apothekerkammer Nordrhein dar. Der Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach bricht darin eine Lanze für die wohnortnahe Apotheke. Die Neue Apotheken Illustrierte berichtet in ihrer aktuellen Ausgabe vom 15. März 2017 über die Dreharbeiten und den Hintergrund zum Imagefilm.

Ein Gerichtsurteil des Europäischen Gerichtshofs vom Oktober vergangenen Jahres könnte die wohnortnahe und persönliche Versorgung mit Arzneimitteln durch die Apotheken aufs Spiel setzen. Der Imagefilm dient laut der Apothekerkammer deshalb dazu, der Öffentlichkeit zu vermitteln, wie wichtig die Apotheke vor Ort für die zeitnahe und kompetente Arzneimittelversorgung ist.

Die Patienten suchen schnelle, vertrauenswürdige Hilfe. Sie möchten »ihren« Apotheker als Ansprechpartner. Dies sei durch Klicks im Internet oder Apps im Smartphone nicht zu ersetzen, lautet eine wichtige Botschaft des Imagefilms.

»Die Apotheke ist ein wichtiges System in der Gesundheitsversorgung in Deutschland, wo es eben nicht nur um das Verkaufen geht, sondern um das Beratungsgespräch und die Aufklärung«, unterstreicht der Bundestagsabgeordnete Bosbach. Deswegen betone der Film die Wichtigkeit der Apotheke für jeden einzelnen Patienten und für das deutsche Gesundheitssystem.

Ärzte und Apotheker – durch Zusammenarbeit profitieren

Nach über dreißig Jahren geht eine Ära zu Ende: Die bekannte Ärztin und Fernsehmoderatorin Dr. med. Antje-Katrin Kühnemann verabschiedet sich von den Kolumnen in der Neuen Apotheken Illustrierten, die sie seit 1984 regelmäßig für diese Zeitschrift geschrieben hat.

In ihrem letzten Interview mit Chefredakteurin Jutta Petersen-Lehmann blickt sie auf ein turbulentes und spannendes Leben zurück – und bewertet dabei unter anderem ihr Verhältnis zu dem Schwester-Heilberuf als positiv. Zu lesen in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 1. März 2017.

Kühnemann bezeichnet ihr Verhältnis zu den Apothekern als sehr gut: „Ich frage gerne bei Apothekern nach, wenn es um bestimmte Arzneimittel geht. Warum sollten wir uns denn nicht mit den Apothekern, die über Medikamente noch mehr gelernt haben als wir, austauschen? Wir haben Unterschiedliches gelernt. Das ergänzt sich, jeder kann von dem anderen profitieren.“

1.2.2017, Checkliste: Den richtigen Arzt finden

Jeder Mensch ist anders und hat individuelle Bedürfnisse. Das gilt besonders in Sachen Gesundheit und körperliche Gebrechen. Für die Lebensqualität und für das Wohlbefinden ist deshalb die richtige Arztwahl ganz entscheidend. Aber wie den geeigneten Mediziner finden? Die Neue Apotheken Illustrierte hat in ihrer aktuellen Ausgabe vom 1. Februar 2017 Stichpunkte zusammengetragen, anhand derer sich ein geeigneter Arzt in der Nähe finden lässt.
Gesundheit ist Vertrauenssache. Deshalb haben das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ), die Bundesärzte­kammer (BÄK), die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und Selbsthilfeorganisationen gemeinsam eine Checkliste erarbeitet, mit der sich überprüfen lässt, ob man sich bei einem Arzt in guten Händen befindet. Folgende Fragen werden erörtert:

  • Informiert und berät der Arzt ausführlich und verständlich? - Nimmt er persönliche Anliegen ernst?
  • Wird man in der Praxis freundlich und respektvoll behandelt?
  • Wird die Intimsphäre des Patienten gewahrt?
  • Bezieht der Arzt die Patienten und ihre Wünsche in alle Entscheidungen ein?
  • Wird in der Praxis der Schutz persönlicher Daten gewahrt?
  • Akzeptiert der Arzt, dass man eine zweite Meinung einholen möchte?

So sicher sind Gesundheitsdaten

Apotheker, Ärzte und Krankenhäuser sollen in den nächsten Jahren besser auf Patientendaten zurückgreifen können. Über die Aussichten und die damit verbundenen Gefahren sprach die Neue Apotheken Illustrierte mit Marcel Weigand, Beisitzer im Vorstand des Aktionsbündnisses Patientensicherheit. Zu lesen in der aktuellen Ausgabe vom 15. Januar 2017.

»In der elektronischen Patientenakte sollen Informationen zu Krankheiten und Behandlungen gespeichert werden. Zudem wird es ein sogenanntes Patientenfach geben. Darin können Behandlungsdokumentationen aus der Patientenakte überführt werden. Zusätzlich kann der Versicherte eigene Daten darauf speichern, wie Schmerztagebuch oder selbst gemessene Blutzuckerwerte. Mit diesem Patientenfach erhalten Patienten auch außerhalb einer Arztpraxis Zugriff auf ihre Behandlungsdaten«, erklärt Weigand die darauf verfügbaren Daten.

Droht bei der zunehmenden Vernetzung und Digitalisierung im Gesundheitswesen der gläserne Patient? Experte Weigand streicht eher die Vorteile der zunehmenden Vernetzung heraus. »Jeder Versicherte kann selbst festlegen, ob und in welchem Umfang er von den Möglichkeiten zur Speicherung von Gesundheitsdaten Gebrauch machen möchte. Er legt fest, ob generell oder in welchem Umfang eine Anwendung wie Notfalldaten genutzt werden dürfen. Die Daten werden verschlüsselt und können nur abgerufen werden, wenn neben der elektronischen Gesundheitskarte auch ein Heilberufsausweis eines Arztes in das Lesegerät gesteckt wird. Diese "Ende–zu–Ende-Verschlüsselung" soll für mehr Sicherheit sorgen.

Die elektronische Gesundheitskarte und das Speichern von Gesundheitsdaten bieten auch zahlreiche Vorteile für die Patientensicherheit. So können Wechselwirkungen zwischen Medikamenten etwa mit einem elektronischen Medikationsplan verhindert werden. Wichtige Gesundheitsdaten stehen den Behandlern schnell zur Verfügung. Dies ist etwa bei der Entlassung aus dem Krankenhaus für den weiterbehandelnden Arzt wichtig oder in der Notaufnahme, um schnell auf Notfalldaten zugreifen und lebenserhaltende Maßnahmen gezielt durchführen zu können.«

Zuzahlungsbefreiung neu beantragen

Viele Leistungen im Gesundheitsbereich, darunter Arzneimittel, Rehabilitationsmaßnahmen oder Krankenpflege, erfordern eine Zuzahlung. Doch bestimmte Voraussetzungen ermöglichen die Befreiung von der Zuzahlung. Was dabei zu beachten ist, erklärt Christian Splett, Pressereferent der ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 1. Januar 2017.
Zuzahlungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen als Kostenbeitrag ihrer Versicherten erhoben. »Grundsätzlich davon befreit sind Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres«, erklärt Splett. »Zusätzlich kann sich derjenige befreien lassen, der mehr als zwei Prozent des jährlichen Bruttoeinkommens für Zuzahlungen ausgibt. Bei chronisch kranken Patienten ist es sogar nur ein Prozent.« Zur genauen Berechnung der jährlichen Belastungsgrenze für Zuzahlungen empfiehlt Splett den Zuzahlungsrechner unter www.aponet.de.
Wichtig laut Splett: »Eine Befreiung ist jedes Jahr neu bei der eigenen Krankenkasse zu beantragen. Entweder im Laufe des Jahres, wenn sich die Zuzahlungen häufen, oder schon zu Beginn des Jahres, wenn man relativ vorhersehbare Ausgaben für Zuzahlungen und ein planbares Einkommen hat, wie etwa eine Rente.«

Apotheken vor Ort stärken

Jeder Patient soll sich darauf verlassen können, auch in Zukunft mit hochwertigen und innovativen Arzneimitteln versorgt werden zu können. Dafür soll das Arzneimittel-Versorgungsstärkungsgesetz sorgen. Mehr darüber berichtet die aktuelle Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 15. Dezember 2016.

Bei seinem Grußwort anlässlich des Deutschen Apothekertages in München brach Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe eine Lanze für die Apotheker vor Ort und die gute vernetzten Versorgungsstrukturen im Gesundheitswesen. Die Apotheke sei bei den meisten Menschen die erste Anlaufstelle, wenn es um Medikamente und Gesundheit geht. »Diese enorme Einsatzbereitschaft - auch im Nacht- und Notdienst - ist unerlässlich und stellt sicher, dass Millionen Menschen täglich mit Arzneimitteln versorgt und richtig beraten werden«, so der Bundesgesundheitsminister.

Er möchte diese bewährten Strukturen stärken: Gerade hinsichtlich der demografischen Entwicklung werde es immer wichtiger, eine gut vernetzte Versorgungsstruktur der Apotheken in Deutschland sicherzustellen. Das Arzneimittel-Versorgungsstärkungsgesetz soll dazu beitragen und zielt auf zwei Bereiche ab:

- Rezepturen: Apotheken versorgen ihre Patienten jedes Jahr mit mehr als sieben Millionen Rezepturen. Für die Herstellung dieser Standardrezepturen erhalten Apotheken künftig einen Festzuschlag von 8,35 Euro.

- Betäubungsmittel: Die Abgabe von Betäubungsmitteln ist in der Apotheke mit einem hohen Dokumentationsaufwand verbunden. Dafür erhalten Apotheken ab 2017 einen Zuschlag von 2,91 Euro pro Rechnung.

Insgesamt wird damit die Vergütung der Apotheker um 100 Millionen Euro pro Jahr zulasten der Krankenkassen angehoben. »Dies ist aber dringend erforderlich, da sich in diesen Bereichen in den vergangenen Jahren nichts getan hat. Schließlich brauchen wir gerade in diesen Sparten eine hochwertige Arzneimittelversorgung«, ist Gröhe überzeugt.

Kleine Apotheken, große Sorgen

Je kleiner eine Apotheke ist, desto größer sind die Zukunftssorgen ihres Besitzers. Gleiches gilt für Apotheken auf dem Land. Das zeigt der aktuelle Apothekenklima-Index 2016, der im Vorfeld des Deutschen Apothekertages in München vorgestellt wurde. Die Neue Apotheken Illustrierte berichtet in ihrer aktuellen Ausgabe vom 1. Dezember 2016 darüber.
Vor allem kleine Apotheken mit nur zwei bis drei Beschäftigten haben Sorgen. Sie planen seltener Investitionen und häufiger Entlassungen als größere Apotheken. Auf dem Land ist der Nachwuchsmangel das größere Problem. »Vor allem in Orten unter 5 000 Einwohnern wird die eigene Lage schlecht beurteilt«, berichtete Fritz Becker, Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbandes. Zwei von fünf Inhabern in kleinen Ortschaften rechnen damit, keinen geeigneten Nachwuchs zu finden. Auch die Nachfrage nach pharmazeutisch-technischen Angestellten (PTA) sei hoch: »Mehr als die Hälfte der Apotheken plant Neueinstellungen, das ist die wichtige Botschaft. Das zeigt, dass Apotheker auf Qualität und intensive Beratung setzen.«
Was bedeutet das für die flächendeckende Versorgung mit Medikamenten? »Die Versorgung ist nicht gefährdet, und wir werden alles dafür tun, damit das so bleibt«, sagte Friedemann Schmidt, Präsident der ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände.
Für den Apothekenklima-Index wurden rund 500 Apothekeninhaber auch nach ihren größten Stressfaktoren und ihren gesundheitspolitischen Prioritäten befragt. Jeweils rund drei Viertel fordern stabile wirtschaftliche Rahmenbedingungen und mehr Planungssicherheit, gut zwei Drittel wünschen sich auch einen Abbau der Bürokratie. Diese zentralen Anliegen sind Schmidt zufolge nicht überraschend: »Besonders kleine Apotheken sind davon betroffen, sie müssen diese Last auf nur wenige Schultern verteilen. Sie sichern auf dem Dorf, aber auch in städtischen Wohngebieten einen Großteil der Versorgung und tragen Gemeinwohlpflichten. Das verlangt politische Berücksichtigung«, erklärte Schmidt.

Apotheker warnen vor K.-o.-Tropfen

Kriminelle kaufen K.-o.-Tropfen ohne Verschreibung oder Zulassung über das Internet oder Callcenter. Sie nutzen die Wirkung dieser illegalen Arzneimittel gezielt zur Ausübung sexueller Gewalt aus, aber auch für Raub oder Diebstahl. Apotheker fordern eine strengere Kontrolle bei dem Vertrieb dieser Substanzen. Darüber berichtet die Neue Apotheken Illustrierte in ihrer aktuellen Ausgabe vom 15. November 2016.

K.-o.-Tropfen machen willenlos und bewegungsunfähig. Diese Wirkung nutzen Kriminelle für ihre Machenschaften. Gabriele Overwiening aus dem Geschäftsführenden Vorstand der Bundesapothekerkammer fordert: »Das internationale kriminelle Dealen mit Arzneimitteln und Chemikalien muss besser kontrolliert und streng bestraft werden.«

Häufig wird Gamma-Hydroxybuttersäure (GHB) verwendet, auch als Liquid Ecstasy bekannt. GHB ist eine farblose Flüssigkeit, die leicht Getränken untergemischt werden kann, ohne dass das Opfer diese bemerkt. Am nächsten Tag können sich die Opfer meist schlecht erinnern, sie leiden unter starken Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit.

Opfer können sich bei einem Verdacht an eine Fachberatungsstelle oder direkt an die Polizei wenden, raten die Apotheker. Um sich zu schützen, sollte man keine offenen Getränke von Fremden oder Partybekanntschaften annehmen und sein offenes Getränk nicht unbeobachtet stehen lassen.

ARMINs Herz schlägt

Gesetzlich Versicherte, die regelmäßig mindestens drei verschreibungspflichtige Arzneimittel einnehmen, haben seit 1. Oktober Anspruch auf einen Medikationsplan von ihrem Hausarzt. Den gibt es bisher aber nur auf dem Papier. Eine Vorreiterrolle bei der elektronischen Umsetzung übernimmt dabei die Arzneimittelinitiative Sachsen-Thüringen (ARMIN). Worum es bei ARMIN geht, darüber berichtet die Neue Apotheken Illustrierte in ihrer aktuellen Ausgabe vom 1. November 2016.

Patienten der AOK Plus, die mehrere verschreibungspflichtige Medikamente gleichzeitig einnehmen müssen, können sich seit Sommer über ihren Hausarzt oder Apotheker in Sachsen und Thüringen in das Projekt einschreiben. Vertragspartner des Projektes sind die AOK Plus sowie die Kassenärztlichen Vereinigungen und Apothekerverbände in Sachsen und Thüringen.

Wichtigstes Element des Modellprojektes ARMIN ist die Erstellung und Pflege eines Medikationsplans, auf dem alle Arzneimittel aufgelistet sind, die der Patient einnimmt – auch solche, die er ohne Rezept in der Apotheke käuflich erwirbt. Arzt und Apotheker prüfen dann gemeinsam die Medikation auf Wechselwirkungen und Unverträglichkeiten. Gibt es Änderungen, passt der Arzt den Plan dann dementsprechend an.

Arzt und Apotheker arbeiten bei ARMIN eng zusammen und stellen so gemeinsam auf dem geschützten Server eine möglichst vollständige Liste der aktuellen Medikation zusammen. Der Hausarzt kann diesen dann überarbeiten und aktualisieren. Anschließend kann der Apotheker wieder darauf zugreifen und den Wirkstoffen die entsprechenden Medikamente zuordnen. Den endgültigen Plan erhält der Patient dann zusammen mit den Medikamenten in der Apotheke.

Derzeit sind rund 1 500 Ärzte und Apotheker in Sachsen und Thüringen an dem bis 2018 angelegten Projekt beteiligt. Die Vertragspartner hoffen, über zu erwartende erfolgreiche Ergebnisse eine weitere Beteiligung zu erreichen. Ab 2017 können auch andere Kassen bundesweit dem Projekt beitreten.

Lieferengpässe bei Arzneimitteln

Lieferengpässe gehören fast zum Alltag einer jeden Apotheke. Vor allem sind Schilddrüsenpräparate und Impfstoffe betroffen. Apotheker setzen sich dafür ein, dass aus den Lieferengpässen in den Apotheken keine Versorgungslücken bei den Patienten entstehen. Die Neue Apotheken Illustrierte hat bei Fritz Becker, dem Vorsitzenden des Deutschen Apothekerverbandes (DAV), nachgefragt. Seine Antworten sind zu lesen in der aktuellen Ausgabe vom 15. Oktober 2016.

Becker macht für die Lieferengpässe vor allem die Globalisierung, aber auch die Regulierung und Struktur des heimischen Arzneimittelmarktes verantwortlich. »Wenn ein wichtiger Wirkstoffproduzent aus Fernost wegen Qualitätsproblemen nicht liefern kann, können mehrere Pharmahersteller in Europa davon betroffen sein. Und wenn hierzulande nur noch wenige große Unternehmen die Bevölkerung mit Impfstoffen versorgen, kann eine kurzfristig erhöhte Nachfrage zu akuten Engpässen führen.«

Die Apothekerschaft fordert, dass Pharmahersteller absehbare Lieferengpässe nicht nur freiwillig melden, sondern dazu verpflichtet werden sollten. Becker: »Bei mehr Transparenz könnten sich die Apotheker frühzeitig darauf einstellen.«

Die Apotheker arbeiten jedoch auch jetzt schon daran, dass keine Versorgungsengpässe entstehen. »Grundsätzlich haben die Rabattverträge Vorrang. Doch falls das Rabattarzneimittel nicht lieferbar ist, darf die Apotheke ein anderes Produkt abgeben. Allerdings nur mit hohem Dokumentationsaufwand. Deshalb fordern die Apotheker die Kassen seit Langem dazu auf, Rabattverträge mit mindestens drei Herstellern abzuschließen, um die Versorgung reibungslos sicherzustellen.« Bislang hätten das jedoch nur einige Kassen verstanden.

1.10.2016, Apotheke in Zahlen

Etwa 20 250 Apotheken versorgen Deutschlands Bevölkerung. Und zwar rund um die Uhr, auch nachts, sowie an Sonn- und Feiertagen. Die aktuelle Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 1. Oktober 2016 versorgt den Leser mit Zahlen, Daten und Fakten rund um die Apotheke. Schon gewusst?

  • Eine Milliarde Menschen kommen pro Jahr in deutsche Apotheken
  • 3,6 Millionen Patienten werden täglich in deutschen Apotheken mit Medikamenten versorgt.
  • 65 Prozent der Deutschen lassen sich bei kleineren gesundheitlichen Beschwerden zuerst in der Apotheke beraten.
  • Im Durchschnitt liegt die nächst gelegene Apotheke etwa 4 Kilometer entfernt.
  • Das Personal aus Deutschlands Apotheken übernimmt täglich rund 250 000 Botengänge.
  • Deutschlandweit versorgen die Apotheken pro Nacht- und Notdienst mehr als 20 000 Patienten.
  • 13,9 Millionen Rezepturen, also individuell zubereitete Arzneimittel, wurden 2014 in Deutschlands Apotheken angefertigt.
  • Mehr als 150 000 Menschen arbeiten in öffentlichen Apotheken. Die öffentlichen Apotheken sind also ein bedeutender Arbeitgeber; und ortsnah sowie familienfreundlich obendrein.

Wirkung hängt auch von der Erwartung ab

Von nichts kommt nichts. Von wegen. Auch Medikamente ohne einen Arzneistoff, sogenannte Placebos, können eine Wirkung entfalten. Denn es kommt bei Medikamenten nicht nur auf den Arzneistoff an, sondern auch auf das, was der Patient erwartet. Über diese Zusammenhänge informierten sich Apotheker auf einem internationalen Fortbildungskongress in Meran. Die Neue Apotheken Illustrierte berichtet über dieses Thema in ihrer aktuellen Ausgabe vom 15. September 2016.

Eine positive Erwartungshaltung trägt zur Wirkung eines Medikamentes bei. »Der Effekt ist positiv und sollte vermehrt eingesetzt werden«, informierte Professor Dr. Christian Büchel, Neurowissenschaftler vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Vor allem die Schmerztherapie, aber auch die Behandlung von Juckreiz und Parkinson könne von den Placeboeffekten profitieren.

Dass Placebos wirken, beweist etwa eine große US-amerikanische Analyse einer Reihe von Studien zur Behandlung von Rückenschmerzen. Opioide, besonders starke Schmerzmittel, linderten die Beschwerden um durchschnittlich 26 Prozent. Rund 20 Prozent betrug der Wert für Placebos. »Placebos fördern die Ausschüttung von Endorphinen«, erklärte Büchel. Diese körpereigenen Botenstoffe wirken ähnlich wie schmerzlindernde Opioide.

Wissenschaftler wie Büchel machen sich darüber hinaus Gedanken, wie sich die Placebowirkung noch weiter verstärken lässt. So erhielt in einer Versuchsanordnung eine Patientengruppe ein Scheinmedikament, über das die Ärzte berichten, dass es finanziell sehr günstig sei. Die andere Gruppe bedachten die Mediziner mit einem vermeintlichen Luxusmittel. Das scheinbar teurere Mittel funktionierte besser und minderte den Schmerz um mehr als das Doppelte, berichtete Büchel. Auch das Wissen um eine Therapie beeinflusse den Erfolg einer Therapie. Infusionen seien grundsätzlich effektiver als Tabletten.

Aber: Eine Behandlung mit Placebos sei kein Freibrief für teure Quacksalberei, warnte Büchel. »Die Wirkung basiert auf dem Vertrauen zwischen Therapeut und Patienten«, ist sich der Experte sicher.

Arzneisicherheit im Altenheim lückenhaft

Die Versorgung von Senioren in Altenheimen mit Arzneimitteln könnte besser sein. Immer wieder treten Fehler bei der Medikation auf. Apotheker können die Arzneimitteltherapie sicherer machen, informiert die Neue Apotheken Illustrierte in der aktuellen Ausgabe vom 1. September 2016.

Studien von Professor Dr. Ulrich Jaehde vom Pharmazeutischen Institut in Bonn zufolge gibt es bei rund 10 Prozent der Medikation in Altersheimen Fehler. Über die Jahre hinweg sei die Fehlerquote allerdings besser geworden, sagte Jaehde bei einem Fortbildungskongress für Apotheker.

Der sich im Alter verändernde Stoffwechsel werde bei der Verordnung von Arzneimitteln immer noch zu wenig berücksichtigt, informierte Jaehde. Da besonders die Niere an Leistung verliere, häuften sich im Körper Arzneistoffe an, das führe praktisch zur Überdosierung. Daneben komme es häufig zu Fehlern bei der zeitlichen Verabreichung von Arzneimitteln. Mit einem geregelten Programm zur Arzneimitteltherapie­sicherheit (AMTS) könnten nach den Untersuchungen Jaehdes 60 Prozent der unerwünschten Begleiterscheinungen vermieden werden.

In einem Pilotprojekt in Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern wurde die Wirksamkeit einer solchen Intervention gezeigt. Dabei hat ein Team aus Apothekern und Pflegekräften die Medikation älterer Personen in Heimen nach festgelegten Kriterien analysiert, Nebenwirkungen daraus erkannt und den behandelnden Ärzten Änderungsvorschläge gemacht. In einer Art Ampelsystem wurden bestimmte Substanzen wie Beruhigungsmittel auf »rot« gesetzt und möglichst vermieden, andere unter besondere Beobachtung gestellt. Grundsätzlich, so Jaehde, muss diese Arbeit im multiprofessionellen Team erfolgen. Ärzte, Apotheker und Pflegepersonal sollten also an einem Strang ziehen.

Mehr Schutz vor gefälschten Arzneimitteln

Um das Eindringen gefälschter Arzneimittel in die legale Vertriebskette zu verhindern, verabschiedete das europäische Parlament 2011 eine entsprechende Fälschungsrichtlinie. Damit wird für die Mitgliedsländer der EU ein einheitlicher Fälschungsschutz für verschreibungspflichtige Arzneimittel vorgeschrieben. Um die technischen und organisatorischen Anforderungen zu entwickeln und um der Politik ein funktionsfähiges Modell zu bieten, gründeten Apotheker, Arzneimittelhersteller und Großhändler das gemeinsame Sicherungsprojekt securPharm. Zu lesen in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 15. August 2016.

Ab 2019 muss jedes rezeptpflichtige Arzneimittel vor seiner Abgabe an den Patienten als »echt« identifiziert werden. Die Echtheitsprüfung geschieht durch das Aufbringen von Sicherheitsmerkmalen auf jeder einzelnen Packung. Jede Arzneimittelpackung besitzt damit quasi ein individuelles »Nummernschild«, ähnlich einem Auto. Bei der Abgabe überprüft die Apotheke mithilfe einer Datenbank, ob der Hersteller diese Seriennummer überhaupt vergibt und ob eine andere Apotheke womöglich bereits eine Packung mit derselben Seriennummer abgegeben hat. Bei Unstimmigkeiten erhält der Patient eine andere Packung des gleichen Medikaments. Der Apotheker behält dann die beanstandete Packung ein, und das in Verdacht geratene Produkt wird untersucht. securPharm testet seit 2013 mit einigen hundert Apotheken, Pharmafirmen und Großhändlern das neue System.

»Einen hundertprozentigen Schutz kann kein Verbraucherschutzsystem dieser Welt bieten«, heißt es von Seiten securPharms. »Was aber erreicht werden kann, ist die langfristige Sicherung der legalen Lieferkette – vom Hersteller über den Großhandel bis zur Apotheke – gegen potenzielle Bedrohungen.« Aus diesem Grund unternehmen alle Marktbeteiligten große Anstrengungen, den bereits hohen Schutz weiter auszubauen. Dabei leistet securPharm einen wichtigen Anteil. Der Patient kann ebenfalls dazu beitragen, indem er keine Arzneimittel aus dubiosen Quellen erwirbt.


Was bei der Schmerzmittel-Einnahme zu beachten ist

Medikamente gegen Kopf-, Glieder- oder Zahnschmerzen gehören zu den am häufigsten eingenommenen Arzneimitteln. Doch wann sind diese Arzneimittel, die Apotheker Analgetika nennen, überhaupt angebracht und was ist bei der Einnahme zu beachten? Das erklärt Apotheker Ulrich Koczian aus Augsburg in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 1. August 2016. Die Behandlung von Schmerz richtet sich nach seiner Ursache. »Bei leichten Problemen mit klarer Ursache ist die Einnahme eines Schmerzmittels in der Regel vertretbar«, erklärt Koczian. »Aber manchmal helfen auch ein Spaziergang um den Block, eine Pause oder Entspannungstraining«, weiß der Fachmann.
Koczian nennt zwei wichtige Regeln für die Schmerzmitteleinnahme: Schmerz­mittel sollten nicht länger als drei Tage hintereinander und nicht mehr als zehn Tage im Monat angewendet werden. Wer häufiger Analgetika zur Behandlung von Kopfschmerz anwendet, riskiert, dadurch erst recht Kopf­schmerzen zu bekommen, erklärt der Arzneimittelexperte.
Schmerzmittel sind wie andere Arzneimittel auch »keine Bonbons und keine harmlosen Problemlöser«. Deshalb beraten Apotheker bei der Abgabe zu Verträglichkeitsproblemen. Präparate mit Ibuprofen, Diclofenac oder Acetylsalicylsäure können etwa die Magenschleimhaut schädigen. Paracetamol enthaltende Präparate können bei Übergebrauch die Leber schädigen. Auch pflanzliche Arzneimittel können Nebenwirkungen haben.
Bestehen die Schmerzen längere Zeit oder sind sie recht stark, empfiehlt der Apotheker den Arztbesuch. »Dies gilt auch, wenn Kopfschmerzen zum Beispiel nach einem Sturz oder Unfall auftreten oder Symptome wie Übelkeit oder Sehstörungen hinzukommen. Kinder, schwangere oder stillende Frauen sollten übrigens niemals auf eigene Faust Schmerzmittel einnehmen.«

15.7.2016, So nehmen Kinder ihre Arznei leichter

Das Kind weigert sich, seine Medikamente zu nehmen, oder erbricht sie nach einer bestimmten Zeit der Einnahme. Was können Eltern dann tun? Apotheker wissen Rat, so etwa Apotheker Dr. Hans-Peter Hubmann, Vorsitzender des Bayerischen Apothekerverbandes. Zu lesen in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 15. Juli 2016.
Wenn Kinder den verabreichten Arzneisaft gleich wieder ausspucken oder den Mund gar nicht erst aufmachen, rät Hubmann, den Hustensaft am besten mit einer Pipette oder Spritze ohne Nadel zu verabreichen. »Wenn man den Saft hinter die Backenzähne träufelt, wird der Schluckreflex ausgelöst. Der Saft kommt dann auch nicht mit den Geschmacksnerven auf der Zunge in Berührung.«
Manchmal hilft es schon, die Arznei wegen eines besseren Geschmacks mit Fruchtsaft, Tee oder Muttermilch zu mischen. Allerdings warnt Hubmann: »Nicht alle Tropfen oder Säfte dürfen verdünnt werden, und nicht alle Medikamenten vertragen sich mit allen Lebensmitteln.« Für Babys gibt es in der Apotheke verstellbare Medikamentenschnuller. Und Zäpfchen lassen sich leichter einführen, wenn sie vorher mit warmem Wasser leicht angefeuchtet wurden.
Wenn das Kind die Arznei erbricht, besteht die Möglichkeit, dass das Medikament gar nicht zur Wirkung kommen kann. Hubmann: »Erbricht sich ein Kind kurz nach der Medikamentengabe oder hat es nach dem Zäpfchen Durchfall, können die Arzneien noch einmal gegeben werden. Sind seit der Einnahme zwischen 30 und 60 Minuten vergangen, sind vor allem Säfte und Lösungen vom Körper bereits aufgenommen worden. Bei Tabletten dauert es länger, bis der Wirkstoff aufgenommen worden ist. Im Zweifel raten wir Apotheker immer, beim Kinderarzt nachzufragen. Treten Durchfall oder Erbrechen erst später auf, sollte auf jeden Fall der Kinderarzt informiert werden. Er wird dann über eine Wiederholung der Arzneigabe entscheiden.«

15.6.2016, Bessere Versorgung mit Hilfsmitteln

Ein Onlineportal für Apotheker des Deutschen Apothekerverbandes (DAV) sorgt für mehr Transparenz bei sämtlichen Hilfsmitteln wie Inkontinenzprodukten, Inhalationsgeräten & Co. In wie weit das dem Patienten in der Apotheke nutzt, erklärt Dr. Rainer Bienfait, stellvertretender Vorsitzender des DAV, in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 15. Juni 2016.

Das Online-Vertragsportal, kurz OVP genannt, ist eine Datenbank, die durch die Zusammenarbeit von DAV, Landesapothekerverbänden und apothekereigenem ABDATA Pharma-Daten-Service entwickelt wurde. Das Online-Portal erlaubt es jeder teilnehmenden Apotheke, direkt abzugleichen, welche Inkontinenzprodukte oder Inhalationsgeräte die Krankenkasse des Versicherten zulässt. Zugleich kann die Apotheke prüfen, ob sie selbst die formalen Voraussetzungen für die Abgabe bestimmter Hilfsmittel an den jeweiligen Patienten erfüllt. Derzeit nutzen mehr als die Hälfte der 20 000 Apotheken in Deutschland dieses Online-Vertragsportal.

Bienfait: »Das Portal schafft mehr Transparenz für Apotheker im extrem komplexen Hilfsmittelmarkt. Das nutzt auch dem Patienten. Mit dem OPV kann ein Apotheker sofort erkennen, ob und wie er einen Patienten versorgen kann oder welche Schritte er dazu noch tun muss.«

Der Deutsche Apothekertag 2015 hatte dazu aufgefordert, die Versorgung mit Hilfsmitteln wohnortnah und unbürokratisch im Sinne des Patientenwohls zu gewährleisten. Laut Bienfait bekräftigen die Apotheker nun mit dem OVP ihre Absicht, trotz Hindernissen auch künftig Patienten weiter mit Hilfsmitteln zu versorgen.

1.6.2016 - Cannabis in der Medizin

Die Politik plant ein Gesetz, das es Ärzten ermöglicht, Cannabis-haltige Arzneimittel zu verordnen. In welchen Fällen dies möglich sein wird und warum Apotheken einbezogen werden sollten, erläutert Dr. Christiane Eckert-Lill, Geschäftsführerin Pharmazie der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 1. Juni 2016.

»Geplant ist, dass Cannabis als Arzneimittel nur bei schwerwiegenden chronischen Krankheiten verordnet werden darf. Außerdem, wenn andere anerkannte Behandlungen nicht helfen«, erklärt die Apothekerin. »Cannabis ist wegen seines Missbrauchspotenzials ein Betäubungsmittel, das Ärzte bislang nur in seltenen Ausnahmen verordnen durften. Daher liegen nur verhältnismäßig wenige gesicherte Erfahrungen vor und die Verschreibung wird an strenge Auflagen geknüpft werden«, ist sich Eckert-Lill sicher. Denn es gelte zu beachten, dass Cannabis wie jedes Arzneimittel nicht nur positive Wirkungen, sondern auch unerwünschte hat, vor allem bei missbräuchlicher Anwendung.

Wie soll Cannabis verabreicht werden können also welche Darreichungsform soll es für Cannabis geben? Eckert-Lill: »Zuallererst muss Cannabis als Arzneimittel eine definierte, gute und gleichbleibende Qualität haben. Deshalb ist vorgesehen, dass Cannabis zur medizinischen Anwendung nur in der Apotheke abgegeben werden darf. Die Apotheker arbeiten derzeit sehr intensiv mit, Standards für die pharmazeutische Qualität und für die Darreichungsformen zu entwickeln.«

Letztendlich müsse der Arzt entscheiden, welche Darreichungsform geeignet ist. Derzeit gibt es zwei Möglichkeiten, Cannabis zu applizieren: die Inhalation mit einem speziellen Gerät oder die Einnahme als ölige Zubereitung. »Und selbstverständlich werden wir die Patienten über Cannabis und seine richtige Anwendung beraten«, bekräftigt Eckert-Lill.

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